Kochen verbindet die Kulturen

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Verständigung wird immer selbstverständlicher für die Förderklasse und die AG Schule ohne Rassismus der Hellweg-Realschule Massen, die unter Anleitung von Koch-Ausbilderin Martina Friese (l.) jetzt gemeinsam internationale Gerichte kochten.
  Unna: Werkstatt Unna | - Anti-Rassismus-AG trifft sich zum 3. Mal mit Flüchtlingsklasse der Werkstatt Unna
Teilnahme am Sprachunterricht und in der Lehrküche mit Flüchtlingen

Um Kontakt mit Flüchtlingen in den eigenen Alltag zu bringen und mehr über deren Schicksal zu erfahren, geht die Arbeitsgemeinschaft Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage (SoR-SmC) der Hellweg-Realschule Massen neue Wege. Mit einer Förderklasse für Flüchtlinge am Berufskolleg der Werkstatt Unna pflegt die AG seit diesem Schuljahr regelmäßigen Kontakt. Und weil Kochen zu jeder Kultur gehört, bereiteten die Schüler jetzt gemeinsam Gerichte aus deren persischen Herkunftsländern zu.

on über 400 Schülern in der Schule der Werkstatt Unna sind knapp 80 Flüchtlinge, die in vier Förderklassen auf ihren Ausbildungs- und Berufsweg vorbereitet werden. Die Verständigung in deutscher Sprache stellte sich beim ersten Unterrichts-Besuch im Berufskolleg als hohe Barriere heraus. "Wir stehen am Anfang", erklärt Sevgican Sensoy, Elementar-Pädagogin des Berufskolleg. Wie Umgangssprache und Grundkenntnisse der Grammatik vermittelt werden und welch klein die Fortschritte zunächst sind, erlebten die Schüler der AG schließlich mit. "Immer wieder in Redesituationen zu kommen ist unser Ziel", so Sevgican Sensoy. Der erste Besuch weckte auf beiden Seiten Interesse an gemeinsamen Aktionen. Bei einem Gegenbesuch in der Hellweg-Realschule erhielten die rund 20 Flüchtlinge, die meisten aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Albanien und Iran, einen Einblick in das Schulsystem. Aus der Arbeitsgemeinschaft mit Schülern der Jahrgänge 9 und 10 kam schließlich die Idee, gemeinsam zu kochen. Kolleg-Schülerinnen aus Syrien und Afghanistan schlugen Gerichte vor und unter der Leitung von Ausbilderin Martina Friese lernten die Hellweg-Realschüler die Zubereitung landestypischer Speisen kennen. Je eine Hälfte der Gäste kochte, während die anderen Gespräche mit den Flüchtlingen führten.

Schüler planen "Flucht-Biographien"

Auf die Frage, wie Deutsche und Ausländer im Alltag in Kontakt treten, schilderten die Migranten ihre Erfahrungen. Zurückhaltung bis hin zur Ablehnung würden sie erleben. Längere Gespräche fänden so gut wie nicht statt. Die Themen Mobilität im Kreis Unna und Ausbildungschancen bestimmten den Verlauf des Gesprächs. Immer wieder kam das Gespräch auch auf die Fluchtwegerfahrungen des einzelnen. "Dreihundert Menschen in einem großen Schlauchboot, teils übereinander, ohne Essen, wir haben Fische roh gegessen", solche und ähnliche Schilderungen ergriffen die Schüler. Fluchtgeschichten möchten sie jetzt in direkten Gesprächen als "Flucht-Biographien" aufzeichnen.
Das zubereitete Essen nahmen alle Schüler schließlich gemeinsam ein. Koch-Ausbilderin Martina Friese bedankte sich bei den Schülern für die Mitarbeit. Das gemeinsame Aktionen dem besseren Kennenlernen der Schüler untereinander dienen und Vorurteile abgebaut werden können, betonten Sevgican Sensoy und AG-Leiter Stefan Reimet. Angedacht ist bereits ein gemeinsamer Ausflug der Schüler.
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