Festliche Amtseinführung von Rabbinerin Natalia Verzhbovska

Anzeige
Obere Reihe Rabbiner Nils Ederberg, Rabbiner Dr. Daniel Katz, Rabbinerin Gesa Ederberg, Kantor Paul Yuval Adam, Rabbiner Dr. Edward van Voolen, Untere Reihe Irith Michelsohn, Gisela Habekost, Alexandra Khariakova, Natalia Verzhbovska, Sonja Guentner
 
Rabbinerin Natalia Verzhbovska
 
(von links) Heinrich Böckelühr, Herman Hupe, Christine Busch, Hartmut Ganzke, Friedrich-Wilhelm Rebbe, Landrat Michael Makiolla, Sonja Guentner, Natalia Verzhbovska, Christine Hupe, Ina Scharrenbach, Alexandra Khariakova, Werner Kolter, Hans-Martin Böcker
Unna: Synagoge der Jüdischen Gemeinde | Sonntag, 16. Dezember 14:30 Uhr

Herzlicher Empfang für Natalia Verzhbovska



Der Landesverband Jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen e.V. hatte zu dieser feierlichen Amtseinführung der ersten Rabbinerin in Nordrhein-Westfalen
eingeladen. Unter den Gästen waren die drei Liberalen jüdischen Gemeinden, Gescher laMassoret e.V.  Köln, Perusch e.V. Oberhausen und Mitglieder der Unnaer Gemeinde «haKochaw», Vertreter der Kirchen, aus der Politik, aus der Wirtschaft und aus dem Freundeskreis der Jüdischen Gemeinde. Viele hatte die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde «haKochaw» Alexandra Khariakova in ihrer Begrüßung aufzuzählen. Vielen hatte sie zu danken.

Mit einem feierlichen, beeindruckenden Gottesdienst mit Rabbinerin Natalia Verzhbovska, dem Rabbiner Dr. Edwart von Voolen und Kantor Paul Yuval Adam, begann der Nachmittag. Die Orgelbegleitung hatte Kirchenmusikdirektor Johannes Vetter übernommen.

Grußworte überbrachten
die Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen Sonja Guentner, der Landrat des Kreises Unna Michael Makiolla, der Bürgermeister der Kreisstadt Unna Werner Kolter und der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Unna Hans-Martin Böcker.
Sie alle brachten es auf einen Punkt
Die Jüdische Gemeinde «haKochaw» für den Kreis Unna e.V. ist selbstverständlicher Bestandteil unseres Gemeinwesens. Sie ist fester Bestandteil des öffentlichen und kulturellen Lebens und hier nicht mehr wegzudenken. Alle sagten der neuen Rabbinerin in ihrem Amt und der Gemeinde ihre Unterstützung zu.
Die musikalische Begleitung am Klavier und Gesang hatte Lars Urmanski.

Der anschließende Empfang des Landesver­bandes Jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen e.V. rundete diesen besonderen Tag ab.


Rabbinerin Natalia Verzhbovska
Sie ist die erste Rabbinerin in Nordrhein-Westfalen nach dem Zweiten Weltkrieg. Die gebürtige Ukrainerin betreut die liberalen Gemeinden Köln, Oberhausen und in Unna. Sie ist 46 Jahre alt und hat ihre Ausbildung am Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam absolviert.
Auch diese Einrichtung wird von den Liberalen Juden in Deutschland geleitet. Dass Frauen als geistliche Leitfiguren an der Spitze jüdischer Gemeinden stehen, ist nur in nicht-orthodoxen Gemeinschaften möglich und in Deutschland bislang selten. Natalia Verzhbovska gehört zu einer von fünf Rabbinerinnen in Deutschland.
Sie wurde hier in Massen nach dem Gottesdienst besonders herzlich empfangen.


Rede von Landrat Michael Makiolla auf der Amtseinführung von Rabbinerin Natalia Verzhbovska
zu Ihrer heutigen Amtseinführung spreche ich Ihnen, liebe Frau Verzhbovska, die besten Wünsche der Menschen im Kreis Unna aus.
Ich freue mich, dass die jüdische Gemeinde hier in Unna ab jetzt von einer Rabbinerin seelsorglich betreut wird.

Nach vielen Jahren des Aufbaus dieser Gemeinde tritt nun so etwas wie
„Normalität“ ein. Und das ist für uns alle ein gutes Zeichen.

