Lust auf einen gemeinsamen Garten?

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Gemeinsam packen wir es an: Annika Kuhlenberg (mit Schubkarre) und Hausleiterin Heike Nöcker-Bolle (4.v.l.) mit einigen Bewohnern. Foto: Pielorz
 
Daniel plant mit Annika Kuhlenberg und Katharina Fortmann „seinen“ Garten. Foto: privat
Sprockhövel: Heidestraße |

Seit 1988 wird das Haus in der Heidestraße 15 von der Lebenshilfe genutzt. Aus dem Wohnheim für 15 Menschen wurde 2016, unterstützt von der „Aktion Mensch“, ein intensiv ambulantes Wohnen für acht Personen. Sie sind schon längst eingezogen und wollen jetzt, gemeinsam mit Bewohnern des Ortsteils und jedem, der Lust dazu hat, einen gemeinsamen Garten anlegen. Chillen, Grillen und die Ernte einfahren sollen folgen.

Vier Appartements für vier Bewohner im Obergeschoss und im Untergeschoss sowie in der ersten Etage vier Zimmer mit eigenem Bad, eine Gemeinschaftsküche, ein Gemeinschaftsraum und eben ein großer Garten – das alles schafft für die Bewohner ein tolles Zuhause. Für den EN-Kreis ist das intensiv ambulante Wohnen übrigens das erste Projekt dieser Art. Drinnen sieht es schon toll aus, jetzt soll es auch draußen so werden.
Dazu beitragen werden vier Studentinnen der Heil- und Inklusionspädagogik der Evangelischen Hochschule Bochum. Katharina Fortmann, Rebecca Frese, Sabrina Denno und Annika Kuhlenberg suchten für ihren Bachelor-Abschluss ein Projekt und die Lebenshilfe in der Heidestraße brauchte Ideen für die Gartengestaltung. Beides kam zusammen und - voilà – es kann nun losgehen!

Spatenstich am 27. Mai

„Wir haben mit den Bewohnern gemeinsam geplant und uns für ein den Sozialraum öffnendes Projekt entschieden“, erklärt Annika Kuhlenberg. Hinter dem Fachbegriff verbirgt sich die gemeinsame Realisierung der Ideen von Bewohnern des Hauses mit Menschen aus dem Stadtteil. „Es wird einen Weg im Garten geben, der für Rollatoren und Rollstühle befahrbar ist. Wir haben ein Gemüsebeet und zwei Hochbeete geplant. Es wird Obststräucher geben. Außerdem natürlich Blumen, einen kleinen Teich, in dem später hoffentlich einmal Fische schwimmen. Wir haben Platz für eine Hollywoodschaukel und für Gartenmöbel“, stellt sie die bisherige gemeinsame Planung mit den Bewohnern vor. Unterstützt wird die Idee von vielen helfenden Händen sowie Firmen und Einrichtungen für Sachspenden und Finanzen. Mit dabei sind der Naturschutzbund, der Imkerverein, der Raiffeisenmarkt in Haßlinghausen, die Bommerholzer Baumschulen, die Gartenfirmen Mencke und Gartenglück, die Pfadfinder Sprockhövel und der Lions-Club. Ein erster Termin für die Arbeit mit Schaufel und Hacke ist auch gefunden: Samstag, 27. Mai, 14 bis 18 Uhr. Jetzt wünschen sich die Beteiligten, dass auch Bewohner aus dem Stadtteil zum Spatenstich kommen.
„Unsere acht Bewohner zwischen 22 und 51 Jahren werden alle morgens um 7.30 Uhr abgeholt. Dann geht es zur Arbeit in die Awo-Werkstätten. Nachmittags gegen 15.30 Uhr werden sie zurückgebracht. Der Kontakt in den Stadtteil ergibt sich bis jetzt durch verschiedene Vereine, die von unseren Bewohnern besucht werden. Wir wünschen uns aber noch mehr Kontakt zur Nachbarschaft in der Heidestraße und im ganzen Stadtteil “, erklärt Hausleiterin Heike Nöcker-Bolle.

Wer will mitmachen?

Da kommt das Gartenprojekt gerade recht, denn: „Wer mitarbeitet, der soll natürlich auch etwas davon haben. Wir werden mal ein Gartenfest veranstalten, wir werden von Experten mal etwas über Obst und Gemüse, Imkern oder andere Themen hören. Wir könnten auch Marmelade kochen. Und ein Töpfchen Himbeeren oder Gemüse ist natürlich für die helfenden Hände auch eingeplant.“ Das Wichtigste ist aber: „Wir wollen Berührungsängste abbauen, wir wollen gemeinsam und miteinander etwas schaffen. Wir haben Kontakt zum Jugendzentrum, zu Schulen aufgenommen. Und wer an diesem Tag keine Zeit hat, aber trotzdem mithelfen möchte, ist natürlich trotzdem herzlich willkommen“, so Nöcker-Bolle. Dann einfach Kontakt aufnehmen zur Lebenshilfe in der Heidestraße unter Telefon 02339/9114521 oder 22.
Schirmherr des Wohnprojektes in der Heidestraße ist übrigens Willibald Limberg. Der frühere Ratsherr ist mit einigen Bewohnern fast schon befreundet. „Wir kennen sogar seinen Geburtstag“, erzählen diese stolz. Und auch Annika Kuhlenberg freut sich – für die Studentin ist es schon längst mehr als ein Studienprojekt, sondern sie arbeitet bereits stundenweise vor Ort. „Wir haben viel vor und wünschen uns einfach nur, dass viele Menschen uns unterstützen.“ (anja)
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