Der Esel - das wertvolle Wahrzeichen von Unna

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Stefanie Schnabel und Klaus Thorwarth
 
Das Nicolaihaus am Abend von der Nicolaistraße
Unna: Nicolaihaus | Donnerstag, 12. November 2015 I 19:00 Uhr

Ich bin ein echter Unnaer Esel



so begann Klaus Thorwarth seine spannenden Ausführungen zu der an jedem zweiten Donnerstag im Monat stattfinden Vortragsreihe des SGV-Heimatvereins und der Geschichtswerkstatt Unna.

Mit dem Satz: „Ich bin ein echter Unnaer Esel“ hatte der vor 78 Jahren in Unna geborene Klaus Thorwarth die richtige Atmosphäre bei den Besuchern geschaffen. Seine Motivation, sich immer wieder mit dem „Unnaer Esel“ zu beschäftigen, begann schon im Alter von 10 Jahren. Damals wurde er von einem Bauern in Frömern mit „Unnaer Esel“ begrüßt. 1950 im Festzug der Unnaer 700-Jahr-Feier lief er als 13-Jähriger hinter dem Esel, der den Festzug anführte, her. Als er 59 Jahre alt war, trat er in der „Hölle Unna“ im Zentrum für Information und Bildung als Esel mit Maske und dem ersten Esel-Gedicht auf.

Esel, Maultier und Mensch
Der Mensch domestizierte den Esel als eines der ersten Haustiere schon vor 6000 Jahren in Nordafrika und ohne den Esel ist die menschliche Zivilisation nicht denkbar, sagte Klaus Thorwarth. Der Charakter dieses Tieres ist einmalig: Esel sind anspruchslos und ausgeglichen, geduldig treu und unermüdlich bis zur Erschöpfung. Warmes Klima und sparsame Kost sind für sie lebensnotwendig, kalte und feuchte Klimazonen verursachen gesundheitliche Probleme. Die Lebenserwartung eines Esels: 40 Jahre.

Maultiere sind von besonderem Wert
Als Kreuzungen (Hybriden) von Esel und Pferd vereinen sie positiven Eigenschaften beider Tiere. Das ist eine Einmaligkeit, und Klaus Thorwarth fügte noch hinzu:
Bei Konrad Lorenz und im Lexikon der populären Irrtümer findet man „Das Maultier ist klüger als das Pferd“. Und der berühmte Charles Darwin schrieb schon 1835: „Das Maultier scheint mir ein sehr erstaunliches Tier zu sein“. Es macht den Anschein, dass die Kunst die Natur übertroffen hat.
Bei vielen Menschen gilt der Esel fälschlich als dumm. Die moderne Bewertung, wie es ein Professor bei einem Biologievortrag festgestellt hat, ist anders.

Ja, man konnte Thorwarth´s Begeisterung für den Esel richtig spüren
In einer Diaschau zeigte er anschaulich die Geschichte des Esels von Unna. Vor 10 Jahren gab es zuletzt einen Vortrag über den Esel im Nicolaihaus. Vieles hat sich in den Jahren getan. So sind die vielen großen bunten Esel ab 2009 in der Stadt zu finden. Es sind 25 Esel, die vielfältig farbig und firmentypisch gestaltet wurden. Diese Aktion wurde von Unnaer Händlern und Unternehmen ins Leben gerufen und finanziert.

Informationen zur bronzenen Esels-Plastik auf dem Unnaer Markt
Sie fehlten an diesem Abend nicht. Es ist das am meisten fotografierte Kunstwerk unserer Stadt. Sie wurde Josef Baron (95 Jahre) geschaffen. Er ist der letzte noch lebende der vier überregional bedeutenden Unnaer Künstler. Fast 200 Kirchen zieren seine Kunstwerke und es gibt nur wenige weltliche Plastiken von ihm.

Bei einem Besuch im Künstlerhaus
entdeckte Klaus Thorwarth ein Gipsmodell „Jesus auf dem Esel beim Einzug in Jerusalem" von Baron. Es ist der einzige im Neuen Testament erwähnte Esel.
Aus Liebe zu dem wertvollen Wahrzeichen unserer Stadt entstand 2014 der goldfarbene Bronzeguß. Bewundernswert ist die Tatsache, stellte Klaus Thorwarth fest, dass sich Herr Baron trotz seiner Erblindung immer noch künstlerisch beschäftigt.

Mit ein wenig Stolz und Freude zeigte
Klaus Thorwarth den bisher unter einem Tuch verdeckten Bronzeguß.
Das war der besondere Höhepunkt seines 48. Vortrags über das Unnaer Symboltier und schmückt jetzt die Wohnung des Unnaer Eselexperten.

Mit dem Vortrag seines Gedicht`s
Die Wahrheit über „Esel Unna“
das mit den Schlusszeilen endet ging dieser interessante und spannende Abend im Nicolaihaus zu Ende.

„Der Bürger steht zum Esel hier, zeigt auf dem Markte ihn als Zier.
Ja, er gefällt, das merkt man schon. Und - er hat schließlich Tradition:
Symbol aus längst vergang'ner Zeit für Bürger-Tugend, Eigenheit:
Treu, genügsam. Laut und leise. Höchst geduldig. Störrisch? ----- Weise!“



Fotos © Jürgen Thoms
17.11.15 11:56:32
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Helmut Zabel aus Herne | 17.11.2015 | 17:03  
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Elisabeth Jagusch aus Schermbeck | 17.11.2015 | 18:40  
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