Aus Unnaer Max Bahr wird Globus - Hoffnung für Mitarbeiter?

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Rettung erfolgt - Hoffnung für Mitarbeiter (Foto: Archiv)
Unna: Max Bahr Markt |

Christopher Seagon, Insolvenzverwalter von elf Gesellschaften aus dem Praktiker Konzern, hat den Max Bahr-Markt in Unna nach einem Bieterverfahren an die Globus Gruppe aus dem Saarland verkauft. Die Übernahme der Immobilien durch die Globus Gruppe ist spätestens zum 1. März 2014 geplant.

Rechtsanwalt Christopher Seagon, Insolvenzverwalter von elf Gesellschaften aus dem Praktiker-Konzern, hat die Immobilien des Praktiker‐Standorts in Marl sowie des in Max Bahr umgeflaggten Standorts in Unna an die Globus Holding verkauft. Entsprechende Kaufverträge hat Seagon gestern (19. Dezember) mit den Verantwortlichen der Globus Holding unterzeichnet.

Die Übernahme soll spätestens zum 1. März erfolgen, über die Höhe des Kaufpreises sowie weitere Details des Vertrages wurde Stillschweigen vereinbart. Der Umbau soll dann zügig vonstatten gehen, die Neueröffnung als globus-Baumarkt soll zeitnah erfolgen. Die ehemaligen Max Bahr-Mitarbeiter sollen dann eine Chance auf Neueinstellung haben. Der Abverkauf der Max Bahr-Waren erfolgt bis Ende Februar.

Die Globus Holding hat sich in einem harten Bieterwettstreit gegen mehrere Interessenten mit dem besten Angebot durchgesetzt.

Die Immobilie in Unna gehört zur Baumarkt Praktiker Objektgesellschaft mbH. Marl und Unna sind die einzigen deutschen Standorte, an denen die Immobilien zum Eigentum von Praktiker gehören.

Die weiteren zirka 230 Standorte sind von insgesamt 160 Vermietern angemietet. Die Vermarktung dieser Standorte läuft nach wie vor auf Hochtouren.

Hintergrund

Am 11. Juli 2013 hatten die Geschäftsführungen von acht operativen Praktiker‐Konzerngesellschaften mit Sitz in Hamburg beim zuständigen Amtsgericht in Hamburg Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Amtsgericht hatte daraufhin Rechtsanwalt Christopher Seagon für alle acht Gesellschaften mit insgesamt etwa 7.600 Beschäftigten (inkl. 2.400 geringfügig Beschäftigte) zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Anfang Oktober wurde dann auch Insolvenzantrag für die Holding‐Gesellschaft gestellt, in der die Anteile an den internationalen Gesellschaften liegen.

Seagon führt die Gesellschaften seit Insolvenzantrag fort und konnte ebenfalls die Finanzierung für die weitere Warenbestellung sichern. Nachdem kein Investor Interesse an einer Übernahme der Baumärkte unter der Marke Praktiker hatte, leitete Seagon den Abverkauf an den Standorten ein, um die leeren Märkte für einen größeren Kreis an Investoren interessant zu machen. Der Abverkauf in den Praktiker Märkten wurde je nach Standort spätestens Ende November 2013 beendet.

Die Max‐Bahr‐Geschäftsführung hatte am 26. Juli 2013 auch Insolvenzantrag für die Baumarkt MB Vertriebs GmbH gestellt. In dieser Gesellschaft sind die 54 Filialen mit etwa 2.800 Beschäftigten (inkl. 820 geringfügig Beschäftigte) eingegliedert, die seit September 2012 von Praktiker auf Max‐Bahr‐Baumärkte umgeflaggt wurden. Die Gesellschaft dieser umgeflaggten Max‐Bahr‐Märkte ist in der gesellschaftsrechtlichen Struktur unter den Praktiker‐Märkten angesiedelt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hatte das Amtsgericht Hamburg Rechtsanwalt Christopher Seagon von der Kanzlei Wellensiek bestellt. Auch hier wurde der Abverkauf eingeleitet und wird spätestens Ende Januar 2014 beendet.
Am 26. Juli 2013 hat die Geschäftsführung von Max Bahr Insolvenzantrag für die Baumarkt Max Bahr GmbH & Co. KG mit den 78 Max‐Bahr‐Bestandsmärkten und etwa 3.600Beschäftigten (inkl. 430 geringfügig Beschäftigte) gestellt. Das zuständige Amtsgericht in Hamburg hatte daraufhin Rechtsanwalt Dr. Jens‐Sören Schröder von der Kanzlei Johlke Niethammer & Partner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Schröder führt alle Standorte seit Insolvenzantrag fort, der Verkauf geht uneingeschränkt weiter. Grundlage dafür war, dass Schröder sich mit wesentlichen Beteiligten über die Finanzierung der weiteren Warenlieferungen einigen konnte. Schröder konnte sich zwar mit zwei potenziellen Investoren auf die Übernahme von Max Bahr als Ganzes einigen, jedoch ist der Verkauf nicht zustande gekommen, da sich beide potenziellen Investoren nicht mit dem Hauptvermieter der Max Bahr Bestandmärkte einigen konnten. Insolvenzverwalter Schröder hat daraufhin den Abverkauf an den Standorten eingeleitet, um so die Chance für Einzelvermarktungen zu erhöhen. Der Abverkauf endet hier spätestens Ende Februar 2014.

Der Vorstand der Praktiker AG hatte am 12. Juli 2013 zudem in Saarbrücken einen Insolvenzantrag für die Konzernholding mit etwa 350 Beschäftigten gestellt. Das Amtsgericht hatte daraufhin Rechtsanwalt Udo Gröner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
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Willi W. Fürstenau aus Unna | 20.12.2013 | 16:28  
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