Bildungsoffensive für Flüchtlinge

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Matthias Hein, Dr. Christine Mast, Hans-Georg Winkler und Hans-Bernd Marks präsentierten das Angebot der VHS zur Integration der Flüchtlinge. (Foto: Paulitschke)
Schwerte: VHS | Bildungsoffensive für Flüchtlinge: Was sehr ehrgeizig klingt, nehmen Volkshochschule und „Kultur und Weiterbildung in Schwerte“ (kuwebe) jetzt in die Hand.


Schwerte. „Einstiegskurs für Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive“, das liest sich eher behördlich, ließe sich aber mit einem Ziel viel prägnanter zusammenfassen: „Integration ist das zentrale Stichwort“, erklärte die kuwebe-Leiterin Dr. Christine Mast.

Koordinierung

Die VHS dient dabei als Koordinierungsstelle. Geplant sind später kostenlose Theaterworkshops. Bereits jetzt gibt es kostenlose Leserausweise für Asylbewerber. „Denn mit der Sprachförderung beginnt alles“, sagt Mast.
Wie das Ganze laufen soll, erklärt Matthias Hein von der VHS. „Wir haben einen Stufenplan entwickelt. Es beginnt mit dem Einstiegskurs, später geht es dann Richtung Arbeitswelt. „Wir sind nicht mehr nur Hort der Erwachsenenbildung“, sagt Hein. „Das Angebot richtet sich an Menschen jeden Alters.“
Die Einstiegskurse beginnen jetzt, was dann passiert, hängt von einer möglichen Förderung ab. Fortbildungsprogramme, auch Medienschulungen seien denkbar.
Voll im Thema und einer der größten Unterstützer der Flüchtlinge ist der Arbeitskreis Asyl. Hans-Bernd Marks erläutert:„Flüchtlinge durften bislang keine Bildungsangebote beanspruchen. Durch das Verfahrensbeschleunigungsgesetz ist das möglich, worauf die Schwerter schnell reagiert haben.“

150 Kandidaten

Von den 400 in Schwerte dauerhaft lebenden Flüchtlingen kommen 150 für die Einstiegskurse in Frage. Das Angebot richtet sich an Flüchtlinge, die nicht aus einem sicheren Herkunftsland kommen und bei denen „ein rechtmäßiger und dauerhafte Aufenthalt zu erwarten ist“, wie es die VHS formuliert. Momentan können daher nur Menschen aus Syrien, Eritrea, Irak und Iran am Angebot teilnehmen.
Die Sprachgruppen sollen aus je 25 Teilnehmern bestehen. 29 Anmeldungen liegen laut Mast bereits vor, so dass ein zweiter Kurs vor dem Start stehe. Los geht es bereits am 16. November jeweils montags bis donnerstags von 14 bis 17 Uhr. „Dann haben die Flüchtlinge die Gelegenheit, den Morgen für Behördengänge oder andere Erledigungen zu nutzen.“

Dezentral

Die Kurse könnten dezentral angeboten werden. In den Unterkünften seien die Flüchtlinge auf das Angebot hingewiesen worden. Und Marks glaubt, dass die Bereitschaft da ist, die Sprache zu lernen. Er berichtet von einem interessanten Beispiel der St. Marien-Gemeinde: Sie hatte eine Begegnungsstätte für Flüchtlinge mit Schwertern eingerichtet.
„Da sind inoffizielle Sprachkurse raus geworden“, sagt er. Die Leute bringen sich anhand von Bildern Begriffe bei. Schwerte lebt also bereits schon Integration. Wenn sie noch stärker institutionalisiert wird, dürfte das der Eingliederung der hier dauerhaft lebenden Menschen einen weiteren Schub geben.

Kosternlos

Da für die Teilnehmer die Kurse kostenlos sind und auch keine Fahrtkosten anfallen, dürften es schnell noch mehr als die bereits erwähnten 29 Teilnehmer werden.
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