Amtsapothekerin rät: Fieber nicht immer senken

Anzeige
(Foto: Archiv)

Wer Fieber hat, macht sich Sorgen, dass es ihn dieses Mal „so richtig erwischt“ hat. Aber: „Fieber ist erstmal nicht Schlimmes, sondern eine sinnvolle Reaktion des Körpers, um das Immunsystem zu aktivieren“, erläutert die Amtsapothekerin des Kreises Unna, Birgit Habbes. Deshalb muss Fieber auch nicht zwangsläufig gesenkt werden.

Wer an keiner chronischen Krankheit leidet und bis auf den Infekt in einem guten Allgemeinzustand ist, sollte also nicht gleich zu Fiebersenkern greifen. „Es ist sinnvoller, das Fieber auszuhalten und sich zu schonen“, rät Habbes. Häufig sei man dann schneller wieder auf den Beinen als wenn die Immunabwehr des Körpers mit fiebersenkenden Mitteln gehemmt werde: „Dann besteht die Gefahr, eine Krankheit zu verschleppen.“

Gesunde Menschen haben eine Körpertemperatur zwischen 36,5 und 37,4 °C. Ab 37,5 °C gilt die Temperatur als erhöht. „Erst ab 38 °C spricht man von Fieber“, erklärt Habbes und verweist auf eine entsprechende Definition des Berufsverbands der Internisten. Zwischen 38,1 und 38,5 °C hat ein Patient leichtes Fieber, zwischen 38,6 und 39,0 °C mäßiges Fieber, zwischen 39,1 und 39,9 °C hohes Fieber - und von 40,0 bis 42,0 °C liegt sehr hohes Fieber vor.

Wenn das Fieber ansteigt und es den Patienten fröstelt, sollte er warm eingepackt werden. Eine Wärmflasche oder ein Körnerkissen wird als angenehm empfunden. „In der Phase des Fieberabfalls können kalte Wickel oder ein feuchtes Tuch auf der Stirn die Wärmeabgabe unterstützen“, gibt die Amtsapothekerin einen Tipp. Außerdem sollte ausreichend getrunken werden.

Senken der Körpertemperatur

Unter bestimmten Voraussetzungen kann es nötig sein, die Körpertemperatur zu senken. Das gelte vor allem dann, wenn der Körper durch chronische Herz- oder Nierenerkrankungen geschwächt ist oder Kinder bei hohem Fieber sehr erschöpft sind und nicht mehr ausreichend trinken, so Habbes.

„Im Zweifel ist der Arztbesuch natürlich angeraten“, unterstreich Habbes. „Das gilt insbesondere dann, wenn das Fieber ohne erkennbaren Grund länger als drei Tage anhält oder starke Beschwerden auftreten.“ Unbedingt zum Arzt sollte, wer eine ungewöhnliche Gesichtsfarbe hat, nichts trinken kann, Hautausschlag bekommt, sich oft Übergeben muss oder an Durchfall leidet, wenn der Nacken steif wird, Verwirrtheit oder Atemnot auftreten. Und: „Fiebernde Säuglinge unter drei Monaten sollten grundsätzlich dem Kinderarzt vorgestellt werden“, rät Habbes.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.