"Aloha" - Pfarrer aus Hawaii predigte in der Stadtkirche

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Gemeinsam mit Pfarrerin Barbara Dietrich bereitete Rev. Dr. Olaf Hoeckmann-Percival aus Hawai den gemeinsamen Gottesdienst in der Stadtkirche vor. (Foto: Anja Hirsch)
Unna: Ev. Stadtkirche Unna | Von St. Reimet

Ein exotischer Gast besuchte jetzt die Mitmachkantate in der Stadtkirche. Auf Einladung einer Familie aus Unna lenkte Rev. Dr. Olaf Hoeckmann-Percival(55) aus Hawaii den Blick auf Wege der Versöhnung und seine Ansichten zur Reformation. Im geblümten Hemd übermittelte er den Segen und legte Kantorin Hannelore Höft erst mal eine Muschelkette um.

Die Familie von Anja Hirsch verbindet ein Auslandsaufenthalt ihres Sohnes Niklas im Haus des Pfarrers, auf Kauai mit dem Kirchenmann. Zwei Monate lernte Niklas als Elftklässler die Lebensweise dort kennen. Und als er und seine Mutter davon erfuhren, das der Reverend in der Schweiz predigt und auch nach Mainz fuhr, luden sie ihn über die Ev. Kirche Unna spontan in die Hellwegstadt ein. „Er ist sehr klug und vermittelt eine neue Perspektive auf die Dinge“, so Anja Hirsch. Und hat eine Verbindung zu Deutschland, dem Heimatland seines Vaters und zwei Jahre verbrachte er als Schüler in Ulm, bevor er in Kalifornien ein Studium aufnahm.

Muschelkette

Die Kirchenbesucher der MitmachKantate, im Rahmen des Reformationsjahres als Austausch der westfälischen Landeskirche mit der Partnerkirche UCC (United Church of Christ), überraschte er schließlich im lässigen Hawaiidress, begrüßte die Bläser aus Graz und die Philipp-Nicolai-Kantorei, die den Gottesdienst mitgestalteten. Ein spezielles Präsent legte er Kantorin Hannelore Höft um, eine Muschelkette aus seiner Heimat. Auf Augenhöhe mit der Gemeinde predigte Rev. Dr. Olaf Hoeckmann-Percival nicht von der Kanzel sondern vom Lesepult. Die begann mit einem „Aloha“, die Bedeutung erklärte er auch sofort. „Fließender Atem“ bestimmte denn auch seine Predigt. Ausführlich ging er auf das Reformationsjahr ein und zeigte Gemeinsamkeiten mit Hawaii auf, das mehrheitlich protestantisch ist.

Versöhnung

Unter Reformation verstehe er nicht die „Rundumerneuerung“, sondern etwas in Ordnung zu bringen, in einen guten Zustand zu überführen. Brauch sei es auf Hawaii in der Waimea United Church of Christ , möglichst viel über die Versöhnung zu regeln. Er betonte, Luthers Verdienste zu würdigen sei angesagt, auch von Seiten der Katholischen Kirche. „Ho-oponopono“ nennt sich das Ritual der Versöhnung und Inordnungbringens auf friedliche Art, nicht nur über Gesetze. Das Nachsprechen fiel den meisten Kirchgängern nicht so leicht. "Ho-oponopono" untermalte er mit einem Beispiel. So habe er einen jungen Mann mit Drogen überrascht und die Polizei reagierte eher böse ob dieser „Lapalie“. Später erwischte er ihn nochmals und informierte jetzt die Großmutter. Die rief die Familie zusammen, sich darum zu kümmern. Mit Erfolg, später sei aus dem Jungen das vorbildlichste Mitglied der Gemeinde geworden. Am Ende des Gottesdienstes sprach der Amerikaner zusammen mit Pfarrerin Barbara Dietrich einen Segen auf ganz eigene Art aus. Aus dem Dom von Mainz hatte er Gummibärchen in Form einer Kirche mitgebracht. Symbolisch empfahl er, den Glauben auch auf diese Weise zu verinnerlichen.
Das Gemeindefest ließ sich der Reverend nicht entgehen und sprank sogar barfuß in der Hüpfburg eifrig mit. Botschaft auch hier: "Lockerheit lernen und die Tiefe des Gefühls erleben."
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