Jetzt liegt die offizielle Stellungnahme des Bundeskartellamtes vor, worin die bereits vorab bekanntgegebene Zustimmung zur Beteiligung des RWE-Konzerns an den Unnaer Stadtwerken bestätigt wird. So heisst es in der Stellungnahme: "Ungeachtet der Marktstellung von RWE auf den Strommärkten fehlt es an einer Verstärkungswirkung durch das Fusionsvorhaben." Das wird, aufgrund der gegebenen Größenverhältnisse der beiden Gesellschaften, wohl auch niemand bezweifeln. Was das Bundeskartellamt nicht berücksichtigt hat, ist dass der RWE-Konzern allein in NRW an 28 Stadtwerken beteiligt ist und so über die Aufsichtsräte mit wichtigen Informationen zu Preisgestaltung und Marktstrategie versorgt wird. Aus Sicht der Piratenpartei ist es äusserst bedauerlich, dass solchen Konzern-Machenschaften kein Riegel vorgeschoben wird.
Auch dass das Kartellamt der Entfristung des Vertrages zugestimmt hat ist höchst bedenklich. In 15 Jahren, wenn die einzige Möglichkeit des Rückkaufes über die vereinbarte Call-Option gegeben ist, wird der Kaufpreis, aufgrund der zu erwartenden Marktentwicklung, wesentlich höher sein. Ein Rückkauf der Anteile wird dadurch erheblich schwieriger zu finanzieren sein als heute. Wenn aber andererseits der RWE-Konzern zu diesem Zeitpunkt von seiner Put-Option Gebrauch macht, hat der Stadtrat dann, ungeachtet der Haushaltssituation, nicht einmal mehr eine Entscheidungsfreiheit hierüber.
Dass die Fortsetzung der RWE-Beteiligung nicht unbedingt niedrigere Strompreise zur Folge hat, haben die Kunden der Unnaer Stadtwerke jedenfalls schon vor einigen Wochen gemerkt, als ihnen die Ankündigung der nächsten Preiserhöhung zum Januar 2012 ins Haus flatterte. "Meine Kündigung hat die Stadtwerke Unna GmbH jedenfalls schon erhalten" sagt Heike Palm von der Piratenpartei in Unna. "Wenn ich schon höhere Preise bezahlen muss, dann will ich auch echten Ökostrom geliefert bekommen."
Auch wenn mit dem Spruch des Kartellamtes nun das endgültige Ende der Bürgerinitiative "Unna ohne RWE" eingeläutet wurde, wird sich die Piratenpartei auch weiterhin gegen Lobbyismus und für mehr Bürgerbeteiligung einsetzen. So fordert z.B. auch der Verein Mehr Demokratie e.V. eine Abschaffung überflüssiger Fristen für Bürgerbegehren, die sich gegen einen Ratsbeschluss richten. Solange der Rat in der Lage ist, einen Beschluss zurückzunehmen, solange muss auch ein Bürgerbegehren möglich sein. Eine Forderung die die Piratenpartei bereits in ihrem Landtagswahlprogramm 2010 aufgestellt hatte.
Da ich mit meinem Geld trotzdem RWE mitfinanziere, bekomme ich leider eben keinen reinen Ökostrom. Das ist einfach nur schön dargestellt für den Werbeflyer.
Man kann nicht sagen, die privaten krigen nur öko-Strom und die großen Unternehmen nicht. Am Ende landet alles in einem Pott und wird dann dementsprechend aufgeteilt.
Ich bin jetzt auch zu "Naturstrom" gewechselt. Schade, hätte gerne den lokalen Anbieter unterstützt, so aber nicht.
Der Strom den die Stadtwerke Unna liefern, ist aus folgenden Gründen kein echter Ökostrom:
1. 7% der Gesamtstromlieferung der Stadtwerke ist immer noch Atomstrom (im Jahr 2009 waren es sogar nur 5%).
2. 39% des Stromes werden mit fossilen Energieträgern erzeugt (2009: 14%).
3. Ein Großteil des Ökostromes ist RECS-zertifizierter Strom, also umettiketierter Strom.
4. Die Stadtwerke gehören zu 24% dem RWE-Konzern, d.h. der Atomkonzern verdient mit und die Lobbyisten sitzen im Aufsichtsrat.