Jüdische Gemeinden gab es auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands, seit die Römer große Teile dieses Landes beherrscht und Zivilisation und Kultur in diesen Teil Europas gebracht haben, also seit rund 2.000 Jahren.
Seither haben jüdische Menschen die Geschichte unseres Landes nicht unerheblich mitgeprägt und mitgestaltet.
Auch wenn die Geschichte der Juden in Deutschland nicht immer frei von Verfolgung und Diskriminierung geblieben ist.
Unser Land hat jüdischen Interlektuellen und Kulturschaffenden insbesondere in den letzten Jahrhunderten viel zu verdanken.

Allein die Familie Mendelsohn hat Deutschland über mehrere Generationen hinweg vieles gegeben, was uns bis in die heutige Zeit erfreut und interlektuell beschäftigt.
Wir hier in Unna sind ganz eng mit dem großen deutschen Dichter Heinrich Heine verbunden, der diese Stadt nicht nur persönlich besucht, sondern ihr in einem seiner populärsten Gedichte sogar ein ganz kleines Denkmal gesetzt hat.
Dafür sind wir heute sehr sehr dankbar!

Durch die faschistische Gewaltherrschaft ist dies alles zerstört worden und jüdisches Leben ist in dieser Region, wie wo anders auch, im wahrsten Sinne des Wortes ausgelöscht worden.
Das beschämt uns bis in die heutige Zeit!

Umso mehr freuen wir uns, dass es seit einigen Jahren eine neue jüdische Gemeinde hier in Unna gibt, die die abgebrochene jüdische Tradition in unserer Region fortführt.
Das, was einmal vernichtet worden ist, ist nunmehr wieder auferstanden und bereichert unser Gemeinwesen wie in den Jahrhunderten davor.


Heute sind wir im Kreis Unna eine Gesellschaft, in der viele Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen religiösen Glaubens friedlich zusammenleben und eine große Gemeinschaft bilden.
Wir alle tragen gemeinsam Verantwortung für die Zukunft unseres Gemeinwesens.
Von dieser Überzeugung einer gemeinsamen Verantwortung dürfen wir uns auf keinen Fall abbringen lassen.

Weder von denen, die nur eine einzige Religion gelten lassen wollen.
Noch von denen, die die Vielfalt in unserem Land nicht ertragen wollen und sie daher bekämpfen.

Wir alle, die Juden, die Christen, die Muslime, die Aleviten, die Buddhisten, die Hindus, die Anhänger von Naturreligionen und auch die Nichtgläubigen sind hier zu Hause und haben hier bei uns ihre Heimat.

In diesem Sinne heiße ich Sie, liebe Frau Verzhbovska, hier bei uns im Kreis Unna ganz herzlich willkommen.

Schön, dass Sie bei uns sind!



Fotos © Jürgen Thoms
07.12.15 18:08:11


Detailinformationen zum Titelbild
Obere Reihe
Rabbiner Nils Ederberg (Berlin), Rabbiner Dr. Daniel Katz (Allgemeine Rabbinerkonferenz Deutschland), Rabbinerin Gesa Ederberg (Berlin) Paul Yuval Adam (Kantor der Jüdischen Gemeinde Bielefeld), Rabbiner Dr. Edward van Voolen (Abraham-Geiger-Kolleg und Allgemeine Rabbinerkonferenz Deutschland)
Untere Reihe
Irith Michelsohn (Geschäftsführerin der Union Progressiver Juden in Deutschland und Vorsitzende der jüdischen Gemeinde „Beit Tikwa“ Bielefeld), Gisela Habekost ( Freundeskreis «haKochaw»),
Alexandra Khariakova (Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde «haKochaw» und Vorstand der Union Progressiver Juden in Deutschland), Rabbinerin Natalia Verzhbovska,  (Mitglied der  Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland), Sonja Guentner (Vorsitzende der Union Progressiver Juden in Deutschland und Vizepräsidentin der European Union for Progressive Judaism)

Detailinformationen zum Gruppenbild mit Landrat Makiolla
Bürgermeister Heinrich Böckelühr (Schwerte), Bürgermeister Herman Hupe (Kamen),
Christine Busch (Beigeordnete der Stadt Bergkamen), Hartmut Ganzke (Mitglied des Landtags), Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe (Fröndenberg), Sonja Guentner (Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen), Rabbinerin Natalia Verzhbovska, Christine Hupe, Ina Scharrenbach (Mitglied des Landtags), Alexandra Khariakova (Vorsitzende der der Jüdischen Gemeinde) Bürgermeister Werner Kolter (Unna), Hans-Martin Böcker (Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Unna)
1
1
1
7
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
122.752
Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 07.12.2015 | 18:22  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.