Arbeit an der Baustelle

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Viele Mitglieder erarbeiteten ein Konzept für die Gemeinde der Zukunft. (Foto: privat)
Schwerte: St. Marien |

Vor genau zwei Jahren stand Marien-Pfarrer Peter Iwan mit Bauhelm, Warnweste und Schaufel vor der Kirche. Jetzt sprach er den Richtspruch des Zimmermanns und ließ sein Schnapsglas auf dem Fußboden zerschellen.

Zwischen den beiden symbolischen Akten, der Baustellen-Eröffnung und dem Richtfest, liegen zwei Jahre Arbeit an der Pastoralvereinbarung.

Rund 40 Mitglieder

Am Wochenende nahmen sich rund 40 Mitglieder aus allen Gremien, Verbänden und Vereinen in der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien viel Zeit, um die Arbeit der 2013 eingesetzten Steuerungsgruppe in erster Lesung zu verabschieden. „Wofür bist du da, Kirche in Schwerte?“ lautete die selbstgewählte Frage für das Gremium, das den vom Bistum geforderten pastoralen Erneuerungsprozess der Gemeinde konzipieren sollte. Der 18 Seiten starke visionäre Entwurf fand viel mehr Anklang als Kritik und wird spätestens im Frühjahr 2016 als verbindlicher Vertrag zwischen der Schwerter Gemeinde einerseits und dem Erzbischof in Paderborn andererseits unterzeichnet.

Handlungsempfehlungen

Die Pastoralvereinbarung gibt der Gemeinde und allen dort arbeitenden Haupt- wie Ehrenamtlichen Handlungsempfehlungen für die nächsten Jahre vor. Dass sich die Kirche wandeln, sich modernisieren und näher zu den Menschen und ihren Lebensräumen rücken muss, war die erste erkannte Notwendigkeit.
Beispiele: Die Senioren in Schwerte erwarten eine zentrale barrierefreie Anlaufstelle mit Aufenthalts- und Beratungsmöglichkeiten. Eltern mit kleinen Kindern sollen eine Familien-Kirche bekommen. Eine der sieben Schwerter katholischen Kirchen soll schwerpunktmäßig Angebote an Erwachsene aus dem Bereich Kunst und Kultur machen. Schwerter Jugendliche sollen an den Schulen erreicht werden, die Firmvorbereitung wird ebenso neu konzipiert wie die Taufe. Der Friedhof wurde als pastoraler Ort neu definiert, die Kindergärten müssen in die pastorale Arbeit stärker eingebunden werden. Der Sonnenregen-Reiterhof muss ebenso Bestand haben wie etwa der Pfadfinderstamm.

Gemeindeleben

Es muss der Schwerter Kirche gelingen, auch Menschen ohne kirchliche Sozialisation zu erreichen. Gleich sieben Pfarrbezirken mit mehr oder weniger eigenständigem und regem Gemeindeleben stehen nur zentral zu erledigende Aufgaben gegenüber. Welche Balance findet die Pfarrgemeinde zwischen der Beheimatung in den Bezirken und dem Blick für die Gesamtgemeinde? Wie wird sich die Kirche den Herausforderungen der allernächsten Zukunft stellen? Die Zahl der Hauptamtlichen wird weiter schrumpfen, vermutlich wird 2020 neben zwei Priestern nur noch eine Gemeindereferenten-Planstelle gehalten werden können. Wie können Ehrenamtliche aquiriert, fortgebildet und eingebunden werden ohne sie zu überlasten? Wie geht die Gemeinde später mit ihrem Immobilienbesitz um?

Antworten gefunden

Auf viele Fragen wurden Antworten gefunden, auf einige noch nicht. Allerdings sind zum Beispiel die meisten konstruktiven Anregungen aus der großen angelegten Fragebogenaktion vom vergangenen Sommer auch aufgenommen worden.
600 Schwerter hatte seinerzeit versucht die Frage zu beantworten, wozu die Stadt die katholische Kirche braucht.
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