EK Unna: Syrischer Arzt hospitiert

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Hwmam Hijazi (rechts) hospitiert für drei Monate im EK Unna. Mit Rat und Tat zur Seite stehen ihm Kollegen wie Abdulmajid Ataia, Assistenzarzt in der Unfallchirurgie. (Foto: EK)

Seit einem dreiviertel Jahr ist der Syrer Hwmam Hijazi in Deutschland und blickt voller Hoffnung in die Zukunft. Nicht nur, dass er gerade Vater geworden ist. Er sammelt auch schon erste Eindrücke in seinem Beruf hier in Deutschland. Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie hospitiert im Evangelischen Krankenhaus (EK) Unna.

Das Team der Klinik für Orthopädie hat den 32-Jährigen vor rund zwei Monaten herzlich aufgenommen. Der Syrer schaut seinen Kollegen über die Schulter, lernt Techniken und Behandlungsmethoden kennen – ein allererster Schritt ins deutsche Berufsleben. Aktuell wartet der Syrer auf seine Aufenthaltsgenehmigung. Sobald er sie hat, möchte er erstens seine Fachsprachen-Prüfung ablegen und zweitens seine Prüfung zur Anerkennung der Approbation ablegen. Auch konnte er noch nicht an dem Sprachentest teilnehmen, hat aber dennoch aufgrund seiner täglichen Kontakte im EK „extreme Fortschritte“ gemacht, wie Dr. Matthias Pothmann, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, den Gast in seinem Team lobt.

Die Verständigung mit den deutschen Kollegen funktioniert also schon recht gut. Und wenn es mal hakt, dann übersetzt Abdulmajid Ataia, gebürtig aus Damaskus, gerne. Er arbeitet, wie einige weitere Kollegen arabischer Herkunft, im EK als Assistenzarzt in der Unfallchirurgie und steht mit Rat und Tat zur Seite.

Ganz anderer Alltag

Der Alltag eines Arztes in einem deutschen Krankenhaus sei im Vergleich zum syrischen schon sehr anders, erzählt Hwmam Hijazi und schmunzelt. Allein die Organisation sei viel besser. Außerdem könnten sich Ärzte in Syrien nicht auf geschultes Pflegepersonal verlassen und führten weniger endoskopische Untersuchungen und Eingriffe durch, berichtet der junge Mann. Die Behandlung von Frakturen und Missbildungen sei dagegen häufiger. Hwmam Hijazi hat in Damaskus studiert und arbeitete bis kurz vor seiner Flucht im Al-Madina Private Hospital in Damaskus.

Über den Integration Point des Jobcenters Kreis Unna kam die Verbindung zum EK Unna zustande. Elina Evers, Personalleiterin und -entwicklerin im EK, begrüßt diese Form der „Flüchtlingshilfe“ sehr. „Das EK ist ein christliches Haus und auch seit vielen Jahren ein multikulturelles. Es ist für uns selbstverständlich, dass wir unser Möglichstes tun, um Menschen wie Herrn Hijazi auf ihrem Weg in ein neues Leben zu unterstützen.“
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