Friedensbank: Ruhige Gespräche

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An der Friedensbank erhalten Menschen Trost und Aufmerksamkeit. (Foto: privat)
Schwerte: Innenstadt |

Unaufdringliche Einladungen zu ruhigen Gesprächen, Vermittlung von professionellen Hilfsangeboten – an der Friedensbank auf dem katholischen Friedhof in Schwerte gibt es ab sofort dienstags und donnerstags Rat und Zuspruch für Menschen in besonderen Lebenslagen.

Das sind Friedhofsbesucher in der Regel, etwa ein Viertel von ihnen spricht laut neuer Forschungsergebnisse regelmäßig mit den Verstorbenen.
Jetzt wurde eine spezielle Bank in der Nähe der Trauerhalle von St. Marien-Pfarrer Hans-Peter Iwan gesegnet. Die ehrenamtlichen Gesprächspartner für die Friedhofsbesucher wurden vorgestellt.

Neuer Dienst

Bisher sind es ein halbes Dutzend Gemeindemitglieder, die sich mit diesem neuen Dienst abwechseln. Menschen in schwierigen Lebenssituationen nicht allein lassen - mit diesem Basiskonzept will die katholische Kirchengemeinde St. Marien in Schwerte zunächst auf dem eigenen Friedhof für Trauernde präsent sein. Dienstags von 10.30 Uhr bis 12 Uhr und donnerstags von 16 bis 17.30 Uhr. Bei gutem Wetter auf besagter Friedensbank, bei schlechtem Wetter in der Trauerhalle. Dort kann auch Tee oder Kaffee gekocht werden.
„Gerade der Friedhof ist oft das selbstgewählte Refugium für Verzweifelte, Trauernde, für sich allein gelassen fühlende Menschen. Im besten Falle treffen sie dort auf verständnisvolle Bekannte, die ihnen mit ihrer seelischen Not nicht aus dem Weg gehen.
Die meisten Friedhofsbesucher aber bleiben alleine mit ihren Sorgen und Ängsten“, sagt Irmgard Paul, die als Gemeindereferentin und Notfallseelsorgerin mit Mitgliedern der Schwerter Steuerungsgruppe pastoraler Erneuerungsprozess dieses Projekt entwickelte. Wenn sich mehr Menschen aus der Gemeinde für diesen Dienst melden und ausbilden lassen, können die Gesprächszeiten auch noch erweitert werden – etwa auf das Wochenende. Oder sogar auf weitere Friedhöfe im Stadtgebiet.
Auf dem katholischen Gottesacker an der Friedhofstraße fängt die Marien-Gemeinde jedenfalls jetzt erst einmal an. Frieden machen mit sich, der Welt und Gott ist auf der Bank möglich; verständnisvolle Gesprächspartner haben auch und eine Packung Papiertaschentücher parat. Und viel Zeit zum Reden, über Schwerwiegendes oder Alltägliches, je nachdem, was dem Friedhofsbesucher gerade durch Kopf und Herz geht. Natürlich kann auch gemeinsam geschwiegen werden. Es wird nicht nach Konfessionen oder Weltanschauungen gefragt, im Zweifelsfalle nichtmal nach dem Namen. Die Gemeinde-Mitarbeiter weisen sich allerdings mit einem Namensschildchen aus.
Im Gepäck haben die Gesprächspartner auch Informationen über Hilfsangebote wie etwa die Schwerter Trauerbegleitung Leuchtturm e.V., die Trauer- und Sterbebegleitung „Brücke“, die Caritas oder Zuständige in den Behörden. Das Erzbistum Paderborn gewährte eine kleine Anschubfinanzierung und will das Projekt beobachten.
Nähere Informationen gibt es im Pfarramt von St. Marien unter Telefon 02304/16418.
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