Glosse

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Stadtspiegel-Kolumne von Seite 1: "Wir sind süchtig" 1

Wir alle sind abhängig. Sie ... Sie ... Du ... Ihr ... Und ich natürlich auch. Zumindest, wenn man das Wort im Sinne von "kann nicht ohne leben" definiert. Wir müssen ständig "unter Strom stehen". Wie von ihnen schriftlich angekündigt, hatten "meine" Stadtwerke in dieser Woche frühmorgens für gut eine Stunde den Strom abgedreht. Eigentlich kein Problem. Oder? Ich hatte vorsorglich eine Taschenlampe bereitgelegt und...

Bildergalerie zum Thema Glosse
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Mein Held 1

Mirella Turrek
Mirella Turrek | Recklinghausen | am 16.11.2017

Ich verehre einen Superhelden. Spiderman ist es nicht. Es ist jemand, von dem ich zuvor noch nie gehört hatte und auf den ich kürzlich durch einen Fernsehbeitrag aufmerksam wurde. Es ist - aufgepasst! - der Apostrophizer. Nachts streift er durch die Dunkelheit und befreit die Welt vom falsch verwendeten Apostroph. Soll heißen: Er überklebt in Nacht-und-Nebel-Aktionen falsch beschriebene Firmenschilder und Schaufenster. An...

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Nicht mit Oma!

Judith Schmitz
Judith Schmitz | Bottrop | am 14.11.2017

Die Polizei warnt ja alle naselang vor dem hinterhältigen Enkeltrick, bei dem Betrüger Senioren gnadenlos aufs Kreuz legen und um Bargeld erleichtern. Scheint zu wirken ... Das hat ein 22-jähriger Student am eigenen Leib erfahren. Bei der Fahrt zu Freunden merkte er: "Oh Mist, Geld vergessen. Da ruf ich mal Oma an." Doch die alte Dame traute dem Braten nicht und hat die Anrufe ihres Enkels einfach ignoriert. Also ist er...

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Oooommmm auf der Landebahn

Judith Schmitz
Judith Schmitz | Bottrop | am 03.11.2017

Was rege ich mich eigentlich über auf der Autobahn herumschleichende LKW auf, die den Verkehr blockieren? Pillepalle! Wäre ich Pilotin in Alaska, hätte ich ganz andere Probleme. Nicht nur Eis und Schnee und schlechte Sicht, nein. Da liegt dann auch schon mal eine Robbe mitten auf der Landebahn und macht ihr Mittagsschläfchen. Dumm gelaufen für die Passagiere - erklären Sie so einem Koloss mal, dass er sich vom Acker machen...

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Die lieben Nachbarn ... 3

Monika Meurs
Monika Meurs | Moers | am 30.10.2017

Man ist gesegnet, wenn Nachbarn einem wohlgesonnen sind. Denn: Sie passen ein bisschen auf, wenn man mal im Urlaub weilt, haben immer nen Apfel, ein Ei oder ein Wärmepflaster zur Hand, lauschen auf seltsame Geräusche und plauschen gern mal am Balkonrand oder am Gartenzaun miteinander.Bösartige Gesinnung?! So weit, so gut. Es gibt aber auch solche Nachbarn, die ein ganz anderes Auge auf die Umgebung geworfen haben; nämlich...

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Jetzt schon Weihnachtsbäume? Alles zu seiner Zeit

Sabine Justen
Sabine Justen | Duisburg | am 30.10.2017

Sommer(-zeit) ade! Seit der Uhrumstellung am Wochenende befinden wir uns - leider - wieder im Wintermodus. Und das gefühlt wie immer viel zu früh. Wir haben doch gerade erst noch im Straßencafé den Cappuccino genossen. In der Zeit vertan scheint sich auch die Stadt. Bereits vergangene Woche, also noch im "Sommermodus", machten sich Arbeiter frisch ans Werk, auf der Königstraße die blauen Tannenbäume zu installieren. Der...

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Ich will ne Drohne!