Für einen geringfügig höheren Preis bekomme ich bei naturstrom zu 100% Strom aus erneuerbaren Energien und das ohne RECS-Zertifikate. Was mich jetzt selbst gerade überrascht hat, ist, dass die Zahlen die die SWU für 2010 nennt deutlich schlechter sind, als die Zahlen für 2009 (s.o.). Offenbar ist man doch nicht so richtig auf dem Ökopfad wie angekündigt.
die Rechnung stimmt nicht. Alle Privat- und Gewerbekunden bekommen Ökostrom - und sogar klimaneutral. Wie der mit den anderen "zertifizierten" Naturstrom-Produkten zu vergleichen ist, kann jede/r selbst entscheiden und auch nachlesen: http://www.sw-unna.de/startseite/news/article/oeko... Ich verstehe, dass Ihr wie viele StadtwerkerInnen lieber ein Stadtwerk ohne RWE-Mitgesellschafter gehabt hättet. Nur: In den vergangenen zehn Jahren hat die Geschäftsführung trotz RWE-Beteiligung einen beispielhaften Umweltkurs gefahren und der neue Geschäftsführer Jürgen Schäpermeier hat mehrfach betont, dass er diesen weiter hält: http://www.sw-unna.de/startseite/news/article/unse... Da wäre es doch in Eurem Sinne und für Unna, die Stadtwerke weiter auf diesem Kurs zu unterstützen, anstatt einfach weg zu schmollen. Kritische BegleiterInnen sind, so ist mein Eindruck, an der Heinrich-Hertz-Straße 2 immer willkommen.
ich denke wir können uns ganz gut selber ein Bild machen.
Das ist nicht persönlich gemeint, aber von einem Marktingmenschen lasse ich mir bestimmt nichts einreden ;). Aber es zeugt ja sehr von Einsatz seiner Arbeit wenn Sie sich hier extra anmeldet.
Wir haben uns ausgiebig mit den Fakten beschäftigt und über diese kann keine noch so schön bunt gestaltete Werbung hinwegtäuschen.
Kündigung bei den SW ist schon längst raus, pünktlich zur Vertragsverländungs wurden die Strompreise ja direkt erhöht. Was dazu führt, dass ich jetzt für nur 3 Euro mehr im Monat echten, 100% Naturstrom bekomme, ohne Zertifikate.
die Zahlen, die ich genannt habe, stammen aus der Stromkennzeichnung der Stadtwerke für 2009 bzw. 2010. Da können auch schöne Worte und bunte Prospekte nicht drüber hinweg täuschen. Und die RWE-Beteiligung ist ja nur eines meiner Argumente gewesen.
ich freue mich, wenn Sie sich ein Bild machen. Ich will Ihnen - das können sicher RWE-kritische Menschen wie Hermann Strahl oder Michael Sacher Ihnen bestätigen - auch nichts einreden oder sie mit "schön bunt gestalteter Werbung" täuschen. Im Gegenteil: Ich freue mich darüber, wenn sich Menschen für Energiequalitäten interessieren und auch für die Rolle, die kommunale Unternehmen bei dem großen Projekt Energiewende erfüllen können und müssen. Über den "100 % Naturstrom" würde ich gerne mit Ihnen diskutieren - auch dieser wird "nur" zertifiziert und durch "Zertifikate" nachgewiesen.
Als Unnaer Bürger würde ich mich freuen, wenn Sie weiter für eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Energiewende vor Ort eintreten - die geht aus meiner Sicht ohne die Stadtwerke Unna nicht.
Übrigens: Der "bunte Prospekt" ist die extern hart geprüfte und zertifizierte Umwelterklärung nach EMAS und ISO 14001 - dem anspruchsvollsten Umweltaudit für Unternehmen. Sie und die darin veröffentlichten Umwelterfolge kommen jährlich auf den Prüfstand, das sind Fakten. Die Stromkennzeichnung wird nicht versteckt, sondern steht exponiert auf der Homepage, auf jeder Rechnung und in den Publikationen.
Mit herzlichen Grüßen
Günther Klumpp
ich finde es sehr schön, dass Sie so offen und sachlich mit uns diskutieren. Eine solche Diskussion hätte ich mir allerdings früher gewünscht. Ich hatte bisher auch nicht den Eindruck, dass kritische Bürger bei den Stadtwerken so ausdrücklich erwünscht sind. Zu der Zeit als wir die Diskussion gesucht haben, kam von Seiten der Stadtwerke keinerlei Reaktion.
Wenn ich mir den Strommix von naturstrom ansehe (https://www.naturstrom.de/unser-strom/privatkunden...) sehe ich einen Mix aus 72% Wasserkraft und 28% Windkraft. Also keine fossilen Brennstoffe, was mir persönlich auch sehr wichtig ist. Damit kann der Strommix der Stadtwerke leider nicht mithalten.
Natürlich wird jeder Strom zertifiziert, die Frage ist welche Zertifikate es sind. Ich stehe RECS-Zertifikaten sehr kritisch gegenüber.
