Uedems Pastoralreferent Wolfgang Feldmann: "Alle geben dieser Gemeinde ein Gesicht!"

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Uedem: St. Fransziskus |

Am Sonntag, 21. Juni, wird Wolfgang Feldmann, der Pastoralreferent der St. Franziskusgemeinde Uedem, mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Empfang im Pfarrheim aus Uedem verabschiedet und nach Kleve wechseln.

von franz geib

1.Herr Feldmann, Sie waren rund 22 Jahre in der Gemeinde St. Franziskus tätig und haben in dieser Zeit verschiedene ehemalige Projekte, Gottesdienst für Demenzkranke, Café Konkret, Runder Tisch für Asysuchende, ambulante Hospizgruppe der Malteser, die heute zu den „Standardaufgaben“ der Gemeinde zählen, mit angestoßen. Auf welche sind Sie besonders stolz?

„Auf jedes einzelne, weil es Projekte sind, bei denen eine große Anzahl Ehrenamtlicher mitwirken. Dadurch geben alle diese Menschen der Gemeinde, der Kirche, ein Gesicht. Und es sind Projekte, die das aufgreifen, was in heutigen Zeit und Gesellschaft einfach dran ist. Das ist die Chance der Kirche in der heutigen Zeit, damit wir kein anonymes Etwas werden, sondern mitten drin, bei den Menschen sind.“

2. Sie haben, wie man so schön sagt, viel Herzblut und Zuwendung gegeben und waren eng mit ihren Gemeindemitgliedern verbunden. Wie schwer fällt Ihnen persönlich der Abschied?

„Wenn man nach rund 22 Jahre geht, verlässt man nicht nur einfach Gemeindemitglieder, sondern viele Weggefährt/innen und Freude, die gemeinsam mit dem Pastoralreferenten den Glauben in der Gemeinde gelebt und verkündet haben. Also schweren Herzens! Aber ich glaube, nach so einer langen Zeit ist auch vieles zur Routine geworden. So freue ich mich auf den Neuanfang, denn darin siehe ich Chancen für mich persönlich und für die Gemeinde St. Franziskus Uedem.“

3. Ihr Engagement in Kleve (Materborn und Reichswalde) führt Sie zurück zu ihren Wurzeln, die Gemeinde ist Ihnen nicht neu. Was glauben Sie wird sich dort verändert haben, was erwarten Sie?

„Fast zurück zu den Wurzeln. Ich war von 1984 bis 1993 in der Nachbargemeinde, der Klever Stifts-pfarre tätig. Ich denke aber, dass die Situation der Kirche in Uedem und in Materborn und Reichswalde ähnlich ist.
Es gibt noch eine gute Zahl an Christen, die man zur „Volkskirche“ zählt. Die also von Kindheit an gewohnt sind, ihren Glauben zu praktizieren. Und es gibt eine zunehmende Zahl, die zur „Entscheidungskirche“ zählt, die man durch gute Seelsorge und zeitgemäße Angebote davon überzeugen muss, dass es sich lohnt ein Christ zu sein.“

4. Die Gemeinde Uedem kann stolz sein auf ihrer Jugendarbeit, die Sie entscheidend mitprägten. Wie begegnen Sie den Jugendlichen, um sie zur Mitarbeit zu bewegen?

„Da ich kein „Berufsjugendlicher“ bis zu Rente sein wollte, habe ich vor gut 10 Jahren den Bereich Jugendarbeit verlassen. Es ist eigentlich ein alter Hut, aber mir fällt immer wieder der Begriff: „personales Angebot“ ein. Die Jugendarbeit braucht verlässliche und präsente Ansprechpartner, damit Kinder und Jugendliche sich auf kirchliche Gruppen einlassen können. Das muss auch nicht der Pastor oder der Pastoralreferent sein. Kirchliche Kinder- und Jugendarbeit sehe ich heute mehr denn je als Dienst an den jungen Menschen. Kirche gibt ihnen Orientierungshilfen und rekrutiert nicht für den Gottesdienstbesuch. Wenn‘s dann doch klappt, hat man vorher vieles richtig gemacht.“

5. Was muss Kirche ihrer Meinung nach tun, um auch weiterhin positiv in die Zukunft blicken zu können?

„Einiges davon klingt ja schon in den vorherigen Antworten durch. Die Menschen annehmen, so wie sie sind. Ihnen gut zu zuhören und schauen, was sie bewegt. Die Sinus Milieu Studie sagt, dass es in der Bundesrepublik 10 Milieus gibt. Davon erreicht die Kirche im Moment nur noch maximal zwei. Eine große Aufgabe besteht also darin, unsere Seelsorge so zu differenzieren, dass es uns gelingt, Menschen aus weiteren Milieus von unserem Glauben und Angeboten zu überzeugen.“

6. Ein Blick in die Zukunft: Sie waren 23 Jahre in Uedem tätig. Wo steht die Kirche in 20 Jahren?

„Egal ob nun in Uedem, Materborn oder Reichswalde - hoffentlich mitten drin!“
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