Judith Schmitz
Judith Schmitz | Bottrop | am 26.10.2017

Aus dem Tagebuch einer Pendlerin im Oktober 2017 - nur ein paar Beispiele: Großbaustelle auf der A43, LKW knutscht Kleinwagen in der Auffahrt - nichts geht mehr. Täglicher Dauerstau auf dem Heimweg, und dann wird noch meine Bundesstraße gesperrt - stop and go durch die ganze Stadt. Nochmal ne halbe Stunde drauf. LKW, die den Vordermann, der 80 fährt, auf der dreispurigen A2 mit rasanten 90 überholen, plus Dreier-Buskolonne,...

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Stadtspiegel-Kolumne von Seite 1: "Brücken-Phobie" 2

Ich geb's ja zu: Ich habe eine stark ausgeprägte pessimistische Ader in mir. Auch, wenn ich mich immer wieder selbst dazu zwinge, das zu 50 Prozent gefüllte Glas als "halbvoll", statt als "halbleer" zu sehen. Beim Stichwort "Brücken" fällt mir zuallererst das Negative ein. Also zum Beispiel der Abstand zwischen A und B, den eine Brücke verbindet. (Diese Strecke muss man erstmal hinter sich bringen.) Und natürlich der...

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Armes Duisburg? Wir können auch anders!

Sabine Justen
Sabine Justen | Duisburg | am 17.10.2017

Liebe Freunde aus dem Ländlichen, danke dass Ihr Euch mal Duisburg angeschaut habt. Und danke für Eure zahlreichen, freundlichen Kommentare. Ja, es ist schon erstaunlich: so viel Grün hier! Wer hätte das gedacht? Auch in Duisburg gibt es Bäume und - man glaubt es kaum - an manchen Stellen davon ganz viele: Waldflächen nennt man das dann. Boah: Sogar Seen und Flüsse, auf die man gemütlich schauen kann. Ja, stimmt. Wir...

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Stadtspiegel-Kolumne von Seite 1: "Das Leben ist ungerecht"

Kennen Sie das? Es gibt Tage, da denkt man, dass einem alle "Mensch-ärger-Dich-nicht"-Chuckys gleichzeitig auf dem Spielfeld des wirklichen Lebens auf den Fersen sind. Und dann hat man auf einmal tagelang das Gefühl, eine Tarnkappe aufzuhaben. Als wäre man unsichtbar. Alle ignorieren mich! Auf dem Zebrastreifen werde ich auf "meiner" Seite beinahe umgerannt. Im Kreisverkehr nimmt man mir dreist die Vorfahrt. An der...

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Käse in der Karre 3

Judith Schmitz
Judith Schmitz | Bottrop | am 10.10.2017

Einmal in der Woche, am Freitag, mache ich meinen Großeinkauf. Dann schleppt mein kleines rotes Auto einiges nach Hause. Da ich aber nur einen Teil von dem ganzen Zeug auf einen Schlag in den ersten Stock gehievt kriege, bleibt der Kram, der nicht in den Kühlschrank muss, erstmal im Kofferraum. Kann natürlich mal passieren, dass ich was übersehe. So wie den Camembert. Der lag dann zwei Tage im Auto. Und machte das, was...

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Stadtspiegel-Kolumne von Seite 1: "Stimmungssache!

Manche Stadtspiegel-Leser wissen's: Früher habe ich mal selbst aktiv Musik gemacht und die Tasten von Synthesizern, E-Pianos und Orgeln "gequält". Die Keyboardklänge von Genesis, Yes, Pink Floyd und anderen "Proggern" waren die großen Vorbilder. Doch diese aktive Zeit ist lange her. Ein paar der Instrumente habe ich aber noch behalten und manchmal frage ich mich, ob man ihnen nach mehreren Jahrzehnten wohl noch...

