Yiran Zhao ist Stadtkomponistin in Unna

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Yiran Zhao ist Stadtkomponistin in Unna. (Foto: privat)

Die Suche nach einer Stadtkomponistin für Unna ist entschieden: Die Jury hat sich für die 1988 in China geborene Komponistin und Medienkünstlerin Yiran Zhao entschieden.

Die chinesische Komponistin und Performance-Künstlerin studierte Komposition in China und Europa bei Lida Zhang, Guoping Jia, Caspar Johannes Walter, Erik Oña und Carola Bauckholt sowie Orgel bei Jörg-Hannes Hahn. Sie erhielt viele Preise und Stipendien, zuletzt von der Akademie der Künste in Berlin. Zhao arbeitet mit zahlreichen KünstlerInnen und Ensembles wie dem ensemble recherche, Ensemble Phoenix Basel oder dem Philharmonia Chor Stuttgart zusammen.

Ihre Kompositionen werden auf Festivals in Europa, Asien und Amerika aufgeführt. Aktuell ist sie mit mehreren Kompositionen und als Dozentin beim International Festival Bergerault (ES) vertreten. Yiran Zhao lebt derzeit in Linz (A).
Das Projekt „Stadtkomponistin In Unna“ ist thematisch gebunden und will Wechselwirkungen zwischen künstlerischer Praxis und der Stadtgesellschaft entwickeln. Unter dem Titel „Mit fremden Ohren gehört“ wird sich Yiran Zhao künstlerisch mit dem Eigenem und dem Fremden auseinandersetzen.

In regelmäßigen Werkstattgesprächen können die Unnaer Bürgerinnen und Bürger die Komponistin kennen lernen und sich über das Leben in Unna austauschen. Leben und arbeiten wird die Komponistin im historischen Altstadtviertel von Unna, im Buhre-Haus direkt gegenüber dem Nicolaihaus, in dem die Internationale Komponistinnen-Bibliothek ihren Sitz hat.

Stipendium der Sybil-Westendorp-Stiftung

Die Sybil-Westendorp-Stiftung hatte ein zweimonatiges Stipendium in Unna sowie eine Auftragskomposition, die mit 5.000 Euro dotiert ist, ausgeschrieben. 54 Bewerbungen waren auf die Ausschreibung „Stadtkomponistin in Unna“ eingegangen.

Die Jury mit der Komponistin Carola Bauckholt, der Dirigentin Susanne Blumenthal, dem Komponisten Gordon Kampe, der Musikverlegerin Renate Matthei und dem Musikjournalisten Raoul Mörchen begründete ihre Wahl mit der hohen Qualität der Kompositionen von Yiran Zhao sowie ihres genreübergreifenden Ansatzes, mit dem sie neues kompositorisches Material erschließe. Yiran Zhao sei als Komponistin an einem Punkt, an dem mit der Förderung durch das Stipendium verbunden mit der Uraufführung der Auftragskomposition ein entscheidender Impuls für die Karriere gesetzt werden könne. Yiran Zhaos Arbeiten für Ensemble zeigen einen fein ausgearbeiteten polyphonen Satz. Sie verbindet darin klassische Spielweisen europäischer und asiatischer Instrumente mit neuen Spieltechniken wie präpariertes Klavier oder bestimmte Griff- und Blastechniken. Ihre musikalische Phantasie weitet sich auf visuelle Elemente aus. Lichtquellen und Video sind selbstverständliche Teile ihrer Kompositionen. Typisch ist ihr Interesse an Körperbewegungen. So entstand zum Beispiel ein Werk für vier Dirigenten, deren Musik rein durch den Rhythmus der Bewegungen erzeugt wurde. Sie geht sogar so weit, dass sie quasi taktile Musik komponiert. In ihrem Stück für einen Publikumskopf spielt ein Schlagzeuger zarte Bewegungen und Rhythmen auf Haar und Ohren eines Besuchers. Die Musik ist nur vom Einzelnen hörbar durch die eigene Schädelresonanz.
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