Naturstrom versichert mir keine RECS-Zertifikate zu haben. https://www.naturstrom.de/index.php?id=984
Glauben Sie mir, wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, haben sehr lange und ausführlich verglichen.
ich danke für die Rückmeldung. Ich würde gerne - vielleicht zum Auftakt des neues Jahres - mit Ihnen darüber diskutieren, wie Sie und die MitstreiterInnen der Bürgerinitiative produktiv die Energiewende in Unna mit begleiten. Der Wechsel des Stromanbieters, den ich bedauere, kann ja nicht einzige Schritt sein, oder?
Günther Klumpp
Hallo Herr Klumpp,
über Ihr Angebot freue ich mich und bin gerne dabei. Ich gehe davon aus, dass auch die anderen Mitglieder unserer Bürgerinitiative Interesse an einer weiteren Diskussion haben. Mir ist eine echte Energiewende sehr wichtig, ansonsten hätte ich bestimmt nicht so viel Engagement in die RWE-Diskussion gesteckt.
ich freue mich darauf. Sie sagen mir, wann Sie im Januar Zeit haben. Ich wünsche Ihnen und den anderen PiratInnen ein frohes Weihnachtsfest und wenn wir uns bis dahin nicht mehr lesen, hören oder sehen sollten: Einen guten und gelungenen Start in ein 2012, in dem Unna hoffentlich erfolgreich mit Herz und Verstand seinen Beitrag zur Energiewende leistet.
Hallo Herr Klumpp,
die Mitglieder der Bürgerinitiative halten noch guten Kontakt, für Januar ist auch ein Treffen geplant, zu dem wir Sie auch gerne begrüßen. Gibt es einen Wochentag an dem Sie gar nicht können? Wir haben uns bisher meist an einem Donnerstagabend getroffen, sind da aber flexibel, weil der Termin noch nicht steht.
Ihnen auch ein schönes Weihnachtsfest und für das neue Jahr viele schöne Momente.
Hallo Frau Palm,
ich richte mich nach Ihnen. Freitag und Samstag würde ich ungerne blockieren. Montag bis Mittwoch sind für mich optimal, Donnerstag geht auch.
Unna: Cafe-Bistro im Park | Ein breites Bündnis aus Unnaer Bürgern und Mitgliedern verschiedener Parteien hat sich am vergangenen Donnerstag entschieden, gegen den Ratsbeschluß vom 21.07.2011 mit einem Bürgerbegehren vorzugehen.
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Unna. Die Vertreter der Bürgerinitiative "Unna ohne RWE" sind verwundert über die Absage der geplanten Podiumsdiskussion durch Herrn Hoffmann von der SPD. Im Gespräch mit der westfälischen Rundschau teilte Herr Hoffmann mit, dass es sich bei der Initiative nicht um eine Bürgerinitiative handele, sondern um eine gemeinschaftliche Aktion der Parteien Piraten, Linke und GAL. Weiterhin warf der SPD-Fraktionschef der...
Unna. 02.06.2011. Wie heute in der Tagespresse berichtet wurde, sollen die Bahnhöfe in Unna und Holzwickede mit Videotechnik ausgerüstet werden, um weitere Fälle von Vandalismus zu verhindern.
Die Piratenpartei hält dies für einen sehr zweifelhaften Weg, da Vandalismus so nicht verhindert werden kann, sondern lediglich in andere Bereiche verdrängt wird, wie verschiedene Studien belegen (nachzulesen u.a. beim AK-Vorrat:...
Seit Mittwoch, den 24.04.13 ist das Portal abgeordnetenwatch.de auf für den Unnaer Rat freigeschaltet. Hier können nun den Ratsmitgliedern persönlich Fragen gestellt werden.
Das können Fragen zu Entscheidungen des Rates sein, aber es können auch Meinungen zu drängenden Themen wie Schulkonzept, Lärmbelastung, Sportanlagen o.ä. abgefragt werden. Manchmal haben auch Anwohner Fragen zu irgendwelchen Dingen, die in ihrem...
Unna: Schalander | Am Dienstag den 16.04. treffen sich ab 19.30 Uhr die Piraten Unna im Schalander. Alle interessierten Mitmenschen sind herzlich dazu eingeladen. Die Piratenstammtische sind offene Treffen, bei denen man zuhören, mitdiskutieren und eigene Themen einbringen kann. Politik, gerade vor Ort, lebt vom Mitmachen und Mitgestalten und wir Bürger haben durchaus Möglichkeiten unsere Stimme zu erheben.
Seit Ende April ist das Portal Abgeordnetenwatch für Unna am Start. Nach einem etwas ruhigen Beginn finden sich nun die ersten Fragen und auch Antworten ein.
Die Fragen einer Bürgerin nach den Kosten für die Fiesta Italiana vor 2 Jahren und eine Kostenplanung für das diesjährige Event werden allerdings eher unbefriedigend beantwortet. So ist da die Rede von "geheimen" Zahlen oder dass man als Aufsichtsrat (eigentlich hat...