Ministerin fordert Abkehr von Go-In-Klassen: Bürgermeister sieht sich bestätigt

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Schwertes Bürgermeister Heinrich Böckelühr sieht sich in seiner Auffassung bestätigt: Kinder geflüchteter Menschen ohne Sprachkenntnisse sollen in Nordrhein-Westfalen künftig nicht mehr in Regelklassen unterrichtet werden. Die neue Ministerin für Schule und Bildung, Yvonne Gebauer, kündigte jetzt an, einen Erlass ihrer Amtsvorgängerin aufzuheben, der genau das vorsah.

Mehrfach hatte sich der Schwerter Bürgermeister gegen das im Kreis Unna bevorzugte „Go-In-Verfahren“ ausgesprochen und dessen Sinnhaftigkeit in Zweifel gestellt. „Die Kinder verstehen nichts, und die Lehrkräfte sind überfordert. Gelebte Integration sieht anders aus“, so Böckelühr, der seine Kritik auch gegenüber Landrat Michael Makiolla und dem unter dessen Verantwortung stehenden Kommunalen Integrationszentrum formuliert hatte. Derzeit befinden sich insgesamt 115 Flüchtlingskinder in Go-In-Klassen im Kreis Unna und Dortmund, davon 93 in Schwerter Schulen.

Stattdessen hatte der Bürgermeister, nachdem sich der Generationenausschuss damit befasst hatte, im vorigen Jahr vorgeschlagen, dass „die aus dem Ausland zuziehenden Schülerinnen und Schüler zunächst für einen begrenzten Zeitraum im Rahmen eines geschlossenen Klassenverbandes die notwendigsten Kenntnisse der deutschen Sprache erwerben, um anschließend unter Berücksichtigung des in den Herkunftsländern erworbenen Bildungsstandes zielgerichtet an die passende Schulform verteilt zu werden“. Diese Verteilung habe dann möglichst in gleichem Umfang auf alle Klassenverbände zu erfolgen, um einerseits die Kenntnisse der deutschen Sprache zu vertiefen und andererseits hinreichende Unterstützung durch Lehrkräfte und Mitschülerinnen und Mitschüler erfahren zu können.

In ähnlicher Form, wie bereits jetzt ebenfalls durch die neue Schulministerin angekündigt, wonach in den Herbstferien Schulräume für Sprachunterricht genutzt werden sollen, hatte das Schwerter Jugendamt aufgrund einer Idee von Heinrich Böckelühr bereits in 2016 erstmals ein „Sommercamp“ für Kinder aus Flüchtlingsfamilien ins Leben gerufen. Die Aktion erlebt zurzeit, seit vorigen Montag (17. Juli), ihre Neuauflage. Zwei Wochen lang steht vormittags der Erwerb von Sprachkompetenz im Vordergrund - neben Freizeitaktivitäten mit Gleichaltrigen am Nachmittag.
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