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Stadtspiegel-Kolumne von Seite 1: "'Exklusiv' statt 'Ente'"

"Eigentlich" hatte ich vor der Wahl eine Glosse darüber schreiben wollen, dass ich mich wundere, warum denn hierzulande nicht mehr Menschen mindestens ebensoviel Interesse an Parlamentswahlen haben wie an einer Fußball-WM. Doch man kann ein Volk, das für "das Runde ins Eckige" schwärmt, offenbar nicht kollektiv dafür begeistern, "das Eckige (Kreuzchen) ins Runde" zu machen. Dass Wahlen aber genauso spannend sein können...

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Achterbahn im Stau

Sebastian Fink
Sebastian Fink | Herne | am 26.09.2017

Wer im Ruhrgebiet mit dem Auto unterwegs ist, muss geduldig sein. Das ist sicherlich keine große Neuigkeit mehr. Ob vor oder nach der Arbeit, es ist eigentlich immer voll auf den Straßen. Doch auch wenn ich das mittlerweile weiß, fällt es mir trotzdem schwer, stets geduldig zu sein. Vor allem im Stau durchlebe ich oft eine Achterbahn der Gefühle Wut, Frust, Zynismus, Resignation. Es ist alles dabei. Auch Selbstgespräche...

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Das leibliche Wohl 3

Silvia Decker
Silvia Decker | Emmerich am Rhein | am 12.09.2017

Wie geht es Ihrem leiblichen Wohl? Hoffentlich gut! Wir Redakteure haben damit zuweilen aber ein Problem. Generationen von Journalisten haben bereits an der einen perfekten Formulierung gefeilt. Denn ob auf einem Fest, bei Umzügen, bei Fußballspielen- überall ist immer für das "leibliche Wohl" gesorgt. Das hat auch einen ganz bestimmten Grund. Dieser Ausdruck ist einfach sehr kurz und erspart uns Journalisten damit...

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Tod auf Urlaub

Judith Schmitz
Judith Schmitz | Bottrop | am 05.09.2017

Was viele von Ihnen nicht wissen: Ich bin nicht nur Schreiberling, ich forsche auch. Am liebsten an meinen Kollegen. Neulich habe ich die Spezies "Fremd-Hypochonder" entdeckt. Der hat nicht bei jedem Pups Angst, selbst tödlich erkrankt zu sein, der macht sich Sorgen um die anderen im Team. Und hat bei jedem Nieser am Nachbarschreibtisch sofort alle möglichen angeblich hilfreichen Substanzen zur Hand. Wobei ich ja den...

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Stadtspiegel-Kolumne von Seite 1: "Verkauf-soffen

Drehen wir doch mal die menschliche Seite der Medaille nach oben - denn aus Wirtschafts- und Stadtmarketing-Sicht wurde zu verkaufsoffenen Sonntagen schon viel geschrieben. Eine vergleichsweise kleine Zahl von Bürgerinnen und Bürgern, die im Einzelhandel tätig ist, soll mehr oder weniger (un-) freiwillig dafür sorgen, dass Menschenmassen auch an Sonntagen Lustgewinn erzielen. Damit die - nicht nur, aber auch - bei...

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Stadtspiegel-Kolumne von Seite 1: "Ein Slogan für alle"

Die Bundestagswahl naht - und (fast) keinen interessiert's! Zumindest, wenn ich mich in meinem Bekannten- und "Informanten"-Kreis so umhöre, schwappt mir eine Riesen-Tsunamiwelle von Wahldepression entgegen. Ganz abgesehen davon, dass "Wahlmüdigkeit" in Deutschland ohnehin eine Dauerinfektion zu sein scheint, dürfte manchem jetzt der konkrete Anreiz fehlen, sich vom Sofa aufzuraffen und im Wahllokal seine Kreuzchen zu...

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Das Prinzip Hoffnung, oder: Wie der miese Sommer es aus der Armleuchter-Falle schaffen kann 8

Dirk Bohlen
Dirk Bohlen | Wesel | am 30.08.2017

Ey sachma, Du hast doch wohl nicht geglaubt, dass Du so einfach davonkommst! Du hast doch wohl nicht wirklich gedacht, dass ich Dir nicht mal richtig meine Meinung geigen würde!  Sei still, bis ich ausgeredet habe - Du Dreikäsehoch von einem Sommer. Du miese Mischung aus Herbst und irgendwatt, Du Urlaubsversauer, Du lächerlicher Abklatsch einer Jahreszeit. Setzt dich hin und HÖR gefälligst ZU! Erstens: Du hast meinen...

