Vier junge Turmfalken am Kreishaus

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11 bis 16 Tage alt sind die Turmfalken, die zur Beringung aus dem Nest geholt werden. (Foto: Hermann Knüwer/Kreis Unna)

Kreis Unna. Ein Turmfalkenpärchen, das auch in diesem Jahr die 2006 geschaffene Nisthilfe in Toplage auf dem Kreishaus Unna bewohnte, hat doch noch Nachwuchs bekommen. Die vier jungen Falken sind gesund, gut genährt und wohl auch rekordverdächtig.

Das findet jedenfalls Reinhard Wohlgemuth. Er hat noch nie eine so späte Turmfalkenbrut feststellen können und er sollte es wissen. Der Holzwickeder ist seit 25 Jahren ehrenamtlicher Mitarbeiter der Vogelwarte Helgoland und führt eine biologische Untersuchung an Turmfalken durch, wozu auch die Kennzeichnung der Vögel durch Beringung gehört.

Ende Juli stieg Wohlgemuth dafür zu den Jungen auf das Dach des Kreisgebäudes an der Platanenallee in Unna. In Begleitung von Mitarbeitern der Naturschutzbehörde beim Kreis und von BilfingerBerger, dem Konzern, der das Kreishaus in Schuss hält, nahm der Fachmann den Nachwuchs in Augenschein und versah die Jungen mit einem Ring der Vogelwarte.

Nach Wohlgemuths Einschätzung waren drei der Vögel zwischen 13 und 15 Tage alt. Das Alter des jüngsten und kleinsten Falkensprösslings schätzte der Fachmann auf elf Tage. "Wenn alles gut geht, werden die vier Nachwuchs-Turmfalken ab Mitte August den Luftraum über dem Kreishaus unsicher machen", so die Prognose von Reinhard Wohlgemuth.

Das hätte im März keiner gedacht. Zwar balzte damals ein Pärchen am Kasten, doch Spuren von Jungvögeln fanden sich Mitte Juni - also zu der Zeit, wo normalerweise junge Falken flügge werden - nicht.

"Dass hin und wieder ein Gelege erfolglos bebrütet wird, ist nicht außergewöhnlich. In solchen Fällen verlassen die Altvögel dann aber in aller Regel schnell den Brutplatz", erklärt Hermann Knüwer vom Fachbereich Natur und Umwelt. Merkwürdig sei allerdings gewesen, dass der Nistkasten am Kreishaus weiter angeflogen wurde.

Reinhard Wohlgemuth kontrollierte daraufhin den Kasten und entdeckte das Weibchen beim Bebrüten von vier Eiern. Aufgrund der hellen Schalenfärbung bei zwei der vier Eier (normal rotbraun) und der unüblich langen Brutzeit, vermutete der Turmfalkenfachmann, dass es sich um ein Nachgelege handelt.

"Wahrscheinlich ging das reguläre Gelege verloren und das Turmfalkenpärchen hat einen zweiten Versuch unternommen, und zwar mit Erfolg, wie wir nun sehen und hören konnten", freuten sich Wohlgemuth und die übrigen Teilnehmer der diesjährigen Beringungsaktion.

Bildzeile 1: Auf zur Beringung.
Bildzeile 2: Vorbereitung der Beringung.
Bildzeile 3: Beringung durch Reinhard Wohlgemuth.
Bildzeile 4: Beringung erledigt - Rücktransport ins Nest.
Fotos (4): Hermann Knüwer (Kreis Unna)
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1 Kommentar
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Uwe Norra aus Selm | 02.08.2013 | 22:45  
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