Bildungsakademie lädt ein zum Kongress - Termin verschoben

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Dr. Norbert Tschirpke, Projektleiter bei der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe.
Unna. Das Handwerk schlägt Alarm. In der Region Hellweg-Lippe gibt es aktuell über 300 unbesetzte Ausbildungsplätze. Betrachtet man den demografischen Wandel in unserer Gesellschaft, wird sich die Situation in den nächsten Jahren noch verschärfen.

„Wir haben deshalb im Rahmen der Fachkräfte-Initiative eine Gesamtstrategie entwickelt“, erklärt Dr. Norbert Tschirpke, Projektleiter bei der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe. Ein Punkt in dieser Strategie ist die praktische Umsetzung von Inklusion. Viele Handwerksbetriebe stehen diesem Thema aufgeschlossen gegenüber und wollen Menschen, die bislang nicht im Fokus standen, für das Handwerk begeistern. „Wir haben gute Erfahrungen gemacht“, berichtet Tschirpke.

Welche Wege möglich sind, um Inklusion praktisch umzusetzen soll im Rahmen eines Kongresses erörtert werden, zu dem die Bildungsakademie NRW der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe am Mittwoch (12. Juni) von 9 bis 16 Uhr ins Hellweg Berufskolleg Unna einlädt. Ursprünglich sollte der Kongress bereits am 10. April stattfinden, um allerdings alle Referenten mit an Bord zu haben, wurde der Termin verschoben.

In der Aula und in den Arbeitsräumen an der Platanenallee diskutieren und erarbeiten Lehrer, Schulleiter, sowie Vertreter von Schulträgern, sozialen Einrichtungen und Bildungsbüros Möglichkeiten zur aktiven Umsetzung.

Zum Thema „Wer Inklusion will, sucht Wege - wer sie nicht will, sucht Begründungen“ referiert Bundestagsmitglied Hubert Hüppe als Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Die "Inklusive Bildung als Chance für die Schulentwicklung" erläutert Dr. Peter Sicking von der Sir Peter-Ustinov-Stiftung aus Frankfurt. Prof. Dr. Josef Rützel von der TU Darmstadt sieht die "Inklusion als zukunftsorientierte Berufsbildung". Den "Übergang von Schule zum Beruf im Rahmen der Inklusion beleuchtet" Prof. Dr. Manfred Eckert von der Universität Erfurt.


Drei Fragen an Dr. Norbert Tschirpke

1. Was bedeutet Inklusion?
Inklusion bedeutet, alle Menschen an allen Lebensbereichen teilhaben zu lassen. Inklusive Bildung ist ein Menschenrecht, wie Professor Rützel von TU Darmstadt formulierte. Alle sollen uneingeschränkten Zugang zu allen Bereichen allgemeiner und beruflicher Bildung haben, egal ob beispielsweise Hochbegabte, Behinderte, Migranten oder ältere Menschen.

2. Wie setzt die Kreishandwerkerschaft das Thema Inklusion aktiv um?
Mit dem demografischen Wandel verliert das Handwerk Fachkräfte. So müssen wir dafür sorgen, dass auch Menschen, die nicht so im Fokus stehen, sich qualifizieren können. Es gibt im Handwerk viele Betriebe, die sich diesem Thema öffnen. Wir haben eine Gesamtstrategie entwickelt, die Menschen mit der für sie richtigen Tätigkeit zusammen zu bringen.

3. Wie erfolgt die konkrete Umsetzung?
Bei der Gewinnung ausbildungsfähiger Jugendlicher wollen wir Gesellen für das Handwerk finden. Beim Projekt „Studienabbrecher – Meister statt Master“ geht es um die Sicherung der Unternehmensnachfolge. Bei der „Qualifizierung von ausländischen Hochschulabsolventen“ möchten wir ausländische Studierende motivieren und qualifizieren, ins Handwerk einzusteigen.
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