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Totaler Einsatz

Judith Schmitz
Judith Schmitz | Bottrop | am 25.08.2017

Der Kollege hängt sich echt voll rein. Totaler Körpereinsatz, ohne Rücksicht auf die eigene Befindlichkeit. Nicht nur, dass er extra nach Kirchhellen gezogen ist, um sich von den dortigen Fachleuten in Sachen höherer Unsinn weiterbilden zu lassen. Erfolgreich, muss man sagen, aber die Grundlagen waren auch da. Er lässt uns auch an seinen neuesten Erkenntnissen teilhaben. Anders ausgedrückt: Er benutzt uns zu...

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Du machst das schon

Sebastian Fink
Sebastian Fink | Herne | am 24.08.2017

Es ist alle zwei Jahre dasselbe: hoffen, bangen, zittern, beten. Denn dann ruft wieder der TÜV. Mein Auto ist mittlerweile volljährig und hat so seine gewissen Mängel. Ich nenne diese zwar lieber "Charakterzüge", aber der TÜV-Prüfer sieht das etwas anders. Glücklicherweise habe ich einen Freund, der Kfz-Meister ist und meinen Wagen vorher repariert. Ich weiß nicht, wie er es jedes Mal wieder schafft, meine Karre...

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Stadtspiegel/Wochen-Anzeiger-Kolumne von Seite 1: "Anonym und inkognito" 3

Ups, so war das aber nicht gedacht gewesen ... "Namen sind Schall und Rauch" (also praktisch: nichts) hatte ich kürzlich in einer Titelglosse philosophiert und behauptet, dass ich diese weit verbreitete Ansicht nicht teile. Daran, dass mich das Thema aber im Handumdrehen selbst betreffen könnte, hatte ich in diesem Zusammenhang nicht gedacht. Hat es aber! Da sind doch tatsächlich meine letzten Kolumnen im Stadtspiegel...

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Einsatzkräfte hatten tierisches Wochenende

Annette Schröder
Annette Schröder | Schwelm | am 16.08.2017

Leider ist auch am vergangenen Wochenende in der Region einiges passiert, das Feuerwehr und Polizei auf den Plan rief: Samstagnacht wurde in Schwelm ein Drogendealer festgenommen, am Sonntag krachte es auf der A43, es gab einen Einbruch, ein Motorrad wurde umgeworfen und und und. Doch am kuriosesten ging es in Ennepetal zu. Schon in der Nacht zum Samstag verschafften sich Unbekannte Zutritt zu einer Forellenzuchtanlage,...

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Schaukeln gegen Stress

Nicole Martin
Nicole Martin | Witten | am 15.08.2017

Guten Tag! Mittzwanziger, die im Freibad auf aufblasbaren Einhörnern reiten, schrille Kostüme auf Festivals tragen, den Kindern auf dem Spielplatz Konkurrenz machen und Fotos aus ihrer Kindheit nachstellen - in unserer Generation, die irgendwie zwischen den Stühlen steht, scheint sich ein Bedürfnis breit zu machen, das ich mangels eines anderen Begriffs Infantilisierung nenne: der Wunsch, die Uhr für einen Moment...

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Vererbt plemplem 4

Judith Schmitz
Judith Schmitz | Bottrop | am 15.08.2017

Meine Mama war in manchen Dingen ganz schön speziell. Weniger nett ausgedrückt: etwas plemplem. Windige Vertreter an der Haustür? Immer herein damit. Namen? Schall und Rauch. Verabredung zum Kino? Immer wieder gerne vergessen. Orientierung? Konnte man sich gut drauf verlassen, wenn man garantiert nicht am Zielort, sondern in Hintertupfingen ankommen wollte. Die ganze Familie hat auch schon stundenlang die verlegte Brille...