Kreative Ideen zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen

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Die Organisatoren des richtungsweisenden Seminars zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen (von links): Abteilungsleiter Thomas Römer, Tanja Hahn, Matthias Berghoff, Dipl.-Psychologe und Seminarleiter Thomas Körzel, UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer, Alexander Krawczyk, Sarah Schinkelewitz und Abteilungsleiterin Beate Lötschert (Foto: UKBS)

UKBS richtete in Unna Seminar für „Wohnen im Revier“ aus


KREIS UNNA ■ Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland hält unvermindert an. Das stellt nicht nur die Kommunen und Kreise, sondern auch die Wohnungsgesellschaften vor neue Herausforderungen. „Wir haben das Problem erkannt und wollen unseren Beitrag zur Lösung liefern“, erklärte jetzt der Geschäftsführer der Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS), Matthias Fischer, bei der Eröffnung einer Seminarreihe der Arbeitsgemeinschaft „Wohnen im Revier“ (WiR) im Hotel Katharinenhof in Unna.

Im Auftrag der Arbeitsgruppe, in der zwölf kommunale Wohnungsgesellschaften zusammengeschlossen sind, hatte die UKBS die Ausrichtung dieses Seminars übernommen. Praxisbezogene Vorträge und lebhafte Diskussionen machten die Aktualität des Themas deutlich, bei dem es um neue und kreative Ansätze für die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen ging.

Der Grundsatz der Arbeitsgemeinschaft
Wohnkultur im Revier zu fördern, müsse auch für Flüchtlinge und Asylbewerber gelten, erklärte eingangs UKBS-Geschäftsführer Fischer. Dass dieses „vor Ort“ eine nicht immer leichte Aufgabe ist, verdeutlichte Abteilungsleiterin Beate Lötschert, die in der Stadt Lünen für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig ist. Sie erläuterte ein 2012 in Lünen entwickeltes Konzept, wonach es bisher gelungen sei, 205 Flüchtlinge in privaten Wohnungen unterzubringen und 56 in städtischen Einrichtungen. Die Umsetzung eines solchen Konzeptes sei nur in Kooperation mit den Wohnungsunternehmen möglich und zudem langwierig. „Aber die Zeit drängt“, mahnte sie unmissverständlich im Hinblick auf weitere Flüchtlingsankünfte.

Ebenfalls tief in die Praxis stieg Abteilungsleiter Thomas Römer ein, der in der Stadt Essen für die Notfallprävention bei Wohnungen zuständig ist. Er hat sich mit einer großen Zahl von Asylbewerbern aus den Westbalkanländern zu befassen, deren ausländerrechtlicher Status vielfach überprüft werden muss. Römer: „Aber auch hier ist die Kommune verpflichtet, sich um die Menschen zu kümmern“. Im Detail erläuterte er die Betreuung in den Wohnheimen, die unterschiedlichsten Unterbringungen und die Anmietung durch die Kommune.

Bessere Rahmenbedingungen für eine menschenwürdige Unterbringung schaffen
Im Ergebnis zeigte sich, dass bessere Rahmenbedingungen für eine menschenwürdige Unterbringung zu schaffen seien. Dezentrale Standorte und ausgewogene Betreuungskonzepte müssen nach Überzeugung der Seminarteilnehmer her. Zudem müsse Integration gelernt und gelebt werden. Das wiederum biete sich optimal in Mietkomplexen an, die auch von heimischen Familien bewohnt würden. Eine gute Perspektive sei zudem, das Ehrenamt mit einzubinden und die Menschen dazu anzuhalten, in der Flüchtlingsarbeit mitzuwirken. „Ohne das Ehrenamt können wir die Aufgabe nicht bewältigen“, hieß es in der Diskussionsrunde.

Das „WiR-Seminar“ wird Ende April in der Sportschule Kamen-Kaiserau erste Zwischenergebnisse beraten und im Juni bei einer Abschlussveranstaltung in Unna gezielte Handlungsempfehlungen für die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen vorlegen.

16.03.15 17:38:11
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Elisabeth Jagusch aus Schermbeck | 18.03.2015 | 13:33  
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