Prüfung gefordert: Zensus-Daten weichen von städtischer Meldedatei ab

Anzeige
Die Zählung aus dem Jahr 2011 hat ergeben, dass die Einwohnerzahl in Unna überdurchschnittlich rückläufig ist. Die Stadt fordert aber eine Prüfung des Zählergebnisses. (Foto: Archiv)
Unna/Holzwickede. Im Rahmen des Zensus 2011 wurden vom Land die amtlichen Einwohnerzahlen neu ermittelt. Die amtliche Einwohnerzahl ist dabei die Gesamtsumme der Personen, die ihren üblichen Aufenthaltsort in einer Stadt haben. Danach hat Unna 59.149 Einwohner, das sind 10,7 Prozent weniger als angenommen. In Holzwickede leben 16.755 Personen (2 Prozent weniger).

Laut des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) sanken die Einwohnerzahlen landesweit, allerdings längst nicht in dem Maße wie in Unna. Lediglich in Schöppingen (Kreis Borken) liegt die Abweichung mit 17 Prozent in NRW noch höher als in Unna.

Die Differenz ist über die landesweiten demographischen Entwicklungen hinaus im Wesentlichen auf Abweichungen durch alte Meldedaten begründet. In Unna waren bedingt durch den Betrieb der Landesstelle Unna-Massen viele Personen länger angemeldet. ­Diese hatten aber schon längst wieder in anderen Ländern oder Kommunen gewohnt, ohne sich in Unna oder der Bundersrepublik wieder ab- oder angemeldet zu haben.

Auf diese Abweichungen hat die Kreisstadt Unna IT.NRW in der Vergangenheit regelmäßig hingewiesen. Teilweise konnten so schon in den letzten Jahren Korrekturen erreicht werden.

Rückgang bedeutet 2,5 Mill. Euro weniger Zuweisung

„Für Unna kommt eine Korrektur und Anpassung der amtlichen Einwohnerzahl grundsätzlich nicht überraschend“, erklärt der Pressesprecher der Stadt Unna, Oliver Böer. „Die Daten des IT.NRW weichen jedoch von der aktuellen Einwohnermeldedatei ab, was für die Stadt nicht nachvollziehbar ist.
Vor diesem Hintergrund müssen die Zensus-Ergebnisse von der Stadt gemeinsam mit IT.NRW noch einmal geprüft werden“, hieß es aus der städtischen Pressestelle. Die amtliche Einwohnerzahl ist die Grundlage für zahlreiche statistische Erhebungen und auch für die Ermittlung von Zuweisungen des Landes.

Eine Information über die genaue Umsetzung und Anrechnung der Einwohnerzahlen durch das Land steht noch aus. Nach ersten Berechnungen der Stadt könnte die Anpassung für den städtischen Haushalt einen Zuweisungsverlust von bis zu 2,5 Mio. ­Euro pro Jahr bedeuten. Die zu erwartenden Auswirkungen wurden bereits im Haushalt ab 2014 berücksichtigt. Mit Detailberechnungen kann mit Vorlage des Gemeinde­finanzierungsgesetzes 2014 im September/Oktober 2013 gerechnet werden.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.