Unnaerin Sinja Dieks bei den Ruhrfestspielen

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Sinja Dieks als Frida in Heinrich IV. (Foto: Bohumil Kostohryz)
 
(Foto: Ruhrfestspiele Recklinghausen)
Unna: Unna |

Von Elke Böinghoff

Die Schauspielerin Sinja Dieks ist ab dem 10. Mai bei den Recklinghäuser Ruhrfestspielen zu sehen. Sie spielt unter der Regie von Festspielleiter Frank Hoffmann die Frida in Pirandellos „Heinrich IV.“. Sinja Dieks darstellerische Wurzeln liegen in Unna – nämlich im Circus Travados.

Schon als Kind spürte Sinja Dieks den Drang, sich vor Publikum auszuprobieren. Dafür herhalten musste vor allem die Familie, die regelmäßig von der kleinen Sinja zu selbsterfundenen Theater- oder Zirkusvorführungen eingeladen wurde. Dabei spielte sie nicht nur ihre Rolle, „ich habe mich verkleidet, die Bestuhlung aufgebaut, für Beleuchtung gesorgt und sogar Eintritt genommen“, erinnert sich die Unnaerin.
Mit zehn Jahren erfüllt sich dann ein Traum für die kleine Sinja: Sie beginnt im Circus Travados im Unnaer Kurpark Akrobatik zu trainieren, selbst die anspruchsvolle Luftakrobatik ist für sie nur eine weitere Herausforderung. „Ich verbrachte fünf intensive Jahre im Circus Travados, die mich mit Sicherheit sehr geprägt haben“, erzählt die heute 28-Jährige. Und weiter: „Jeden Sommer gab es eine dreiwöchige Freizeit, in der täglich geprobt und schließlich aufgeführt wurde. Das zog ich meist jedem Urlaub vor.“

Doch nach dem Abitur, das sie an einem musischen Gymnasium in Essen baute, schlägt Sinja Dieks zunächst einen ganz anderen Weg ein. „Ich sehnte mich nach etwas Bodenständigem, soliden und fing in Hamburg ein Medizinstudium an.
„Nach dem Physikum reichte es dann aber mit dem kurzen Quergang und ich kam zurück zu meiner nicht verschwundenen Leidenschaft und studierte Schauspiel an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam.“

Zum Glück, denn hier zeigt sich ihr großes darstellerisches Talent. Neben hochschuleigenen Kurzfilmprojekten spielt Sinja Dieks ab 2010 in verschiedensten Theater- und Filmproduktionen. Neben Haupt- und Nebenrollen in diversen TV-Krimis wie Bella Block, Tatort oder Polizeiruf 110 bekommt sie bereits 2011 erstmals eine Hauptrolle. In der Märchenverfilmung „Die sechs Schwäne“ für das ZDF glänzt sie 2012 in der Rolle der Constanze und erhielt sehr gute Kritiken. In diesem Jahr war Sinja Dieks als beste deutsche Nachwuchsschauspielerin für die Rolle der Constanze in den „Sechs Schwänen“ für den Deutschen Filmpreis nominiert. „Das war schon eine tolle Überraschung und Anerkennung, auch weil der Preis von Schauspielkollegen vergeben wird, was mich zusätzlich gefreut hat! Aber eine Schauspielkarriere läuft nicht chronologisch und auch nicht unbedingt logisch. Daher mal abwarten, was die Zukunft bringt“, bleibt Sinja Dieks westfälisch bodenständig, auch wenn sie heute in Berlin lebt.

Ohne Vorsprechen direkt auf die Bühne

Die Rolle der Frida bei den Ruhrfestspielen bedeutet für Sinja Dieks einen großen Sprung auf der Karriereleiter. „Die Ruhrfestspiele – das ist schon eine echte Hausnummer“, weiß die Unnaerin. Zumal sie direkt für die Rolle besetzt wurde – ohne das sonst für Anfänger übliche Vorsprechen. „Der Regisseur Frank Hoffmann und der Dramaturg Andreas Wagner sind unter anderem durch den Film ‚Die Sechs Schwäne‘ auf mich aufmerksam geworden. So kam es zur direkten Besetzung“, berichtet Sinja Dieks.
Die Proben für „Heinrich IV.“ haben bereits vor einigen Wochen begonnen. Als Koproduktion mit dem Théâtre National du Luxembourg wurde auch – quasi in Klausur – in Luxemburg gearbeitet. „Das war schon eine anstrengende aber auch sehr interessante Zeit“, so Sinja Dieks. Während der vier Wochen wuchs das Ensemble zu einer echten Gemeinschaft zusammen, in der sich die Unnaer Schauspielerin gut aufgehoben fühlt. „Es sind viele erfahrene Schauspieler wie Rudolf Kowalski dabei, von denen ich viel lernen kann,“ erzählt Dieks.

Premiere wird am 11. Mai sein – und das Lampenfieber steigt. „Von Projekt zu Projekt gewöhnt man sich immer mehr an spannungsgeladene Situationen, aber Lampenfieber bleibt, und das Kribbeln gehört auch dazu. Sobald es losgeht, die erste Szene auf der Bühne beginnt, ist es aber meist so gut wie verflogen...“, hofft Sinja Dieks. Im Pub­likum werden an diesem Tag auch Freunde und Familie aus Unna sein: „Meine Familie wird dieses Mal sicher zahlreich kommen, da es ja wirklich um die Ecke ist. Also eine wunderbare Gelegenheit!“
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