Pflegebedarfsplan 2016 für den Kreis Unna beschlossen: Kein Bedarf an weiteren Heimplätzen

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Der Pflegebedarfsplan 2016 zeigt, dass die Senioren im Kreis möglichst lange selbst bestimmt leben möchten und es kein Bedarf an weiteren Heimplätzen gibt. (Foto: Archiv)

Alte und hilfebedürftige Menschen sollen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Der Kreis setzt deshalb seit vielen Jahren auf „ambulant vor stationär“ und dies spiegelt der erstmals fortgeschriebene Pflegebedarfsplan wider.

 
Der Plan wurde vom Kreistag vor der Sommerpause für das laufende Jahr beschlossen. Er macht deutlich, dass die durch den Pflegebedarfsplan 2015 erfolgte Weichenstellung keinerlei Korrektur bedarf. Im Gegenteil: Der Kreistag hält ausdrücklich fest, dass zusätzlich zu den bereits im Bau befindlichen bzw. über die per Ausschreibungsverfahren vergebenen stationären Pflegeheimplätze hinaus kein Bedarf an dieser Art von Angebot besteht.
 

Kein Bedarf neuer Pflegeheime


Hans Zakel, Sozialplaner beim Kreis, hatte zuvor in der Vorlage deutlich gemacht, dass sich der Pflegebedarfsplan 2015 bei der Verhinderung zum Beispiel sozialplanerisch und wirtschaftlich betrachtet unnötiger neuer Pflegeheime schon bewährt habe.
 
Argumente für zusätzliche Pflegeheime sieht Zakel auch mit Blick auf die bereits 2017 erneut zwingend vorgesehene Fortschreibung des Planes nicht. Nicht zuletzt deshalb soll sich Landrat Makiolla gegenüber dem Land für eine Änderung des Fortschreibungsrhythmus von ein auf zwei Jahre stark machen.

"Fachliches Frühwarnsystem"

 
Der Fachmann beim Kreis räumt gleichzeitig mit der Sorge wegen einer möglichen Unterversorgung mit Pflegeheimplätzen auf. Dem stehe ein seit vielen Jahren etabliertes „fachliches Frühwarnsystem“ entgegen. Dazu gehören neben der Pflege- und Wohnberatung im Kreis Unna die Psychosoziale Beratung (PSB), aber auch die Heimaufsicht, die Koordinierungsstelle Seniorenarbeit oder die Seniorenbeauftragten in Städten und Gemeinden.
 
Die vom Land per Gesetz vorgeschriebene Pflegebedarfsplanung sieht bis 2019 eine an den Realitäten orientierte Zahl von Pflegeheimplätzen vor. Der Zielwert im Kreis wurde vom Kreistag 2015 beschlossen. Danach soll für 16,5 Prozent der über 80-jährigen ein Pflegeplatz zur Verfügung stehen.
 
Für die Pflegebedarfsplanung bedeutet das: Abbau von Überkapazitäten wie zum Beispiel in Werne oder Fröndenberg und Beseitigung einer Unterversorgung wie beispielsweise in Holzwickede, Lünen oder Selm. Unterm Strich werden nach Schaffung der geplanten bzw. im Bau befindlichen Pflegeheimplätze im Kreisgebiet insgesamt rund 4.560 Plätze zur Verfügung stehen.
 
Während Angebot und Nachfrage bei Pflegeheimplätzen ausgeglichen sind, zeichnet sich ein – vom Kreis nicht zu beeinflussender - Engpass bei Einrichtungen ab, die ausschließlich Kurzzeitpflegeplätze anbieten. Deshalb wurde Landrat Michael Makiolla vom Kreistag beauftragt, sich gegenüber den Bundestagsabgeordneten der Region für eine bessere finanzielle Absicherung dieses Angebotes über die Pflegekassen einzusetzen.
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