Eine Milliarde Euro fehlen: Marienkrankenhaus beklagt fehlende Investitionen

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Mitarbeiter des Marienkrankenhauses Schwerte werben für Investitionen: Eine aus Ytong-Steinen aufgerichtete Mauer soll zeigen, wo der Schuh drückt. (Foto: Krankenhaus)
„Wir wollen für die beste Patientenversorgung auch in der Zukunft bauen“, so werben Mitarbeiter des Marienkrankenhauses Schwerte werben für ausreichende Investitionen in die Krankenhäuser.

Eine symbolisch aus Ytong-Steinen aufgerichtete Mauer soll verdeutlichen, dass in den Kliniken Handlungsbedarf besteht. Es werde mehr Geld benötigt für die Modernisierung alter Badezimmer, die Erneuerung der Patientenzimmer, die Schaffung neuer Eingriffsräume oder den Kauf moderner Medizintechnik.
Laut dem „Investitionsbarometer NRW“ zur Finanzsituation der nordrhein-westfälischen Krankenhäuser investierte das Land 2014 500 Millionen Euro in die Infrastruktur und Technik seiner Kliniken.

„Der tatsächliche Förderbedarf liegt bei 1,5 Milliarde Euro. Es fehlen somit unter dem Strich eine Milliarde Euro“, zitiert Marienkrankenhaus-Geschäftsführer Jürgen Beyer aus einer Studie des Rheinisch-Westfälische Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), die von der Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW) in Auftrag gegeben wurde.

Um auf die missliche Lage aufmerksam zu machen, haben sich landesweit Krankenhäuser zum „Bündnis für gesunde Krankenhäuser – Investieren aus Verantwortung“ zusammengeschlossen und Protestaktionen geplant. „Die Folgen der viel zu geringen Investitionen in die Kliniken ist der Öffentlichkeit nicht bewusst“, weist Dorothea Wolfgart, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung im Marienkrankenhaus darauf hin, dass durch den Mangel die medizinische Versorgungsgüte der Patienten leidet, Klinikstandorte in Gefahr geraten und somit viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Obwohl aufgrund des dualen Krankenhausfinanzierungsystems das Land gesetzlich verpflichtet wäre, die Investitionen in den Kliniken zu fördern.

Jürgen Beyer sieht die Politik deshalb in der Pflicht: „Wir wollen die bestmögliche Versorgung unserer Patienten und zudem den Mitarbeitern gute Arbeitsbedingungen ermöglichen. Der schleichende Substanzverlust in den Krankenhäuser darf so nicht weitergehen.“ Diagnose-Qualität, moderne Behandlungsverfahren und bestmögliche Medizintechnik könnten nur dann weiter angeboten werden, wenn das Land seiner Verpflichtung zur Übernahme der Investitionskosten in die Kliniklandschaft in ausreichendem Maße nachkomme.
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