Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni gestaltete der Bund der Vertriebenen (BdV) an diesem Tage eine Gedenkfeier in der früheren Landesstelle Massen.

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Der Gedenkstein befindet sich auf dem früheren Gelände der Landesstelle Massen.
 
Hier werden Erinnerungen ausgetauscht ...
Unna: Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2017 |

Bei den Teilnehmern wurden Erinnerungen geweckt, wie sie nach der Flucht hier in Massen eine Heimat gefunden haben.

Der Kreis der Betroffenen wir von Jahr zu Jahr kleiner, die nachkommende Genration kennt die Wunden der Vertreibung nicht.
Die Kreisvorsitzend des (BdV) Frau Dr. Bärbel Beutner konnte leider der Veranstaltung nicht beiwohnen.

Die Grußworte von Frau Dr. Bärbel Beutner übermittelte Herr Bernhard Hanke (Vorstandsmitglied des BdV).

Ein Auszug aus dieser Ansprache:
Meine lieben Landsleute, Liebe Gäste,
unter dem Eindruck der Verwüstungen durch den Dreißigjährigen Krieg schrieb der Barock – Dichter Andreas Gryphius das Gedicht „Tränen des Vaterlandes“ im Jahre 1636.
Er schilderte die Zerstörungen und Schäden und stellt schließlich fest, dass die Seelen der Menschen den größten Schaden erlitten haben.
Das sei „ärger als der Tod“.
Kriegsschäden, werden uns heute täglich im Fernsehen vorgeführt; die Bilder vom Elend der Menschen im Krieg gleichen sich. Die deutschen Flüchtlinge, die 1945 hier ankamen, sind seit Jahren damit beschäftigt, die seelischen Folgeschäden von Vertreibung und Heimatverlust aufzuarbeiten.
Eine Tagung folgt auf die andere, die Literatur, die inzwischen dazu erschienen ist, füllt ganze Regale. Die Psychologie geht heute davon aus, dass sich Fluchttrauma auf die nachfolgenden Generationen übertragen könne.
Die deutschen Flüchtlinge und Spätaussiedler sehen erhebliche Unterschiede zwischen ihrem Schicksal und den Flüchtlingsproblemen heute.
Die Flucht am Ende des 2. Weltkrieges verlief innerhalb der Grenzen des damaligen deutschen Reiches, abgesehen von den Flüchtlingen, die über die Ostsee nach Dänemark gebracht wurden. Sie kamen in der neuen Heimat als deutsche unter deutschen an und brauchten sich nicht in einem und Sprachbereich und anderen Kulturkreis integrieren.
Das stimmt, aber sie kamen auch als Bittsteller und Bettler an, hatten alles verloren und kamen auch in eine fremde Umgebung.
Der verlorene „Seelen-Schatz“ ist in jedem Fall ein Schicksal, das alle Flüchtlinge teilen, gleichgültig, warum sie ihre Heimat verlassen mussten. Man hat kein Zuhause mehr, man erlebt tiefe Verunsicherung, man ist ausgegrenzt, man verliert vertraute, lokale und soziale Bindungen. Die Seele leidet auch dann noch, wenn man sich anderswo eingelebt hat.
Der Weltflüchtlingstag sollte uns alle sensibilisieren, nicht wegzuschauen bei dem Flüchtlingsleid heute und Geduld und Verständnis haben für die Ankommenden.
Unna ist ein positives Beispiel der Betreuung von Flüchtlingen. Die ehemalige Landesstelle Massen war die Station für Millionen von Menschen, die eine neue Bleibe suchten. Der Plan, dort eine würdige Gedenkstätte zur Erinnerung an alle Vertriebenen zu errichten, wird nicht aufgegeben.
Alle die in Unna ankamen aus irgendwelchen Himmelsrichtungen, haben hier eine neue Heimat gefunden.
Das sollte weiterhin eine Aufgabe und Verpflichtung sein.
Nach diesen Grußworten von Frau Dr. Bärbel Beutner, hielt Pater Ewald eine Andacht in der das Thema „Heimat“ aus verschieden Seiten betrachtet wurde.
Mit einem gemeinsamen Gebet endete die Veranstaltung.
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4 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 25.06.2017 | 20:47  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 25.06.2017 | 22:00  
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Renate Schuparra aus Duisburg | 25.06.2017 | 23:07  
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Gerd Szymny aus Bochum | 26.06.2017 | 00:45  
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