LED-Technik für Unnas Straßenlampen

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Stadtwerke-Techniker Dirk Gronenberg hält die alte HQL-Technik in der Hand. Vor ihm liegt ein Laternenkopf mit einem modernen LED-Modul.
 
Jede vierte alte Straßenlampe wird gegen einen neuen LED-Kopf ausgetauscht. Stadtwerke-Prokurist Dietmar Biermann (l.) und Stadtdezernent Michael Ott (M.) halten die alte Technik in den Händen. Stadtwerke-Beleuchtungsfachmann Frank Lohmann (r.) präsentiert die kleinere und leichtere Leuchteinheit.
Unna. Sie sind deutlich kleiner, leuchten gleichmäßiger aus, haben weniger Blendwirkung und verbrauchen erheblich weniger Strom: Bis zum Herbst sollen 1.700 Straßenlampen in Unna mit LED-Technik ausgerüstet werden. 78 Prozent weniger als die alten Quecksilberdampfleuchten verbrauchen die modernen Module. Rund eine Million Euro lassen sich die Stadtwerke diese Sparmaßnahme kosten. Eine Investition, die sich bezahlt macht: 130.000 Euro weniger steht jährlich auf der Stromrechnung für die Straßenbeleuchtung.

„Gegenüber dem bisherigen Lampenkopf sparen die LED-Lampen über zwei Drittel des Verbrauches ein. Statt 89 Watt verbrauchen sie gerade mal 19 Watt“, erläutert Frank Lohmann, Beleuchtungsexperte der Stadtwerke. Darüber hinaus erzeugen die LED-Leuchten ein gleichmäßige Ausleuchtung mit deutlich weniger Blendwirkung. Zudem verfügen die LED-Lampen über eine Nachtabsenkung. Zwischen 23 Uhr und fünf Uhr früh wird die Leistung auf die Hälfte reduziert.

Bis zum Herbst soll jede vierte Straßenlaterne in Unna ausgetaucht werden, das sind insgesamt 1.700 Lampen. Betroffen sind zunächst die Kasten- und Peitschenleuchten mit veralteten Quecksilberdampflampen in den Induparks und Gewerbegebieten sowie entlang der Hauptverkehrsstraßen wie Hammer Straße, Hansa- oder Viktoriastraße.

Die Millionen-Investition spart jährlich 640.000 Kilowattstunden Strom ein, rechnet Dietmar Biermann, technischer Prokurist der Stadtwerke Unna vor. Mit Austausch von 25 Prozent der Lampenköpfe sparen Stadt und Stadtwerke 25 Prozent Energiekosten der gesamten Straßenbeleuchtung in der Kreisstadt. „Das sind rund 130.000 Euro im Jahr, zusätzlich vermeiden wir rund 360 Tonnen Kohlendioxid“, erklärt Michael Ott, zuständiger Dezernent der Stadtverwaltung: „Das ist ein effizienter Beitrag zum Klimaschutz.“

Im Herbst leuchten in Unna LED-Lampen

Das Projekt hat landesweit Vorbildcharakter: Der Austausch einzelner Straßenbeleuchtungen gegen moderne LED-Technik wird zwar bundesweit erprobt, doch die Dimension des Unnaer Projektes ist beispielhaft: Von insgesamt 6.200 Straßenlaternen, die die Stadtwerke im städtischen Auftrag betreiben, wird jede vierte umgerüstet, berichtet Jürgen Schäpermeier, Geschäftsführer der Stadtwerke. Der Auftrag ist jetzt ausgeschrieben. Voraussichtlich Ende April/Anfang Mai sollen die Arbeiten beginnen. Im Herbst, vor Beginn der dunklen Jahreszeit, soll das Projekt abgeschlossen sein.

Standardisierung macht herstellerunabhängig

Das kommunale Energie­unternehmen erprobt LED schon seit Jahren als Alternative zu Quecksilberdampf-Lampen. Voraussetzung für eine Großinvestition in die neue Technik war eine Standardisierung ähnlich wie bei einer Glühlampe, um nicht von einem Hersteller abhängig zu sein. Die von den Stadtwerken ausgewählten LED-Module bieten diese Voraussetzungen. Probeleuchten auf dem Firmengelände und im Königsborner Indupark Nord bestätigten die Erkenntnisse.

Die Straßenbeleuchtung ist nicht der einzige Bereich, in dem die Stadtwerke Unna auf LED-Technik setzen. Bereits in den vergangenen Jahren haben sie die komplette Weihnachtsbeleuchtung auf die modernen Effizienzlampen umgestellt. Im harten Wintertest zeigte sich: Die LED-Lampen sparen nicht nur Stromverbrauch ein. Die Lebensdauer der Leuchtmittel ist vierfach länger als die von Quecksilberdampf-Lampen, die alle vier Jahre ausgetauscht werden müssen.

Der Einsatz von LED-Lampen könnte vielen Unternehmen helfen, ihre Energieverbräuche zu optimieren, weiß der technische Prokurist aus den Energiechecks und Energieberatungen bei Firmenkunden. „Beleuchtung ist ein häufig unterschätzter Kosten- und Umweltfaktor in den Betrieben.“ Die Umstellung rechne sich auch in Privathaushalten.
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