Zollfahnder heben Waffenarsenal in Schwerte aus

Anzeige
Die Fahnder trauten ihren Augen kaum, als sie diese Waffen sahen. (Foto: Zollfahndungsamt)
Schwerte: Innenstadt |

Welch ein erschreckender Fund: Mehr als 600 Lang- und Kurzwaffen sowie 2,2 Tonnen unterschiedlichster Munition lagerte ein 54-jähriger Mann aus Schwerte unsachgemäß in seinem Einfamilienhaus in einer Wohnsiedlung unweit der Autobahn 1. Das gab das Zollfahndungsamt Essen am gestrigen Dienstag bekannt.

Der Beschuldigte, der bereits vor 13 Jahren seine Waffenhandelsgenehmigung verloren hatte, wickelte unter Ausnutzung der gültigen Handelsgenehmigung eines Freundes grenzüberschreitende Waffen- und Munitionsgeschäfte, insbesondere auch über die Internetplattform eGun, ab.

Hausdurchsuchung

Bei der Hausdurchsuchung im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hagen am 18. März 2015 trauten die Ermittlerinnen und Ermittler aus Essen ihren Augen nicht. Die ersten Langwaffen standen bereits ungesichert an der Flurgarderobe angelehnt. In Wohnzimmer und Küche lagen Waffen auf den Tischen und auf dem Boden, im Keller versperrten Waffen den Weg zur Waschmaschine.

Schränke überfüllt

Die wenigen Waffen- und Munitionsschränke waren hoffnungslos überfüllt. Munition, nicht - wie gesetzlich vorgeschrieben - getrennt aufbewahrt von den Waffen, lose in Eimern und in abgepackter Form stapelte sich dichtgedrängt und für jedermann frei zugängig im ganzen Haus, vornehmlich jedoch in Schwerlastregalen im Keller. Der überwiegend Teil der sichergestellten scharfen Munition lagerte in unmittelbarer Nähe zur Ölheizung des Einfamilienhauses, eingebettet im Wohnviertel.

Gewinnsucht

„Unvorstellbar, wie ein Mensch aus Gewinnsucht seine Familie und seine Nachbarn derart unverantwortlich in Gefahr bringen kann“, erklärte Ruth Haliti, Pressesprecherin des Zollfahndungsamtes Essen.
Neben dem unerlaubten Handel mit erlaubnispflichtigen Waffen, Waffenteilen und Munition muss sich der Beschuldigte auch wegen der unsachgemäßen Lagerung der Waffen und Munition sowie von ca. einem halben Kilogramm „Schießpulver“ verantworten. Die Waffen stammten vielfach aus Nachlässen oder Insolvenzen.

Empfänger im In- und Ausland

Veräußert hatte der Schwerter Händler sie nach Stand der derzeitigen Ermittlungen an autorisierte Empfänger im In- und Ausland.
Das Haus, welches temporär für unbewohnbar erklärt wurde, musste nachts von den Fahndern gesichert und bewacht werden. Die Ermittlungen dauern an.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.