Drei Must-haves am Anfang - Versicherungen für junge Leute

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Schule ist aus. Schulabgänger planen und probieren ihre ersten Schritte in ein selbstständiges Leben: Rund um Reisen, soziales Jahr, Job, Ausbil­dung oder Studium steht auch die Absicherung von Alltagsrisiken mit auf der To-do-Liste. Versicherungsgesellschaften locken die künftige, aber noch unerfahrene Kundschaft mit scheinbar maßgeschneiderten Paketen. „Doch viele Versicherungen sind oft zu teuer, bieten unsinnigen Schutz und decken wirklich riskante Lücken nicht ausreichend ab“, warnt Angelika Wei­scher, Verbraucherzentrale NRW in Schwerte. „Am Anfang sind es Haft­pflicht-, Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung die Berufs- und Aus­bildungsstarter als Basis-Trio wirklich brauchen, um Leib und Teilhabe am Leben sinnvoll abzusichern“, erklärt Angelika Weischer. Bei einem überleg­ten Abschluss helfen folgende Tipps:

Krankenversicherung:

Dieser Gesundheitsschutz ist verpflichtend für jeden! Während Be­rufsanfänger automatisch in einer gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, genießen viele Studienanfänger noch bis zum Alter von 25 Jahren den Schutz der Familien­versicherung. Wer beim Studentenjob jedoch mehr als 450 Euro im Monat verdient, muss selbst in die Krankenversicherung einzahlen. Angehende Erstsemester, die über ihre Eltern privat krankenversichert sind, stehen vor der Qual der Wahl, ob sie während des Studiums weiter umfassend privat versichert bleiben wollen oder nicht. Globetrotter, die den Ausbil­dungsstart noch hinauszögern, oder Studenten, die ein paar Semester im Ausland studieren, sollten zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Denn die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur für erforderliche Behandlungen in europäischen und einigen fernen Ländern. Die private Zusatzversicherung hingegen übernimmt die Kosten weltweit – also etwa in den USA, Asien und Australien – und dann auch für den Rücktransport.

Berufsunfähigkeitsversicherung:

Die frühzeitige Absicherung des Verlustes der eigenen Arbeitskraft über eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist für Azubis und Studen­ten gleichermaßen wichtig. Denn Betroffene, die aufgrund eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung keinen Beruf mehr ausüben können, bekommen nur eine gesetzliche Rente, wenn hierfür mindestens fünf Jahre lang Beiträge entrichtet wurden. Wer noch nichts oder nur kurze Zeit in die Rentenkasse eingezahlt hat, erhält keine Rente bei einer Erkrankung oder einem privaten Unfall. Die private BU-Rente kann hingegen den eigenen Lebensunter­halt zu einem erheblichen Teil sichern. Hierzu darf der BU-Schutz jedoch nicht zu knapp be­messen sein. Ihn mit einer teuren Kapitallebensversicherung zu koppeln, ist finanziell auch nicht sinnvoll. Achtung: Junge Versicherungsnehmer sollten beim Vertragsabschluss auf eine Nachversicherungsgarantie achten, um später ohne erneute Gesundheitsprüfung die Versicherungsleistung ihrem Bedarf entsprechend zu erhöhen.

Private Haftpflichtversicherung:

Diese Police ist ein absolutes Muss! Sie deckt Schäden ab, die man bei anderen verursacht – zum Beispiel wenn die Gesundheit eines anderen durch die eigene Unachtsamkeit dauerhaft stark beeinträchtigt wird. Bis sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben, sind Azubis und Studenten bei ihren Eltern mitversichert und müssen keine eigenen Beiträge für die private Haftpflichtpolice zahlen. Das gilt übrigens auch für die Zeit des Bundesfreiwilligendienstes (BFD). Den Haftpflichtschutz über den Vertrag der Eltern sollte sich der flügge werdende Nachwuchs jedoch von der zuständigen Versicherungsge­sellschaft bestätigen lassen.

Hausratversicherung

meist erst später ein Muss: Hausratversicherungen decken Ein­bruchdiebstahl, Vandalismus, Brand, Blitzschlag, Explosion oder Schäden durch Rohrbrüche und Sturm ab. Die Höhe der Police orientiert sich am Wert des eigenen Mobiliars und Haus­rats. Für die erste eigene Bude ist diese Versicherung meist noch nicht so wichtig, Auswärts wohnende Studenten können jedoch prüfen, ob sie über die Hausratversicherung der Eltern versichert sind, wenn sie bei ihnen noch gemeldet sind. Im Schadensfall werden dann bis zu zehn Prozent der Versicherungssumme beziehungsweise maximal 10.000 Euro gezahlt.

Kostenloses Info-Material oder eine kostenpflichtige Versicherungsberatung erhalten junge Ratsuchende in der örtlichen Beratungsstelle der Verbrau­cherzentrale NRW in Schwerte am Westwall 4.
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