"Baustelle Gemeinde"

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Gemeindereferentin Eva Mehrens, Gemeindereferentin Elsbeth Bihler und Pfarrer Peter Iwan laden zur tätigen Mithilfe bei der „Bauarbeiten Gemeinde“ ein. (Foto: Krehl)
Schwerte: Innenstadt |

Es bleibt dabei: In Schwerte wird keine der sieben katholischen Kirchen geschlossen oder gar abgerissen. Aber vielleicht wird die eine oder andere Kirche in fünf Jahren anders als bisher genutzt.

Eine Radler-Kirche am Ruhrtalradweg oder ein großzügiger freier Raum für die Kunst, das sind nur einige der Ideen, die in einem Jahr Erneuerungsprozess unter der Fragestellung „Wozu bist du da, Kirche in Schwerte?“ gesammelt wurden.
Vor einem Jahr haben viele Gemeindemitglieder den Startschuss für den pastoralen Prozess gegeben, den der Erzbischof in Paderborn den Schwerter Gläubigen abverlangt. Eine Steuerungsgruppe, bestehend aus die Hauptamtlichen und sieben berufenen Ehrenamtlichen, hat seitdem hart gearbeitet. Eine groß angelegte Fragebogenaktion, die viele Menschen auch außerhalb der katholischen Gemeinde in der Ruhrstadt in ihren Lebensbereichen erreichte, hat Aufschlüsse über Wünsche und Fragen an die Gemeinde gegeben. 600mal ist der Bogen ausgefüllt worden, jetzt ist die Auswertung fast abgeschlossen.

Jugendliche: Kirche wichtig

Erstaunlich: Die meisten der befragten Jugendlichen finden die Kirche wichtig, sehen sie als Instanz der Moral und Mitmenschlichkeit und halten die Gottesdienste keineswegs für verzichtbar. Für sie müssten die Messen aber spontaner gestaltet und an den Wochenenden abends sein, „und die Kniebänke sollen Polster haben,“ sagt Eva Mehrens. „Für Senioren kann die Messe sonntags gar nicht früh genug sein. Familien wünschen sich besondere Angebote, Singles wieder andere.“ Das Glockengeläut stört nur wenige, fast alle verbinden die Gemeinde mit sozialer Arbeit, möchten aber die Seelsorge nicht missen.

Zielgruppen-orientiert

Nach einem Jahr „Baustelle Gemeinde“ ist schon klar: Künftig wird es viel mehr zielgruppen-orientierte Angebote geben. „Wir können nicht mehr alles für alle anbieten,“ das ist auch für Pfarrer Peter Iwan klar. Mit nur zwei Priestern in sieben Pfarrbezirken und wenigen Hauptamtlichen muss die Gemeinde die Mitglieder stärker als bisher einbinden.
Das geschieht übrigens auch in dem Erneuerungsprozess. Immer wieder holt die Steuerungsgruppe sogenannte „Bauarbeiter“ zusammen, die dann in Arbeitsgruppen Themenfelder beackern. Gerade sind Bauarbeiter-Gruppen für die Arbeitsfelder Familie, Erwachsene, Senioren und Jugend zusammengestellt wordenVisionen, wie die Gemeinde in fünf Jahren dastehen kann, sollen entwickelt werden.
„An dieser Arbeit können sich Interessierte jederzeit beteiligen,“ laden Eva Mehrens und Peter Iwan ein. Jede und jeder könne noch zum „Bauarbeiter“ in der Gemeinde werden, ein Anruf im Pfarrbüro (Tel. 16418) genügt.

Exkursionen

In Exkursionen wollen sich die Schwerter „schon erfundene Räder“ genauer anschauen, um aus Fehlern anderer zu lernen oder zu neuen Ideen motivieren zu lassen. Auch wer sich an diesen „Baustellen-Tagen“ in den Herbstferien noch beteiligen möchte, kann sich im Pfarrbüro melden: Am 16.Oktober gibt es eine Informations- und Diskussionsveranstaltung im Pfarrheim zum Thema „Milieusensibler Pastoral“, tags drauf am 17.Oktober einen Ganztagsausflug nach Frankfurt zu einem innovativen Projekt von „Kirche in der Stadt“ und am 18. Oktober gibt es eine spannende Bustour nach Menden. Am Ende des Prozesses in etwa einem Jahr stehe ein Vertrag, eine schriftliche Vereinbarung mit dem Erzbischof, erklärt Pfarrer Iwan: „Das wird keine Hochglanzbroschüre, sondern das verschriftliche Versprechen, unsere Gemeinde zukunftsfähig zu machen.“
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