Konfirmation in der Friedenskirche Massen

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Konfirmation mit Pastor Detlef Main - Foto © Jürgen Thoms
 
Der Turm der Friedenskirche am 14. Mai 2017 vor Beginn des Konfirmationsgottesdienstes - Foto © Jürgen Thoms
Unna: Friedenskirche | Sonntag, 14. Mai 2017 I 10:00 Uhr

Du hast (bist) die Wahl

so das Thema der Predigt im Konfirmationsgottesdienst am 14. Mai 2017
von Pastor Detlef Main.


Diese 19 Jugendlichen der Friedenskirchen-Gemeinde haben heute ihren großen Tag.
Paul Knolle, Florian Groß, Karla Hiddemann, Christoph Hoffmann, Jacqueline Kayis, Henry Kirchner, Lea-Sophie Kötter, Tim-LucaMüller, Joelina Nitschke, Marc-Maurice Polanik, Zoe Schiedek, Celina Steinröder, Thalea Struck, JustinThiem, Manuel Treder, Simon Völz, Celina Wulf, Florian Wuthe, Phillip Ziegler.

Wortlaut der Predigt von Pastor Detlef Main

Heute ist Wahl, Landtagswahl in NRW. Der große Test vor der Bundestagswahl im Herbst. Denn heute wählt das bevölkerungstärkste Bundesland sein Landesparlament neu - und ganz Deutschland blickt heute auf uns.
Heute ist aber nicht nur Landtagswahl, heute ist auch Konfirmation. Nicht ganz NRW wird heute auf euch, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, schauen. Aber diejenigen, die euch wichtig sind, die tun dies: Eure Eltern, Großeltern, eure Onkel und Tanten, eure Geschwister und eure Freunde. Denn ihr steht heute im Mittelpunkt und viele sind gekommen, um das mit euch gemeinsam zu feiern.
Wir dürfen wählen, alle, die 18 Jahre alt sind und älter dürfen das. Das ist ein Recht, das nicht jeder Mensch auf dieser Erde hat. Viele Menschen beneiden uns um unser Wahlrecht. Wir leben in einem freien Land und es wäre gut für unser Land, wenn die Wahlbeteiligung heute bei der Landtagswahl und auch dann im Herbst bei der Bundestagswahl hoch ist.

Ihr, liebe Konfis, dürft noch nicht wählen. Weder den Landtag, noch den Bundestag. Und doch ist die heutige Konfirmation für euch auch so etwas wie eine Wahl. Denn ihr wählt euch heute eure Religion. Mit 14 Jahren seid ihr religionsmündig. Ihr könnt nun selbst entscheiden, welcher Konfession, ja sogar welcher Religion ihr angehören wollt. Da ihr heute hier konfirmiert werdet, habt ihr euch dafür entschieden, Christen zu sein und zu bleiben, und zwar evangelische Christen. Dass ihr euch eure Religion wählen könnt, ist keineswegs selbstverständlich.
Und dass ihr frei und offen sagen könnt: Wir wollen als Christenmenschen leben, ist ebenso wenig selbstverständlich.
Es gibt Gegenden auf dieser Erde, da ist es sogar höchst gefährlich, sich den christlichen Glauben zu wählen und sich zu Jesus Christus zu bekennen.
Zum Glück ist das bei uns hier anders und wir sollten alles dafür tun, dass das auch so bleibt.
So mancher von den Erwachsenen wird sicher heute vor einer schwierigen Wahl stehen, wenn er oder sie heute in der Wahlkabine steht, um sein Kreuz zu machen.
Denn die Wählerinnen und Wähler müssen sich für einen Kandidaten entscheiden, müssen einer Partei ihre Stimme geben. Und derer sind viele, die in den letzten Wochen um unsere Stimme geworben haben.

Ihr Konfis habt euch die Wahl auch nicht einfach gemacht

Eineinhalb Jahre seid ihr mehr oder weniger regelmäßig zum kirchlichen Unterricht gekommen. Der Konfiunterricht war für euch hoffentlich so etwas wie eine positive Wahlwerbung für den christlichen Glauben. Bei manchen von euch weiß ich, dass es so war, bei anderen bin ich mir da nicht so ganz sicher. Was bei den Parteien im Wahlprogramm steht, finden wir für den christlichen Glauben in den Schriften der Bibel. Besonders im Neuen Testament, wenn es um Jesus und die Kirche geht.
Wir haben uns ausführlich mit dem Initiator des christlichen Glaubens, mit Jesus beschäftigt. Wir haben gesehen, dass sein Programm nicht bloße Theorie ist, sondern im Alltag umsetzbar ist. Und wir haben auch mitbekommen, dass es sich bei den Christen nicht um Zuschauer handelt, die einmal in vier oder fünf Jahren ihr Kreuzchen machen und zur Wahl gehen.

