Druckräume retten Leben - Partei DIE LINKE. fordert mehr Engagement von Kreisen und Kommunen

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Solidarität auch mit Drogen gebrauchenden Menschen
 
Spritzenautomaten sichern seit mehr als 25 Jahren die Versorgung von Drogengebrauchern und den Schutz für die Menschen im Umfeld
Unna: Kreis Unna | Anlässlich des Nationalen Gedenktages für verstorbene Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher meldet sich die Partei DIE LINKE. mit weitreichenden Forderungen zu Wort.

In Deutschland starben im vergangenen Jahr 1032 Menschen an den Folgen von Drogen und einer in weiten Teilen verfehlten Drogenpolitik. Auch im Kreis Unna verlassen wir uns darauf, dass Drogengebraucher, die nicht im Entzug sind, in die Nachbarstädte ziehen, um dort auf Kosten der Nachbarkommunen versorgt zu werden. Die, die das nicht können sterben hier oder werden mit viel Respekt vor dem Leben z.B. durch LÜSA versorgt! Ja, es gibt in Unna sogar das erste Altenheim für Ex-Drogengebraucher. Hierfür Hut ab an die Träger! Doch sonst?

Wir hören keinen Aufschrei in der Presse, die Drogenverbände im Kreis sind bis auf AIDS-Hilfe und LÜSA stumm wie die Fische.
Haben wir uns etwa damit abgefunden, dass in einem Land mit einem hoch entwickelten Drogenhilfesystem, dass auch wenn viele klagen, mit ausreichend Finanzmitteln ausgestattet ist, im Jahr über 1000 Menschen in Parkanlagen, öffentlichen Toiletten, in ihren Privatwohnungen einen einsamen und völlig unnötigen Tod sterben?
Drogenkonsumräume, wie in Dortmund sind sicher kein Allheilmittel, aber sie retten nachweislich Menschenleben. So hat eine Erhebung der Deutschen AIDS-Hilfe in Kooperation mit 21 der 24 Drogenkonsumräume für das Jahr 2013 ergeben, dass dort 197 lebensbedrohliche Überdosierungen erkannt und erfolgreich behandelt wurden. Nach Einschätzung der Experten wären diese Menschen in ihrer Wohnung oder im öffentlichen Raum verstorben.
Wir, als 'Die LINKE. ' stehen für ein Miteinander aller Mitglieder unserer Gesellschaft. Drogen gebrauchende Menschen und deren Angehörige gehören unweigerlich dazu. Wir fordern die Verantwortlichen der Politik, der Wohlfahrtsverbände, der Fachverbände, der Kirchen und die kritischen Polizisten auf, diese unerträgliche Situation, die tausendfaches Leid und Verzweiflung in die Familien der Opfer bringt, öffentlich zu machen und zu verändern.
Wir fordern dies auch von Kommunen und Kreisen, als Träger der Drogenhilfeeinrichtungen.
Die Politik der Prohibition hat bisher versagt und wird weiter versagen. Drogenkonsumräume sind kein Dealertum aus Steuergeldern, sondern sind schlicht lebensnotwendig!

Weiterführende Informationen:

Ziel linker Drogenpolitik ist es, drogenbedingte Probleme zu reduzieren und Rahmenbedingungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Rauschmitteln herzustellen. DIE LINKE. Setzt sich für eine Gesellschaft ein, die durch Prävention und Aufklärung dem Drogenmissbrauch vorbeugt und Drogengebrauchern hilft. Weil problematischer Drogenkonsum oft mit den konkreten Lebensumständen der Menschen zusammenhängt, kann eine wirksame Drogenprävention letztlich nur durch eine Politik, die für gesunde und gerechte Lebensbedingungen sorgt, die Ressourcen der Menschen stärkt und ihnen ermöglicht, selbstbestimmt ihr Leben zu gestalten, erfolgreich umgesetzt werden.

Deshalb setzt sich die Partei DIE LINKE. ein für:


• Flächendeckende Verfügbarkeit bedarfsorientierter Angebote der psychosozialen Begleitung und Betreuung von Rauschmittelabhängigen auf freiwilliger Grundlage

• Die Partei die LINKE fordert endlich die Freigabe von Canabis-Produkten zu medizinischen Zwecken sowie die Möglichkeit des privaten Anbaus, wenn die Solidargemeinschaft der Kassen nicht für entsprechende Medikamente zahlen will oder kann

• Verbesserung der Möglichkeiten zur Substitutionstherapie, indem für die Ärzte Rechtssicherheit geschaffen und die Aushändigung von Ersatzmitteln erleichtert wird. Die Behandlung mit Diamorphin, einem synthetischen Heroin, muss flächendeckend ermöglicht werden.

• Drug-Checking-Angebote zur Prüfung der Verunreinigung von Drogen, kostenlose Bereitstellung sauberen Spritzbestecks für Risikogruppen zur Verringerung der Gesundheitsgefahren für Konsumentinnen und Konsumenten

• Umsetzung des international vereinbarten Werbeverbots für Tabakprodukte auch in der Plakat- und Kinowerbung

Der Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher wird seit 1998 begangen. Er geht auf die Initiative des NRW-Landesverbandes der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit e. V. zurück.

• Seit 1990 sind in Deutschland über 36.000 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen gestorben. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar gewesen – durch Aufklärung, Angebote zur Risikosenkung, Behandlung und durch Überlebenshilfen.

• Drogenkonsumräume haben im letzten Jahr in nur sechs Bundesländern rund 200 Menschenleben gerettet. Sie tragen zusätzlich zu einer positiven Entwicklung von Wohnumfeldern bei. Substitutionstherapien verhindern auch Folgeerscheinungen des Drogenkonsums wie Beschaffungskriminalität.

https://www.youtube.com/watch?v=IlkEV1VPl2c
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7 Kommentare
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Ursula Petermann-Wertessen aus Unna | 22.07.2015 | 07:31  
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Andreas Rau aus Hagen | 22.07.2015 | 17:16  
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Ursula Petermann-Wertessen aus Unna | 22.07.2015 | 21:03  
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Andreas Rau aus Hagen | 23.07.2015 | 20:41  
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Ursula Petermann-Wertessen aus Unna | 23.07.2015 | 21:48  
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Andreas Rau aus Hagen | 23.07.2015 | 21:53  
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Andreas Rau aus Hagen | 23.07.2015 | 22:06  
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