"DIe Rufnummer schützen"

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Angelika Weischer weiß, wie sich Verbraucher schützen. (Foto: privat)
Schwerte: Verbraucherzentrale NRW |

Vor einer Woche stellten wir vor, welche Fälle die Verbraucherzentrale in Schwerte im vergangenen Jahr bearbeitet hatte. In dieser Woche erklärt die Institution, wie Verbraucher sicher im Internet bleiben und auch anderen vermeintlich verlockenden Angeboten widerstehen.

Das erläutert die Verbraucherzentale in Antworten auf die Fragen des Ruhr-Anzeigers.

Wie verhalte ich mich am Telefon?
Aus heiterem Himmel werden po­tenzielle Kunden meist nach Feierabend immer noch von unbekann­ten Werbevertretern angerufen, die ihnen im Auftrag von Telefonge­sellschaften, Versicherungen, Zeitschriftenverlagen oder Gewinn­spielfirmen Produkte und Dienstleistungen andrehen wollen. Die An­rufer locken nicht nur mit lukrativen Konditionen, sondern fragen ge­zielt nach persönlichen Daten und der Kontoverbindung. Anschlie­ßend müssen sich viele der arglosen Hörer mit der Behauptung her­umschlagen, am Telefon sei ein wirksamer Vertrag zustande ge­kommen, der eine Firma zur Abbuchung erster Beiträge berechtigt.
Grundsätzlich können Verträge telefonisch ab­geschlossen werden. Kunden, die eine spontane Zusage am Tele­fon bereuen, können den Vertrag in vielen Fällen innerhalb von zwei Wo­chen widerrufen und bereits gezahlte Beträge zurückbuchen.

Gegenseitigkeit

Die Anbieter müssen beweisen, dass die Abmachung an der Strippe auf Gegenseitigkeit beruht. Belästigungen mit unerlaubten Werbeanrufen können von der Bundesnetzagentur mit einem Bußgeld bis zu 300 000 Euro geahndet werden. Das gilt auch für automatisierte An­rufe. Besonders strenge Regeln gelten für Gewinnspielverträge. Die­se sind erst dann wirksam, wenn sie in Textform, also schriftlich, per Fax oder E-Mail bestätigt werden.
Um sich vor plötzlichen Wer­beattacken zu schützen, sollten Verbraucher mit der Weitergabe ih­rer privaten Rufnummer grundsätzlich vorsichtig sein. Viele Firmen treiben einen regen Handel mit einmal registrierten Nummern und Adressen. Um unerwünschten Telefonterror abzustellen, können Kunden ihr Widerspruchsrecht nutzen und die Verwendung persönli­cher Daten zu Werbezwecken bei dem jeweiligen Unternehmen schriftlich untersagen.

Broschüre

Eine Info-Broschüre zur Eindämmung unerbetener Werbeanrufe und die Postkarte mit sieben Fragen zu den eigenen Erfahrungen mit den uner­wünschten Praktiken erhalten Interessenten kostenlos in der örtlichen Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW am Westwall 4 in Schwerte.

Wie geht ein Telefonanbieterwechsel reibungslos üb die Bühne?
Ein wichtiger Teil des Wechsels ist die Kündigung des Vertrags beim bisherigen Anbieter. Die Kündigung ist nur zum Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit möglich. Dabei ist eine Kündigungsfrist von höchstens drei Monaten zu beachten.
Wechsel rechtzeitig einleiten: Der neu gewählte Versorger sollte bei Vertragsschluss mit der Kündigung beim alten Anbieter beauf­tragt werden. Dies hat gegenüber einer eigenen Kündigung den Vor­teil, dass die Anbieter sich unmittelbar über die nahtlose Umschal­tung des Anschlusses nebst möglicher Rufnummernportierung ver­ständigen können.

Zeitpuffer

Zur Sicherheit sollte dabei ein Zeitpuffer von mehreren Wochen vor Ablauf der Kündigungsfrist eingeplant wer­den.
Ebenso wie mit der Kündigung kann und sollte der neue Anbieter bei Bedarf auch mit der Portierung der ge­wohnten Rufnummern beauftragt werden. Festnetzkunden haben zum Vertragsende, Mobilfunkkunden jederzeit das Recht, ihre Rufnummern auszulösen. Geklärt werden sollte zuvor, ob der neue Anbieter es erlaubt, dass Kunden ihre Rufnummern mitbringen.

