Abschied vom Paul-Gerhardt Haus

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Das Paul-Gerhardt-Gemeindehaus wurde nun geschlossen. (Foto: privat)
Sprockhövel: Hasslinghausen |

Im Paul-Gerhardt-Haus in Hobeuken fand jetzt der letzte Gottesdienst statt. Das Evangelische Gemeindehaus wurde nun geschlossen.

„Wir als Pfarrbezirk Hobeuken orientieren uns jetzt nach Haßlinghausen mit der Ev. Kirche und dem neuen Martin-Luther-Haus. Die gottesdienstlichen Geräte werden wir am kommenden Sonntag als Symbol unseres Ankommens in die Kirche tragen“, erklärte Pfarrer Thomas Bracht.
Für ihn schließe sich jetzt ein besonderer Kreis: Am 4. Juli 1993 habe er seine Probepredigt im Paul-Gerhardt-Haus gehalten. „Der 4. Juli 1993 war wie heute der 4. Sonntag nach Trinitatis. Der damals vorgeschriebene Predigttext aus 1. Mose 50, 15-21 ist auch unser heutiger Predigttext.“
Bracht erinnerte in seiner Predigt an die Geschichte des Gemeindehauses: „Das Paul-Gerhardt-Haus wurde Anfang der sechziger Jahre im seinerzeit entstehenden Neubaugebiet „Hobeuken“ gebaut. Die Grundsteinlegung erfolgte am 18. Mai 1961, fast auf den Tag genau ein Jahr später, am 20. Mai 1962 wurde die Einweihung gefeiert. Aus diesem Einweihungsdatum erklärt sich der Name des Hauses: Es war der Sonntag „Kantate“ („Singet!“), und Namenspatron wurde deshalb der wohl berühmteste evangelische Kirchenliederdichter: Paul Gerhardt (1607-1676).“
Der Bau einer Kirche wurde aber nicht weiterverfolgt 1996 habe man stattdessen das Haus durch zwei Gruppenräume, eine großzügige Küche sowie ein behindertengerechtes WC erweitert.
Jetzt wird das Haus laut eines Presbyteriumsbeschlusses aus dem Jahr 2012 geschlossen. Nach dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Hiddinghausen sei dies jetzt die zweite Schließung eines Gemeindehauses in der Kirchengemeinde. Beide Schließungen seien notwendig gewesen, um die verbleibenden drei Standorte zu stärken und so zukunftssicher zu machen. „Wir sollten nicht traurig sein, über das, was wir verlieren, sondern dankbar für das, was wir haben“, machte Bracht der Gemeinde Mut. Und mit Blick auf den Predigttext sprach der der Gemeinde zu: „Gott gedachte es, gut mit euch zu machen.“
Am Ende des Gottesdienstes trugen Mitarbeiterinnen der Gemeinde die Osterkerze, die Altarbibel, die Taufschale und das Abendmahlsgeschirr hinaus.
Was mit dem Gebäude und dem Grundstück geschieht, steht noch nicht fest. „Wir sind in Gesprächen mit der Landeskirche“, erklärt Pfarrer Bracht.
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