Schwerter Karateka besuchen Südjapan

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Schwerter Teilnehmer unter einem Torii
Fragt man einen Karateka nach seinen größten Träumen im Zusammenhang mit der Kampfkunst, dürften das die Wünsche sein, einen schwarzen Gürtel zu erlangen und eine Reise auf die südjapanische Insel Okinawa, dem Geburtsort der bekannten Kampfkunst, durchzuführen.

Letzteren Wunsch erfüllten sich kürzlich fünf Mitglieder des Oshiro Dojo Schwerte. Sie reisten für zehn Tage nach Okinawa, um dort Land und Leute kennen zu lernen, aber auch um intensiv Karate zu trainieren. Eingeladen hatte der Dachverband der Schule, die Ryukyu Bujutsu Kenkyu Doyukai (Verband zur Erforschung und Verbreitung der Ryukyu-Kampfkünste) unter Leitung von Meister Oshiro Toshihiro (9.Dan). Etwa 130 Teilnehmer aus der ganzen Welt trafen am 29. Juli in Naha, der Hauptstadt Okinawas, ein und trainierten eine Woche lang unter Anleitung von Oshiro im Kampfkunstzentrum Budokan in Naha.
Die tropischen Temperaturen von mehr als 30°C auch in der Nacht und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit machten es den Schwertern nicht leicht, unter diesen Bedingungen zu trainieren, auch wenn die Trainingsräume etwas klimatisiert waren. Schwitzt man schon ohne körperliche Aktivität bei diesem Klima ständig, wird das Karatetraining zu einer besonderen körperlichen Herausforderung. Sechs Tage lang standen z.T. mehrfach täglich mehrstündige Trainingseinheiten auf dem Programm, bei dem meist sehr fortgeschrittene Formen und Techniken, aber auch Partnerübungen praktiziert wurden. Einer der Trainingshöhepunkte war sicherlich das Training am malerischen Sandstrand von Naha, bei dem insbesondere das Werfen eines Gegners gut geübt werden konnte. Auch wenn das Baden wegen einer Taifun-Warnung an dem Tag nicht möglich war, blieb doch eine schöne Erinnerung an das Outdoortraining. Nach Abschluss der Trainingswoche gab es eine große Vorführung von höher graduierten Lehrern aus dem Teilnehmerkreis, die einzeln oder in Gruppen schwierige Kata (Formen) dem zahlreichen Publikum präsentierten. Auch der Schwerter Schulleiter führte mit anderen Schwarzgurten aus Deutschland höhere Karate- und Kobudo-Formen vor.
Nicht nur Meister Oshiro überwachte in der ganzen Woche Training, auch weitere hochgraduierte Meister des okinawanischen Karate wie Taira Sensei (10.Dan) und Shinzato Sensei (10.Dan) besuchten das Seminar und machten sich ein Bild vom Fortschritt der Teilnehmer. Auch die größte Tageszeitung Okinawas, die Ryukyu Shimpo, druckte zwei Artikel über das Seminar.
Neben dem Training war auch Ziel der Reise, mehr über die Insel Okinawa, deren Geschichte und die Geschichte der Kampfkünste zu erleben. Schulleiter Thomas Heinze, der bereits zum dritten Mal Okinawa besuchte, hatte sich ein umfangreiches Programm ausgedacht und spielte den Reiseführer der Gruppe. Das Schloss Shuri, Herrschaftssitz des okinawanischen Königs zu der Zeit als das Land noch unabhängig war und nicht zu Japan gehörte, war sicherlich ein Höhepunkt der Reise. Nach der kompletten Zerstörung im 2. Weltkrieg ist es nach seinem Wiederaufbau nunmehr UNESCO-Weltkulturerbe und der Besuchermagnet auf Okinawa. Keiner der Schwerter Karateka dürfte die Besichtigung vergessen. Ebenso die besuchten Schreine, mittelalterlichen Burgen und malerischen Parks, die oft auch eine geschichtliche Verbindung zu den Kampfkünsten der Insel haben.
Überhaupt waren die Teilnehmer überwältigt von der okinawanischen und japanischen Kultur. Viele Gepflogenheiten der Menschen dort unterscheiden sich zum Teil deutlich von den mitteleuropäischen. Dass das Schnäuzen in ein Taschentuch in der Öffentlichkeit für Japaner genauso unhöflich, ja abstoßend wirkt wie für uns das stattdessen praktizierte lautstarke „Hochziehen“, mussten die Schwerter genauso über sich ergehen lassen wie die umfangreichen Bedienelemente japanischer Toiletten, die eher ein hochtechnisches Gerät darstellen als eine einfache Keramikschüssel.
Der entstandene Kulturschock der Neulinge in Japan wurde von Schulleiter Thomas Heinze dafür genutzt, um den Teilnehmern zu zeigen, dass bei uns übliche Verhaltensweisen und Normen nicht überall selbstverständlich sind und nicht gedankenlos gelebt werden müssen. Die okinawanischen Kampfkünste lehren den Schülern neben den physischen Elementen diese wichtige Form der Selbstreflexion.
Was blieb am Ende der Reise übrig? Viele schöne Erinnerungen, neue Bekanntschaften, der Wille, noch intensiver zu trainieren und der Wunsch Okinawa erneut zu besuchen. Das nächste Treffen auf der wunderbaren Insel im Pazifik wird schon geplant.

Mehr Informationen und viele Fotos von der Reise gibt es auf der Website der Schule www.karate-schwerte.de – dort unter dem Bereich „Chronik“.

Wer Interesse an Karate und Kobudo (Waffenkampf) hat, kann sich an Schulleiter Thomas Heinze wenden (0176 – 22 35 82 48) oder sich auf der Website www.karate-schwerte.de informieren.
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