Werkstatt-Berufskolleg gründet Schülerfirma

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Eine große Marzipantorte überreichten Jürgen Schneider (l.) und Franz-Josef Klems (3.v.l.) vom Rotary-Club-Club Unna, an die Aktiven der neuen Schülerfirma am Werkstatt-Berufskolleg. In der Kühltheke präsentierte die Schülerfirma bereits ihr Angebot selbst hergestellter Snacks. Bild: Stefan Reimet
 
Eine große Marzipantorte überreichten Jürgen Schneider (l.) und Franz-Josef Klems (3.v.l.) vom Rotary-Club-Club Unna, an die Aktiven der neuen Schülerfirma am Werkstatt-Berufskolleg. In der Kühltheke präsentierte die Schülerfirma bereits ihr Angebot selbst hergestellter Snacks. Bild: Stefan Reimet
Unna: A1 | "Wirtschaften macht Spaß" - Rotary-Club spendiert neuer Schülerfirma die Verkaufstheke
Schüler des Werkstatt-Berufskolleg setzen Lehrbuchwissen in die Praxis um

Als "Fairtrade-School" mit Auszeichnung möchte das Werkstatt-Berufskolleg auch fair gehandelte Lebensmittel und Produkte zum Verkauf anbieten. Einer dazu frisch gegründeten Schülerfirma spendierte der Rotary-Club Unna jetzt eine mobile Verkaufs-Kühltheke.

Die Grundlagen der Betriebswirtschaft nur aus dem Lehrbuch zu erfahren, das ist laut Dieter schulze, Schuleiter des Werkstatt Berufskolleg, nicht genug. "Wer früh richtig Verantwortung übernommen hat, geht später auch besser damit um." Das Wissen in die Praxis umzusetzen ist Ziel der neuen "Firma", die zehn Schüler zwischen 16 und 25 jahren in einer Arbeitsgemeinschaft seit einigen Wochen aufbauen. Eine rollbare Verkaufstheke fehlte bislang. Werkstatt- Geschäftsführer Herbert Dörmann konnte schließlich Jürgen Schneider, Präsident des Rotary-Club Unna gewinnen. Der erklärte jetzt bei der Übergabe: "Gesundes Essen ist ein großes Thema der Rotarier, wozu weltweite Projekte laufen." Ökonomisches Handeln möglichst früh in der Praxis zu erleben sei wichtig für die Schüler. "Auch zu erkennen, was es bedeutet, wenn abends das Kassenbuch mal nicht stimmt."

Umsatzbeteiligung
Seit diesem Schuljahr muss in allen Klassen, insgesamt 412 Schüler, Wirtschaftslehre unterrichtet werden. In der Schülerfirma unterstützen die Fach-Pädagogen Kerstin Ilsen und Carsten Knoche die Schüler. Hauswirtschaftslehrerin Martina Friese leitet die Herstellung der Produkte an und achtet auf hygienische Aspekte. Snacks, Smoothies, Kuchen und Erfrischungsgetränke möchte die Schülerfirma spätestens ab dem kommenden Schukljahr im Foyer des Berufskolleg am Nordring anbieten. Per Umfrage wird jetzt der Bedarf ermittelt, auch ein Name für den internen Betrieb ist noch offen. Einkauf, Kalkulation, Zubereitung, Buchführung und Einsatzplanung im Verkauf lernen sie in der Praxis kennen. Ein Team ist für den kaufmännisch-organisatorischen Ablauf vernatwortlich, ein zweites für die Herstellung der Snacks. Testverkäufe mit belegten Brötchen und Brezeln verlaufen derzeit vielversprechend. "Dabei folgen wir einem englischen Schülerfirmen-Modell", erklärt Dieter Schulze. Demnach erhalten die Schüler eine kleine Umsatzbeteiligung, was aber von der Anzahl der Einsätze abhängt. Unentschuldigte Fehlzeiten führen zu Abzügen. Bis zu 50 Euro könnten die Aktiven erhalten. Damit möchte der schulleiter auch die Anwesdenheitsdisziplin verbessern.
Dabei möchte das Berufskolleg weitgehend auf Fair-Trade-Produkte zurückgreifen. Ergänzend soll ein Verkaufsautomat in einen "Fair-O-mat" umgewandelt und weitere selbst hergestellte Produkte aus der Werkstatt direkt in den Verkauf übernommen werden.
Zwei mal pro Tag werden Snacks und Getränke künftig in der Pausenhalle angeboten. Den Beteiligten stellte Rotary-Präseident Jürgen Schneider in Aussicht: "Sie werden sehen, Wirtschaften macht Spaß."

Drei Fragen an ...
Dieter Schulze, Leiter Werkstatt-Berufskolleg Unna

Herr Schneider, welches Ziel verfolgt das Kolleg mit der neuen Schülerfirma?
Studien belegen, mindestens 70 Prozent deutscher Unternehmen sind intensiv beteiligt an sozialem Engagement. Wirtschaft und Soziales passen zusammen. Das ist der Grundgedanke.

Wo liegt der Vorteil einer Schülerfirma für die Beteiligten?
Sie erleben wirtschaftliches Handeln auf niedrigster Ebene, merken sofort, ob sie richtig geplant haben und wie die Abläufe sind. Alles ist sehr gut nachvollziehbar.

Sind die Intergationsklassen mit Flüchtlingen in die Firma eingebunden?
Ja, aber sie kommen aus anderen Kulturen und bestehen weitgehend aus jungen Männern. Sie müssen Dinge tun, die sie früher nie gemacht haben. Abwasch und Müll wegbringen sind gewöhnungsbedürftig für sie. Aber sie merken auch, das ist die beste Art der Integration.
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