Theater Schnick-Schnack: Frau Müller muss weg

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  Sprockhövel: Gemeindehaus |

Gerade noch im Kino und jetzt auf der Bühne. Die Theatergruppe Schnick-Schnack der Evangelischen Kirchengemeinde Sprockhövel präsentiert wie jedes Jahr ein Theaterstück für Erwachsene.Wir waren bei der Presse-Probe dabei und haben uns schlapp gelacht. Übrigens: Die Aufführungstermine sind alle ausverkauft, aber über zusätzliche Termine wird nachgedacht!

Unter der Regie von Ute Dessel und der Projektleitung von Susanne Ditges wird der Besucher für 90 Minuten in einen Klassenraum versetzt und nimmt an einem Elternabend der besonderen Art teil. Bevor der Klassenraum betreten wird, besteht die Möglichkeit sich bei zwei Freigetränken und einem einstündigen Vorprogramm von verschiedenen Sprockhövler Musikformationen auf den Elternabend einstimmen zu lassen.

Zum Inhalt:

Der Erfolgsautor Lutz Hübner betrachtet mit rasanten Dialogen, scharfzüngigem Witz, und einem teuflischen Augenzwinkern das Desaster eines Elternabends.
Es wird aufgezeigt, zu was Eltern imstande sind, wenn es um das vermeintliche Wohl des eigenen Kindes geht.
Die Noten der Kinder einer 4. Klasse haben sich zuletzt dramatisch verschlechtert und in drei Monaten gibt es die Zeugnisse, welche den weiteren Schulverlauf der Kinder empfehlen. Die Empfehlung für das Gymnasium steht auf dem Spiel und somit auch das persönliche Glück der Eltern.
Die Einschätzung der Klassenlehrerin wollen die Eltern nicht tatenlos abwarten. Sie haben ihr Urteil gefällt und tragen ein Misstrauensvotum von fast allen Eltern mit sich. Es steht fest: Frau Müller ist schuld. Sie muss weg. Die Klasse muss eine neue Lehrkraft erhalten! Und das sofort.
Für jedes Elternteil ist klar, dass das Problem nicht bei den Schülern liegt, sondern in der Unfähigkeit der Klassenlehrerin
Doch gerade sie ist es, die durch Leidenschaft zu ihrem Beruf versucht, den Kindern die Förderung zukommen zu lassen, die sie benötigen.
Die Fronten verhärten sich immer mehr, die Stimmung explodiert, das Klassenzimmer wird zu einem Schlachtfeld der Wortgefechte und Lebensentwürfe: Alles nur zum Wohle der Kinder…

Besetzung:
Viola Weißenfeld Frau Müller
Britta Berger Marina Jeskow
Marion Zabel Jessica Höfel
Anette Hegenberg Katja Grabowski
Reiner Zabel Patrick Jeskow
Meikel Gerhartz Wolf Heider

Unsere Kritik: Super zeitlos, super amüsant und super nachdenklich. Das Stück wäre vor zehn Jahren genauso aktuell gewesen wie es heute ist und in zehn Jahren sein wird. Das liegt vor allem am Kopfkino des Publikums: Bei jedem Zuschauer dürfte sich aus dem persönlichen Umfeld jemand einstellen, der so ziemlich genau mit einem der dargestellten Charaktere des Stückes harmoniert. Das ist wohl auch das Geheimnis dieses dargestellten Elternabends.
Na gut, man muss vielleicht selbst Kinder haben, um diesen Wahnsinn begreifen zu können. Man muss auf einem Elternabend dabei gewesen sein, um zu begreifen, was es wirklich heißt, Kastanienmännchen zu basteln, die ein wunderbarer Meikel Gerhartz wutentbrannt durch die Gegend warf, um es später kleinlaut zu kleben.
Man erinnert sich an eigene Elternabende, wo man schon mal eine halbe Stunde über die Qualität des Mineralwassserkastens diskutierte, welcher es denn für die Klasse sein sollte. Und man kann auch oft erleben, dass viele Eltern vielleicht gar nicht so wissen, was ihre Kinder so machen????

Und hier beginnt vielleicht auch die nachdenkliche Seite dieses wunderbaren Stückes, welches alle Darsteller ausnahmslos prima umgesetzt haben: Reden hilft beim Überleben - das pflege ich jedenfalls immer wieder zu sagen. Und miteinander reden ist auch ein guter Tipp für die Beziehung zwischen Eltern und Kindern.

Alle, die eine Eintrittskarte haben, freut Euch auf das Stück. Für alle anderen gilt: Fangt an zu hoffen, dass es noch Zusatztermine gibt.

Alle Fotos: Pielorz
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