Idyll in Gefahr: Truppenübungsgelände in Holzwickede könnte gesperrt werden

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Der Standortübungsplatz Hengsen-Opherdicke ist ein bewusst naturbelassenes Areal und daher auch ein begehrtes Ausflugsziel für viele Bürgerinnen und Bürger.



„Hier kann man die Natur ganz besonders erleben, so berichten viele Besucherinnen und Besucher“, so Stabsfeldwebel Ralf Eisenhardt, Standortfeldwebel aus der Glückauf-Kaserne in Unna und zuständig für die Bewirtschaftung des Platzes.

Der Standortübungsplatz ist aber vorrangig für die militärische Ausbildung ausgelegt. Die Bundeswehr übt hier in verschiedenen Bereichen. Bundesforst und Geländebetreuung kümmern sich um Wälder, Wege und Flächen. Erst danach ist der Standortübungsplatz ein großes Landschaftsschutzgebiet und beinhaltet auch ein Naturschutzgebiet. Seltene Tiere und Pflanzen sind hier zu Hause. In Zusammenarbeit mit dem Kreis Unna und der Ökologiestation des Kreises Unna wird der Platz mit erheblichem Aufwand gepflegt. Leider stellt die Bundeswehr immer mehr Verstöße gegen die Benutzerordnung des Standortübungsplatzes fest.
Vor allem ist es nicht gestattet, Hunde ohne Leine auf dem Standortübungsplatz laufen zu lassen oder abseits der Wege spazieren zu gehen. Einzig die Jäger haben hier eine Sondererlaubnis.

Das Jagen ist fest geordnet, die Regulierung des Wildbestandes auf diesem eng begrenzten Areal eine zwingende Notwendigkeit. Schilder, die auf die Jagd hinweisen, werden teilweise abgerissen oder ignoriert. Es wurden schon Jagden abgebrochen, weil sich Unbefugte im Jagdgebiet bewegten. „Lebensgefährlich“, sagt Eisenhardt und schüttelt den Kopf für so viel Unverstand.
„Die Jäger sind von mir gebeten worden Besucher auf die Einhaltung der Bestimmungen auf dem Standortübungsplatz und auf das Anleingebot für Hunde hinzuweisen“, teilt er mit. Das führt jedoch immer wieder zu schwierigen Diskussionen.
Auch Reiter nutzen das Areal verbotenerweise, das Baden der Hunde in den Biotopen kommt häufig vor und gefährdet dort lebende Tierarten, auch große Mengen Müll werden an vielen Stellen abgelagert. Umweltschädigendes Verhalten ist somit in vielen Varianten festzustellen.

Die Bundeswehr könnte den Standortplatz für die Öffentlichkeit sperren, möchte dies aber nicht. „Denn hier kann man ja wirklich die Natur wild und ursprünglich erleben und das will die Bundeswehr auch gern weiterhin ermöglichen“, meint der Standortfeldwebel und appelliert deshalb dringend an alle Besucher, die Bestimmungen auf dem Platz künftig verantwortungsbewusst einzuhalten.
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