Es muss sich etwas ändern! Verkehrssituation in Hemmerde wird immer gefährlicher

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Es sind Situationen wie diese, die es den Senioren in Hemmerde schwer machen, ihre Ziele wie Apotheke, Carekauf oder Arzt zu erreichen. „Bauliche Veränderungen reichen hier aber nicht aus, wir brauchen ein generelles Umdenken“, fordert Dorothee Kuckhoff, Ortsverbandssprecherin der Grünen in Unna.
 
Dorothee Kuckhoff mit ihrer Großmutter Helga Baumert. Die beiden sind alteingesessene Hemmerder und kennen ihr Dorf in- und auswendig.
Unna: Hemmerde |

Wenn Helga Baumert von ihrem Haus im Holtumer Weg zum Einkaufen oder zur Apotheke möchte, so muss sie diese Gänge gut planen. Da ist der Bordstein zu uneben, dort ist die Straße zu eng - „Ich muss regelrecht im Zickzack durch‘s Dorf, wenn ich mich sicher fühlen will“, so Helga Baumert, die seit 1967 in Hemmerde lebt.

Und damit ist die Seniorin nicht allein. „Ich kenne viele aus meiner Nachbarschaft, die die Situation hier als gefährlich empfinden, manche gehen deshalb schon gar nicht mehr raus“, weiß Helga Baumert. Auch Kinder sind auf dem Weg zur Schule relativ ungeschützt – weswegen sie oft per Auto zur Schule gebracht werden und damit noch mehr Verkehr erzeugt wird.

Früher war die B1 Hauptgefahrenpunkt

Dabei erinnert sich die Hemmerderin noch gut daran, wie es früher war. „Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre war die B1 der Hauptgefahrenpunkt, als die Autobahn noch nicht war. Aber hier unten im Dorf war es ruhig, man erledigte die meisten Dinge per Rad oder zu Fuß, die Ostkirchstraße und andere Straßen waren noch nicht einmal geteert.“

„Und genau da ist der Knackpunkt“, weiß Dorothee Kuckhoff, Helga Baumerts Enkelin und Sprecherin der Grünen in Unna. „Heute haben alle Familien mindestens ein Auto, das auch für kurze Strecken genutzt wird.“
Und tatsächlich finden sich in dem historisch gewachsenen Ortskern von Hemmerde zwar durchaus breite Gehwege, doch andere Straßen und Wege weisen gar keine, abschüssige, baufällige oder sehr schmale Bordsteine auf, die zum Beispiel mit einem Rollator gar nicht zu begehen sind. So weichen die Senioren zum Beispiel im Holtumer Weg zwangsläufig auf die Straße aus und kommen dort den Autos in die Quere.

Privatwege nutzbar machen

„Dabei haben wir in Hemmerde kleinere Wege, die man als Fußgänger nutzen könnte – wenn man denn dürfte“, ärgert sich Helga Baumert. Die Privatwege sind aber oft unbefestigt und unklare Besitzverhältnisse machen eine Nutzbarmachung mehr als unwahrscheinlich. „Auch wenn uns Senioren das das Leben sehr erleichtern würde“, so die Hemmerderin.

Dorothee Kuckhof möchte erreichen, dass sich die Stadtverwaltung des Problems annimmt. „Baulichen Veränderungen sind hier finanziell aber auch strukturell durch die enge Bebauung einfach Grenzen gesetzt, wir brauchen ein ganz neues Konzept, was den Verkehr hier in den Hellweg-Dörfern angeht“, so Dorothee Kuckhoff.

Alles da im Dorf - aber man kommt nicht hin


Denn infrastrukturell gibt es in Hemmerde kaum etwas auszusetzen, ein Bahnhof verbindet das Dorf mit den nächstgrößeren Städten, es gibt einen kleinen Supermarkt für den täglichen Bedarf, eine Grundschule, Kirchen, Ärzte, eine Apotheke, Friseur oder eine physiotherapeutische Praxis - alles da. „Aber Hinkommen ist schwer“, so Helga Baumert.

Und so bittet Dorothee Kuckhoff nun den Rat der Stadt Unna, zu prüfen, welche Maßnahmen ergriffen werden könnten, um im besonderen die Anbindung des Holtumer Wegs zum Care­kauf für Senioren mit Gehhilfen zu ermöglichen.
„Aber es geht eigentlich um eine generelle Lösung für Hemmerde“, macht Dorothee Kuckhoff noch einmal deutlich. „Wenn hier das nächste Baugebiet ausgewiesen wird, wird die Situation im Dorfkern noch weiter verschärft.“
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Elke Preuß aus Unna | 12.02.2015 | 21:02  
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