Korrekte Angabe des Namen


Um den reibungslosen Anbieterwechsel zu gewährleisten, sollte beim Ausfüllen des Auf­tragsformulars gründlich auf die korrekte Angabe der Daten geach­tet werden. Name und Adresse müssen den Angaben beim alten An­bieter entsprechen. Auch bei den zu portierenden Rufnummern soll­te man sich keinen Zahlendreher leisten. Falls der Wechsel innerhalb eines Kalen­dertages letztlich trotz aller Vorkehrungen scheitert, sollte dies ne­ben einer Beschwerde an die betroffenen Anbieter umgehend schriftlich oder per E-Mail der Bundesnetzagentur gemeldet werden. So kann sichergestellt werden, dass die Versorgungsunterbrechung nur wenige Tage andauert. Darüber hinaus kann eine gesetzeswidri­ge Unterbrechung der Leitung von der Bundesnetzagentur mit einer Geldbuße bis zu 100000 Euro geahndet werden.

Woran erkenne ich gefälschte E-Mails?
Am einfachsten zu durchschauen sind E-Mails, die in fehlerhaftem Deutsch geschrieben sind. Ein weiterer Hinweis sind Zeichensatzfehler, wie etwa kyrillische Buchstaben oder auch fehlende Umlaute. Ebenfalls schnell als Phishing zu erkennen sind E-Mails, die auf Englisch oder Französisch verfasst sind. Sollten Sie nicht gerade Kunde einer Bank mit Sitz im Ausland sein, können Sie sicher sein, dass Sie (wenn überhaupt) E-Mails von Ihrer Bank nur auf Deutsch bekommen. Ihre Bank und andere Geschäftspartner wie zum Beispiel Online-Zahlungsdienste sprechen Sie in E-Mails grundsätzlich mit Ihrem Namen an und niemals mit „Sehr geehrter Kunde“ oder „sehr geehrter Nutzer“. Sehr raffinierte Phishing-Täter haben aber oftmals auch Ihren Namen schon herausgefunden. Wenn Sie via E-Mail aufgefordert werden, ganz dringend und innerhalb einer bestimmten (kurzen) Frist zu handeln, sollten Sie ebenfalls stutzig werden.

Aufforderung sollte Zweifel auslösen

Die Aufforderung, persönliche Daten sowie möglicherweise PIN oder TAN einzugeben, ist ein weiterer Hinweis. Banken und Online-Zahlungsdienste werden Sie um so etwas nicht per E-Mail bitten. PIN und TAN werden von Geldinstituten niemals telefonisch oder per E-Mail von Banken abgefragt, dies zählt zu den wesentlichen Sicherheitsregeln. In immer mehr Phishing-E-Mails werden die Empfänger aufgefordert, eine Datei zu öffnen, die entweder als Anhang der E-Mail direkt beigefügt ist oder alternativ über einen Link zum Download bereitsteht. In unerwarteten E-Mails dürfen Sie eine solche Datei keinesfalls herunterladen oder gar öffnen. Denn in der Regel beinhaltet diese Datei ein schädliches Programm wie ein Virus oder ein trojanisches Pferd.

Keine Dateien öffnen

Lassen Sie sich auch von angedrohten Konsequenzen wie zum Beispiel einer Kontosperrung oder der Einschaltung eines Inkassounternehmens niemals dazu verleiten, eine beigefügte Datei zu öffnen. Banken versenden in der Regel keine E-Mails, sondern Briefe. Falls Sie doch E-Mails von Ihrer Bank erhalten, so wird diese keine Dateianhänge versenden. Besser ist ohnehin immer, die Internetseite selbst aufzurufen, indem Sie diese in das Adressfeld des Browsers eintippen. Manche Phishing-Mails sind sehr gut gemacht. Die Absender-E-Mailadresse scheint vertrauenswürdig, der Link im Text auch, das Deutsch ist flüssig? Trotzdem muss diese E-Mail nicht echt sein. Auch Absenderangaben von E-Mails lassen sich fälschen. Wenn Sie das prüfen wollen, müssen Sie sich den so genannten Mail-Header anschauen.
Dort steht die IP-Adresse des Absenders. Nur diese ist fälschungssicher und gibt Aufschluss über den tatsächlichen Absender.
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