Frauen fordern ein Ende der Gewalt

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Gemeinsam mit dem Bürgermeister Werner Kolter und Mitgliedern des Gleichstellungsbeirats haben die Frauen um 11 Uhr die Flagge "Frei leben - ohne Gewalt" am Rathaus gehisst. Bürgermeister Kolter betonte, "Wir dürfen keine Form von Gewalt tolerieren, sondern sind gefordert, genau hinzusehen und zu helfen." (Foto: privat)
Unna: Rathausplatz |

Aus Anlass des Internationalen Tages "NEIN zu Gewalt an Frauen" informierten das Mädchen- und Frauennetzwerk Unna gemeinsam mit dem Frauenforum im Kreis Unna e.V. und dem Zonta-Club Unna-Hamm am Freitag, 22. November, auf dem Wochenmarkt am Rathaus Unna über das Thema.

Viele Frauen erleiden Misshandlungen, körperliche Übergriffe und sexuelle Gewalt. Frauen werden Opfer von Vergewaltigung, Genitalverstümmelung, Zwangsheirat, Frauenhandel. Junge Frauen sind genauso betroffen wie ältere, und behinderte Frauen erleben Gewalt sogar besonders häufig.

Körperliche und seelische Gewalt findet überwiegend im engen Nahbereich statt, den scheinbar sicheren, eigenen vier Wänden. Jede 4. Frau ist von Gewalt durch ihren Ehemann bzw. Partner betroffen. Und oft sind Kinder ebenfalls direkt bzw. mittelbar in die Konflikte der Eltern einbezogen. „Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter“, sagt Josefa Redzepi, Gleichstellungsbeauftragte der Kreisstadt Unna, "und darauf soll diese Aktion aufmerksam machen."

Weitere Fahnen wurden in Unna gehisst vom Evangelischen Kirchenkreis, den Bündnis 90/Die Grünen sowie der Kreisverwaltung. Karola Enners von der Frauen- und Mädchenberatungsstelle betont: „Wir wollen ein Zeichen setzen für ein gewaltfreies Leben in Unna.“

In Unna wurde die Polizei im letzten Jahr in 67 Fällen Häuslicher Gewalt tätig und verwies 22 Gewalttäter aus der gemeinsamen Wohnung. Bis Ende Oktober diesen Jahres waren es bereits 54 Einsätze wegen Häuslicher Gewalt mit 10 Wohnungswegweisungen. 86 Frauen mit 58 Kindern suchten 2012 im Frauenhaus Schutz. Knapp drei Viertel (72%) von ihnen war vom Ehemann bzw. dem Freund oder Lebensgefährten misshandelt worden. 140 Frauen und Mädchen wandten sich wegen physischer und /oder psychischer Gewalterfahrungen an die Frauen- und Mädchenberatungsstelle. Weitere 66 Frauen und Mädchen kamen wegen "sexualisierter Gewalt" zur Beratung.

"Terre des Femmes", eine Menschenrechtsorganisation der Frauen, entwickelte die Fahnenaktion im Jahre 2001 anlässlich des 25. November. Unter dem Motto „Frei leben - ohne Gewalt“ wird sie auch in diesem Jahr im gesamten Bundesgebiet fortgeführt und weit über 6.000 Flaggen gehisst.

In diesem Jahr liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Thema Vergewaltigung. Etwa alle drei Minuten wird in Deutschland eine Frau vergewaltigt. Die Betroffenen leiden meist ein ganzes Leben darunter, während die Täter hingegen nur selten zur Rechenschaft gezogen werden. Momentan wird nur etwa jeder achte angezeigte Sexualtäter verurteilt, viele Verfahren werden frühzeitig eingestellt. Deshalb startet "Terre des Femmes" eine Unterschriftenaktion zur Reform des § 177 des Strafgesetzbuches. Auch in Unna wurden Unterschriften gesammelt.
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Iris-Magdalena Hartmann aus Essen-Ruhr | 24.11.2013 | 08:21  
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Renate Sültz aus Lünen | 24.11.2013 | 13:59  
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Renate Sültz aus Lünen | 24.11.2013 | 13:59  
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Renate Sültz aus Lünen | 24.11.2013 | 13:59  
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Renate Sültz aus Lünen | 24.11.2013 | 13:59  
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Renate Sültz aus Lünen | 24.11.2013 | 13:59  
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Iris-Magdalena Hartmann aus Essen-Ruhr | 24.11.2013 | 20:33  
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Renate Sültz aus Lünen | 24.11.2013 | 20:37  
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Iris-Magdalena Hartmann aus Essen-Ruhr | 25.11.2013 | 08:57  
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