Oliver Kaczmarek besucht Werkstatt im Kreis Unna

Anzeige
Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek (Mitte) besuchte die Werkstatt im Kreis Unna. (Foto: privat)

Mit der Frage „Wie können wir Wege für Jugendliche schaffen, die eine Ausbildung machen wollen, aber keine Lehrstelle finden?“ besuchte Oliver Kaczmarek die BvB-Pro (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme mit produktionsorientiertem Ansatz) der Werkstatt im Kreis Unna.

„Ich wollte meinen ersten Eindruck des Modellprojektes Produktionsschule wieder auffrischen und bin erneut überzeugt: Es ist ein wertvoller Schritt in die Zukunft“, so Kaczmarek. Der Bundestagsabgeordnete ist im Rahmen der Tour „Gemeinsam stark für morgen“ bei Unternehmen, Vereinen und Institutionen im Kreis Unna zu Gast, die innovativ und lebensnah den Alltag der Menschen verbessern.

Zwölf junge Menschen haben im Hotel-Gaststätten-Bereich der BvB-Pro die Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren: „Die Jugendlichen organisieren das Catering für gemeinnützige Auftraggeber und entdecken dabei wieder den Sinn von Bildung und Arbeit“, beschreibt Marion Velikonja, Abteilungsleiterin bei der Werkstatt im Kreis Unna, das Ziel der BvB-Pro.

Übergangssystem zwischen Schule und Beruf


Nach mittlerweile zehn Jahren sei das Modellprojekt ein wichtiger Baustein im Übergangssystem zwischen Schule und Beruf. Die BvB-Pro erfolgt in Kooperation mit und durch Kofinanzierung der Agentur für Arbeit Hamm. Mit Gleichaltrigen lernen die jungen Beschäftigten im Team mit Fachanleitern und Pädagogen den Prozess der Arbeit – von der Akquise der Aufträge bis hin zur Ausführung und Abnahme durch den Kunden. Dabei erlangen sie theoretische und praktische Kenntnisse, viele holen einen Schulabschluss nach.

So wie Muhamad Checkho, der mit dem Abgeordneten intensiv ins Gespräch kam: „Ich habe hier sehr viel gelernt, zum Beispiel wie ich eine Mehlschwitze koche. Ich bin aber auch ruhiger und gelassener geworden.“ Der 19-Jährige hat seinen Schulabschluss nach der neunten Klasse geschafft und hofft, dass er nach Beendigung der BvB-Pro direkt eine Ausbildung als Koch beginnen kann.

Unterstützung der Sozialpädagogen


Mit Unterstützung der Sozialpädagogin Bianca Hesse schreibt er Bewerbungen: „Die BvB-Pro ist mehr als nur in den Beruf schnuppern. Die Jugendlichen lernen auch soziale Kompetenzen wie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.“ Neben der sozialpädagogischen Begleitung und Praxisunterweisung erhalten sie nach individuellem Bedarf Förderunterricht sowie Bewerbungstraining.
Oliver Kaczmarek nahm sich nicht nur die Zeit für Gespräche, er wollte auch mit den Teilnehmern gemeinsam am Herd stehen. Unter fachkundiger Anleitung von Koch Gerald Thiele schnippelten sie Gemüse und bereiteten ein Gericht zu. Oliver Kaczmarek findet die Antwort auf seine Frage: „Die Jugendlichen sind vielfältig, da kann auch der Schritt in den Job vielfältig sein. Es gibt nicht nur den geraden Weg. Die BvB-Pro ist ein zukunftsweisender.“

Denn: Circa 30 Prozent der Jugendlichen finden anschließend eine Lehrstelle, eine Arbeitsstelle oder den Einstieg in die weitere Berufsvorbereitung. Beim Abschied sprach Oliver Kaczmarek noch eine Einladung in den Bundestag nach Berlin aus: „Ich habe den Arbeitsplatz der Jugendlichen kennengelernt, jetzt möchte ich ihnen gerne meinen zeigen.“

In den Produktionsschulen in Unna, Lünen und Hamm bietet die Werkstatt im Kreis Unna 185 Plätze für junge Menschen. Die nutzen nicht nur Schulabbrecher oder Jugendliche ohne Abschluss. Die Produktionsschulen in NRW werden zu zwei Dritteln vom Land und dem Europäischen Sozialfond finanziert. Ein Drittel steuern die Bundesagentur für Arbeit oder das Jobcenter bei.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.