Sommergespräch mit Volker Hoven

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Volker Hoven im roten Cabrio-Mini auf dem Parkplatz des Beigeordneten vor dem Sprockhöveler Rathaus. Foto: Pielorz
Sprockhövel: Rathaus |

Segeln auf dem Mittelmeer vor Mallorca, gerne auch mal entspannt am Strand auf den Kanaren – das ist für Sprockhövels Beigeordneten Volker Hoven sein persönliches Sommermärchen.


„Meine ganze Familie liebt die Wärme. Ich gehe sehr gerne segeln, einmal im Jahr mit meinem früheren Chef aus der Gemeindeverwaltung Kürten. Ein eigenes Boot habe ich nicht, weil es zu zeitintensiv wäre. Aber man kann ja überall Boote chartern und das mache ich gern. Früher sind wir mit dem Motorrad durch Spanien und Portugal gefahren, da waren wir auch noch jünger. Jetzt gehen wir auf das Boot“, lacht Volker Hoven. Eine Rolle spielen bei ihm aber auch gesundheitliche Gründe – nach seinem schweren Gerüstunfall in jungen Jahren. Motorradfahren ist da schwierig.
„So eine Woche auf dem Segelboot hat Vorteile. Man muss ein Energiemanagement betreiben, denn der Kühlschrank muss ja laufen. Segeltouren unternehme ich auch mit der Familie – und da ist die Nutzung von Handy und Laptop stark eingeschränkt – was auch mal sehr schön ist. Irgendwie ist das wie ein Wohnmobil auf dem Wasser.“
Das nasse Element gehört zum Urlaubsspaß in jedem Fall dazu. Schwimmen mag er gern, auch im Freibad in Sprockhövel. Natürlich ist er im Freibadförderverein. Früher ist Volker Hoven auch gern Tauchen gegangen, da erinnert er sich besonders an einen Sommer auf den Malediven. Kraxeln in den Bergen ist nicht unbedingt sein Sommerspaß – jetzt schon gar nicht, mit elfjährigen Zwillingen.

Segelfan mit Kampfwillen

Wäre eine Weltumsegelung im Rentenalter dann nicht sein ultimativer Traum? „Nee. Meine Frau würde das niemals mitmachen und für mich wäre das auch körperlich zu anstrengend. Man darf das Wasser, die Ozeane, nicht unterschätzen, zumal man meistens ja allein unterwegs wäre. Da naht nicht sofort die Rettung, wenn man sie braucht. Segeln im Mittelmeer, vielleicht auch im Atlantik, gerne – aber mehr nicht. Ich lese aber sehr gerne darüber. Ich glaube, ich habe alles gelesen, was zu diesen Themen geschrieben wurde“, erzählt er.
Neben Segeln und Wasser gehört auch dem Kochen seine Leidenschaft. „Vor allem koche ich gerne chinesisch und ich glaube, ich kann das auch ganz gut“, lacht er. Dann im Sommer open air im Garten das Essen genießen – das ist schon schön. Den grünen Daumen für das passende Ambiente steuert seine Frau bei. „Das kann ich nicht. Wir wohnen wunderschön ländlich im Grünen und es ist gerade im Sommer toll, unmittelbar in der Natur zu leben. Bis ins Rathaus habe ich nur wenige Minuten Fahrzeit.“ Und die legt er im Sommer gerne mit dem knallroten Cabrio-Mini zurück, für den es vor dem Rathaus immer einen Parkplatz gibt – steht ja ein Schild mit „Beigeordneter“ dran.
Auch der Grill wird gerne angeworfen. „Wir haben einen Gasgrill, da kann man sehr spontan grillen. Und wir haben eine tolle Nachbarschaft – irgendeiner von uns wirft im Sommer immer den Grill an. Man sieht sich, man trifft sich, es ist echt schön.“
Veranstaltungen open air, na ja, da kommt es auf die Menschenmenge an, die sich dort drängt. „Muss ich nicht unbedingt. Überall, wo viele Menschen zusammenkommen, das brauche ich eigentlich nicht so unbedingt.“
Gern ist Volker Hoven auch mit „Keks“ unterwegs. Optisch ein Bernhardiner in klein, benannt nach dem legendären „Keks“ on der Fensehsendung „Löwenzahn“, in Wahrheit eine Mischung zwischen englischer Bulldogge und Puggle. Seit zwei Jahren ist der Hund ein fester Bestandteil der Familie Hoven. „Meine Frau wollte immer einen Hund und die Kinder dann auch und dann kam ,Keks‘ als Welpe zu uns.“
Den Namen hat er natürlich von den Kindern. Und es macht allen Spaß, gemeinsam unterwegs zu sein. An der Kemnade beispielsweise.
Die Leichtigkeit des Sommers, die schätzt er sehr. Und die Nähe zum Arbeitsplatz – für ihn ein Novum. „Früher habe ich ja in Heiligenhaus gearbeitet, davor in Kürten. Ich habe noch nicht in Sprockhövel gewohnt, aber ich musste immer fahren. Jetzt ist es einfach genial“, erzählt der gelernte Siebdrucker, der nach dem Gerüst-Arbeitsunfall in die Verwaltung ging und die Hochschulreife sowie drei Studiengänge - Fachwirt Facility Management, Betriebswirtschaftslehre und Master in Law - hinter sich gebracht hat. Bautechnik, Konstruktion und Design liegen ihm und sein Name ist in Heiligenhaus mit der Einführung des Gebäudeinformationssystems 1999/2000 verbunden.
Der fast 43jährige Sozialdemokrat, Erster Beigeordneter und (seit dem Frühjahr 2017) Kämmerer der Stadt Sprockhövel, steht mitten im Leben und fühlt sich sichtlich wohl in seiner Wahlheimat. Und politische Ziele hat er natürlich auch. „Die Umgehungsstraße in Niedersprockhövel möchte ich erleben. Und wenn sie kommt, dann lade ich meinen Vorgänger Bernd Woldt ein, der dann neben mir steht, wenn wir das rote Band durchschneiden“, lacht er. Und die Verlegung des Busbahnhofs in Niedersprockhövel, die fände er auch spannend – genauso wie die zahlreichen Konzepte von Zukunft, Klima und Handlung. Das Durchbeißen, das Nichtaufgeben – das hat Volker Hoven auch durch sein persönliches Schicksal gelernt.
Seine Mitarbeiter will er mitnehmen auf diesen Wegen. Die Gespräche dazu sollten nicht autoritär oder auf eine abwertende Art verlaufen, es sollte das richtige Level gefunden werden: ehrlich aber angemessen. „Um effektives Handeln zu erzielen, ist eine gute Kommunikation ausschlaggebend.“
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