Neulich in Haßlinghausen

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Wie aus einem Missgeschick ein schönes Erlebnis wurde

Donnerstagabend in Haßlinghausen. Wir sind bei den Eltern zu Besuch, natürlich nach der Arbeit, die Anfahrt hat diesmal eineinhalb Stunden gedauert, Stau auf der Autobahn. Die Zeit wird knapp, die Eltern fahren kein Auto mehr, wir müssen noch einkaufen, vor 18 Uhr in die Apotheke und Geld holen bei der Bank.
Eine Stunde später ist alles geschafft. Wir sitzen am Esstisch, lassen uns das Abendbrot schmecken und erzählen von der vergangenen Woche.
Dann klingelt es an der Tür. Ein Fragezeichen in unseren Gesichtern, so spät noch Besuch? Ich gehe zur Tür und vor mir steht ein junges Pärchen:
„Wohnt hier ein Herr K.?“ Verwirrt bestätige ich die Frage. „Herr Wilhelm K.?“ Auch das ist richtig.
Der junge Mann hält mir eine Geldbörse entgegen. „Die haben wir gerade in der Bank gefunden.“
Ich brauche einen Moment, um zu begreifen. Oh, nein, die haben wir wohl in der Hektik des Tages liegen lassen und bisher war es noch nicht aufgefallen.
Und wie das manchmal so ist bei unvorhergesehenen Ereignissen, erst im Nachhinein wird einem bewusst, was da eigentlich passiert ist.
Ich bedanke mich zwar herzlich und besitze auch die Geistesgegenwart, dem jungen Mann einen Schein in die Hand zu drücken, aber das war´s. Mein Vater hätte sich so gerne persönlich bedankt. Ich habe es versäumt, das Paar hineinzubitten und eine solche Begegnung zu ermöglichen. Vielleicht kann man das noch nachholen? Die Adresse ist ja bekannt!
Als ich an den Esstisch zurückkehre und berichte, was gerade passiert ist, ist mein Vater beeindruckt und gerührt zugleich. „Das muss in die Zeitung“, sagt er.

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