Know-how und Leistungsbereitschaft des Mittelstands sind gefragt

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Otto Kentzler (Handwerkskammer Dortmund), Dr. Philipp Rösler, Udo Dolezych (Industrie- und Handelskammer zu Dortmund) (Foto: privat)
Kreis Unna. Die Mittelstandsinitiative Energiewende unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung der Energiewende. Erklärtes Ziel ist es, energetische Einsparpotenziale in den Betrieben zu finden und die Energieeffizienz zu verbessern. In Anwesenheit des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler, veranstaltete die Handwerkskammer (HWK) Dortmund in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund einen Regionaldialog.

Bundesminister Rösler betonte: „Bei der Energiewende sind das Know-how und die Leistungsbereitschaft des Mittelstandes gefragt. Wir brauchen starke Unternehmerinnen und Unternehmer, die neue Technologien entwickeln, sowie Betriebe, die konsequent auf Energieeffizienz setzen. Zugleich müssen wir alles dafür tun, die Stärke des deutschen Mittelstandes zu erhalten und auszubauen – auch und gerade im Rahmen der Energiepolitik. Ich freue mich über die Gelegenheit, mich beim heutigen Regionaldialog direkt mit den Unternehmerinnen und Unternehmern auszutauschen.“

„Die Wirtschaft – und hier besonders das Handwerk – hat sich immer hinter die Energiewende gestellt“, sagte Handwerkspräsident Otto Kentzler im TechnologieZentrumDortmund. Bei all‘ den Risiken, die sie mitbringe, betrachte man sie als Chance: für Wachstum, Innovation und Klimaschutz. Kentzler bemängelte jedoch die aufkommende Kleinstaaterei: „Anstatt konsequent und gemeinsam die notwendigen Maßnahmen abzustimmen, kocht jedes Land sein eigenes Süppchen.“ Das müsse rasch ein Ende finden. Der Handwerkspräsident forderte zudem die Beendigung weiterer, politisch verursachter Preissteigerungen und lobte gleichzeitig die Initiativen von Bundeswirtschaftsminister Rösler und Bundesumweltminister Peter Altmaier zur Eingrenzung ebensolcher Preissteigerungen. „Das ist richtig, denn wir haben keine Zeit zu verlieren! Die Energiekosten belasten viele kleine und mittlere Unternehmen, gerade auch aus dem Handwerk.“ Bei der Energiewende handele sich um eine gesamtgesellschaftliche und gesamtwirtschaftliche Herausforderung, für die es weder Blaupausen noch Erfahrungswerte gebe. Kentzler: „Wir nehmen sie an – mit 450.000 Betrieben in 25 Gewerken, die zur Umsetzung bereit stehen.“

„Auf der Baustelle zur Energiewende herrscht Hochbetrieb“, ist sich auch Udo Dolezych, Präsident der IHK zu Dortmund, sicher. So sei Deutschland mittlerweile unabhängiger von Importen teurer Energierohstoffe. Gleichzeitig schreite die Erzeugung aus erneuerbaren Energien schneller voran als geplant – und bis 2020 rechne man noch einmal mit einer Verdopplung. Das Thema „Energieeffizienz“ entwickle sich durch die Möglichkeit zur Energie- und Kosteneinsparung zu einer Chance für die Wirtschaft und hier insbesondere für den Mittelstand. „Die Energiewende hat das Potential,
Fortschrittmotor der wirtschaftlichen Entwicklung zu werden“, sagte Dolezych. Er erinnerte aber auch daran, dass die Energiewende davon abhänge, ob die Energieversorgung für die Wirtschaft bezahlbar bleibe. Staatlich verursachte Kosten durch Umlagen und Abgaben, z.B. Stromsteuer und EEG-Umlage, würden schon heute 52 Prozent des Strompreises ausmachen. NRW sei mit einer Produktion von 30 Prozent des bundesweit benötigten Stroms Energieland Nr. 1 in Deutschland. Umso wichtiger sei es, die Unternehmen bei der Umsetzung der Energiewende einzubinden. „Unsere Wirtschaft möchte die Energiewende mitgestalten, indem wir die notwendigen Technologien und Produkte, etwa bei Elektromobilität und Speichertechnologien, entwickeln und unseren Beitrag leisten zur Reduktion des Stromverbrauchs.“ Im Rahmen der „Mittelstandsinitiative Energiewende“ leistet die IHK ihren Beitrag und informiert und berät die Unternehmen.
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