Nein, Christen leben mit Jesus Christus



Und zwar jeden Tag. Sie lassen sich von ihm rufen und von ihm senden. Sie lassen sich von ihm berühren und stärken im Gottesdienst und im Abendmahl.
Und sie setzten sich für andere Menschen ein, denen es nicht so gut geht.
Ich hoffe sehr, dass da einiges bei euch angekommen ist in den vergangenen Monaten - und ich hoffe noch mehr, dass davon auch über diesen Tag hinaus bei euch etwas hängen bleiben wird.
Wie dem auch sei:
Ihr seid heute hier und ihr sagt: Ja, ich will konfirmiert werden und macht euer Kreuz beim Mann am Kreuz. Besser gesagt: beim Mann am Kreuz, der nicht der Mann am Kreuz geblieben ist, sondern den Gott von den Toten auferweckt hat. Ihr macht heute euer Kreuz bei einem lebendigen Gott, bei einem, der von sich sagt, dass er euer Licht und eure Hoffnung ist. Und zwar immer. Nicht nur heute, wenn alles schön ist und ihr euer Fest feiert.
Er ist auch dann noch euer Licht und eure Hoffnung, wenn es mal nicht so rund läuft, wenn ihr in Schwierigkeiten geratet oder in Probleme. Auf diesen auferstandenen Jesus ist Verlass. Darum haben wir in unserem Unterricht immer wieder Kontakt zu ihm aufgenommen. Wir haben versucht, in Gebeten auszudrücken wie es uns gerade geht. Wir haben unser Lob und unseren Dank genauso vor ihn gebracht, wie unsere Bitten und unsere Klage. Alles gehört hinein in diese Beziehung.

Und wisst ihr, was euch als Christen von allen Wählerinnen und Wählern heute unterscheidet

Bevor ihr euch für diesen Jesus entscheidet und heute konfirmiert werdet, hat sich Jesus schon für euch entschieden. Das ist das Besondere an unserem Glauben: Du hast nicht nur die Wahl. Du bist die Wahl! Du bist Gottes Wahl. Gott sagt: Ich wähle dich! Du bist meine Wahl! Komm zu mir und gestalte dein Leben mit mir!
Und du kannst sicher sein: Ein Leben mit Gott, ein Leben, das im Kontakt zu Jesus gelebt wird, wie nie langweilig. Ja, manchmal wird es richtig spannend und abenteuerlich.
Gott sagt: Ich wähle dich. Du bist meine Wahl! Und Gott sagt das nicht erst heute. Er hat dich gewählt, noch bevor du geboren wurdest. In dem wunderschönen Psalm 139, den wir zu Beginn des Gottesdienstes gebetet haben, spricht der Beter zu Gott: Es war dir mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich gebildet wurde unten in der Erde.
Gott wählt dich. Du bist seine Wahl. Lass dir das einmal auf der Zunge zergehen. Gott kehrt die Reihenfolge um: Bevor du ihn wählst, dich zu ihm bekennst, wählt Gott dich, bekennt er sich zu dir.

Wenn in Nordrhein-Westfalen so mancher zittert

ob er gewählt wird, ist das für dich nicht mehr nötig. Du bist schon gewählt. Erwählt zu einem Leben im Vertrauen auf Gott. Und Gott hat ein Zeichen gesetzt. Er hat seinen Sohn Jesus zu uns geschickt, damit wir an ihm sehen, wie er zu uns steht.
Seit eurer Taufe seid ihr mit ihm verbunden und damit gehört ihr hinein in die große Gemeinschaft der Christinnen und Christen. Doch bei eurer Taufe ward ihr noch unmündig, kleine Kinder, die noch nicht sagen konnten, ob sie denn auch getauft werden wollen und den christlichen Glauben zu ihrem wählen wollen.

Heute seid ihr 14. Und damit religionsmündig. Heute könnt ihr die Wahl eurer Eltern und Paten, euch taufen zu lassen, bestätigen. Dass ihr heute hier seid, das ist ja nicht selbstverständlich. Ich möchte daher mal allen Eltern und Paten danken, die unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden auf diesen Tag vorbereitet haben indem sie Ihre Kinder begleitet und ihnen den Glauben an Gott vorgelebt haben.
Ihr Konfis, ihr habt es nun geschafft. Ihr seid am Ziel einer Wegstrecke angekommen.
Wie es sein wird, nach eurer Wahl, nach eurem Fest, wie es also morgen und übermorgen bei euch aussieht, das weiß ich nicht. Das wird sich in eurem Leben entscheiden.

Aber dass der Weg mit Gott und Jesus Weg ist, den es sich lohnt zu gehen, das kann ich euch versprechen. Darum stellt euren gewählten Glauben nicht in die Ecke. Sondern entscheidet euch jeden Tag neu für diesen Glauben und lebt ihn.
Denn nur ein gelebter Glaube ist ein lebendiger Glaube, der die Welt zu verändern vermag zu mehr Mitmenschlichkeit, mehr Gerechtigkeit und mehr Frieden.
Das wünsche ich euch, das wünsche ich uns allen. Amen.


15.05.17 18:51:13
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