Ausbau Autobahn 44 – Lärmschutz steht im Fokus

Anzeige
In diesem Bereich werden A1, A44 und die dazugehörigen Kreuze um- und ausgebaut. Dauer: ca. zehn Jahre. (Foto: Grafik: Straßen.NRW)
 
Sven Koerner (Foto: Prochnow)
Von Jörg Prochnow

Mit vier Fahrspuren stößt die A44 zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund/Unna und der Anschlussstelle Unna-Ost an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Straßen.NRW plant deshalb, diesen Streckenabschnitt sechsstreifig auszubauen und hatte dazu zu einer Infoveranstaltung in die Stadthalle eingeladen.

Schon der Blick auf den Parkplatz der Stadthalle ließ es erahnen – das Interesse der Bürger Unnas am Großprojekt des Landesbetriebs Straßenbau NRW war sichtlich groß.

Es gibt sicherlich kaum einen Autofahrer im Kreisgebiet, der sich nicht schon häufiger über die zahlreichen Staus im Bereich des Autobahnkreuzes Dortmund-Unna geärgert hat. Die allgemeine Verkehrsentwicklung wird auch in Zukunft keine Entspannung erwarten lassen. Sven Koerner, Abteilungsleiter Entwurf und Planung beim Landesbetrieb Straßenbau NRW zu dieser Problematik: „Die Verkehrsentwicklung wurde in den vergangenen Jahren stark unterschätzt.“
Aus diesem Grund plant die Landesbehörde den sechsstreifigen Ausbau der A44 vom Autobahnkreuz Dortmund/Unna bis zur Anschlussstelle Unna-Ost. Die Länge des Ausbaus wird knapp 5,3 Kilometer betragen. Dadurch wird die Breite der A44 in diesem Bereich von 29,50 Meter auf 36 Meter wachsen.

Zusätzlich werden auf einer Länge von etwas über drei Kilometern im Zuge der A1 Ein- beziehungsweise Ausfädelungsstreifen angelegt. Seine vierblättrige Kleeblattform wird das Autobahnkreuz Unna durch den Umbau allerdings verlieren.

Die starken Eckströme, die für die Rückstauungen verantwortlich sind, machen den Bau sogenannter „Überflieger“ nötig. Der eine Überflieger wird die Fahrtrichtung von Dortmund nach Münster und der andere die Fahrtrichtung von Kassel nach Köln bedienen. Daneben sind deutlich längere Ver- und Entflechtungsstrecken vorgesehen. Weiterhin wird die Fahrbeziehung von Dortmund auf der A 44 zur Anschlussstelle Unna-Zentrum (A 1) und umgekehrt nicht mehr über das Autobahnkreuz sondern über die B 1 und die künftige Anschlussstelle „Oelpfad“ abgewickelt.

Bei dem Projekt wurde natürlich auch der Aspekt des Lärmschutzes nicht außer Acht gelassen. Vorgesehen sind daher an großen Teilen der Baustrecke lärmarmer Asphalt sowie Lärmschutzwälle oder –wände oder Kombinationen daraus. Obwohl die Erweiterung der A 44 eine Fläche von 29 Hektar dauerhaft benötigen wird, stellt sie nach Aussage von Straßen.NRW für die Natur keine Bedrohung dar. Gerade durch die vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen werden Vorteile gegenüber dem heutigen Stand erzielt. Die Bauzeit wird ca. zehn Jahre dauern.

Über all diese Fakten konnten sich am Montag (14. September) interessierte Bürger ausgiebig im Foyer der Stadthalle informieren. Bereits eine Stunde vor der offiziellen Präsentation beantworteten Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenbau NRW viele Fragen schon im Vorfeld und erklärten die einzelnen Themen und Schwerpunkte anhand von Schautafeln. Die eigentliche Präsentation begann dann pünktlich um 17 Uhr und sollte eigentlich nur eine Stunde dauern. Da aber gerade das Thema Lärmschutz vielen Zuhörern besonders am Herzen lag, gab es hier schon im Vorfeld viele Nachfragen.

Zahlreiche Bewohner autobahnnaher Wohngebiete fürchten eine Beeinträchtigung ihrer derzeitigen Wohnqualität durch die anstehenden Baumaßnahmen. Der Antrag auf die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens soll im ersten Quartal 2016 erfolgen.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.