Dr. Ilona Csoti referierte in der Parkinson Selbsthilfegruppe Unna

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Dr. Ilona Csoti
 
Marianne Ihne, stellv. Gruppenleiterin, Dr. Hans Wille, Gruppenleiter und Dr. Ilona Csoti
Unna: Forum Mozartstraße | Mittwoch, 08. April 2015 I 15:00 Uhr

Wir können die Krankheit nicht heilen - aber stoppen


so formulierte es Dr. Ilona Csoti, am Anfang ihrer Ausführungen.

Zu der internen Gruppenveranstaltung der Parkinson Selbsthilfegruppe Unna waren von der Krankheit Betroffene mit ihren Angehörigen und Gäste gekommen. Unsere Mitglieder sehen dem Vortrag mit großem Interesse entgegen, so Gruppenleiter Dr. Hans Wille in der Vorankündigung.

Dr. Ilona Csoti
Sie ist Chefärztin und Ärztliche Direktorin der Gertrudis-Kliniken im Parkinson-Zentrum, Karl-Ferdinand-Broll-Str. 2-4, 35638 Leun-Biskirchen im malerischen Lahntal in der Nähe von Wetzlar. Das Parkinson Zentrum ist eines der Regionalzentren im Kompetenznetz Parkinson.

In ihren Ausführungen zum Thema
Parkinson News
ging Dr. Ilona Csoti zunächst auf den Bereich der Naturheilkunde bei Parkinson Betroffenen ein.
» Bulgarischer Joghurt. Hier haben Forscher herausgefunden, dass dieser Joghurt Zellen reparieren kann. Das besondere am bulgarischen Joghurt ist, dass er nicht gepresst wird und besonders viele Bakterien zugesetzt bekommt. Die gesunde Milchsäure D-Laktat steckt in hoher Konzentration in diesem Joghurt. Die Fruchtsäure Glykolat dagegen kommt aus unreifem Obst, Weintrauben und Zwetschgen.
Viele weitere Untersuchungen sind aber notwendig, bis eine abschließende Aussage getroffen werden kann, ob D-Laktat und/oder Glykolat auch bei Parkinsonpatienten sinnvoll und hilfreich den Krankheitsprozess modifizieren kann, so ist es bei der Deutschen Parkinson Gesellschaft in einer Experten Stellungnahme vom 24. November 2014 zu lesen.
» Grüner Tee, oder 500 mg Teekapseln, ein Glas Rotwein, dunkle Schokolade, dunkle Früchte und drei Gläser Milch täglich können das Immunsystem eines Parkinson Betroffenen stärken, bestätigte Dr. Ilona Csoti.

Neue Medikamente
» Safinamide von Xadago ist der erste neue chemische Wirkstoff (NCE) seit 10 Jahren, der vom Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) für die Behandlung von Parkinson-Patienten eine positive Bewertung erhalten hat. Es ist ein Novum in der Parkinsontherapie. Das Medikament kommt Mitte Mai auf den Markt. Ich bin hoffnungsvoll, sagte Dr. Ilona Csoti.

» Droxidopa von Northera hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde im Februar 2014 zugelassen mit einem neuen Wirkstoff bei Kreislaufschwäche.

» IPX066 - Rytary wurde in den USA am 8. Januar 2015 zugelassen. Es ist eine L-Dopa-basiertes Produkt zur Behandlung der frühen und fortgeschrittenen Parkinson-Krankheit. Es wurde von den Impax Laboratories entwickelt und enthält eine Kapsel mit unterschiedlich großen Perlen, die sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auflösen.

Es gab Informationen zu diesen Produkten
» Akkordeon Pille mit Levodopa - L-Dopa.
Hierbei handelt es sich um ein Medikament, welches so etwas wie ein „Miniatur-Akkordeon" enthält, um eine besonders verzögerte Abgabe zu ermöglichen.
» L-Dopa Spray.
L-Dopa ist nach wie vor das wirksamste und nebenwirkungsärmste Medikament der Parkinson Behandlung.
» L-Dopa Pflaster Pumpe.
Darunter versteht man eine schlauchlose Einmalpflasterpumpe, über die kontinuierlich Dopa subkutan (unter die Haut) über 24 Stunden freigesetzt wird.
» CRONO-APO-go®-Pumpe.
Hiermit ist die Verabreichung von Apomorphin mittels einer Pumpe für solche Patienten geeignet, die an Wirkungsschwankungen von Levodopa-haltigen Präparaten, also unter ON und OFF-Problemen, leiden.

Weitere Informationen gab es auch zu elektronischen Dosierhilfen und der THS (Tiefenhirnstimulation), die sich besonders bei fortgeschrittenem Parkinson bewährt.

Zeit und gute Ratschläge hatte Dr. Ilona Csoti
Am Ende ihres Referats hatte sie Zeit für die Mitglieder der Parkinson Selbsthilfegruppe Unna um Fragen zu beantworten. Zum Abschluss fügte sie noch hinzu:
Von der Krankheit Parkinson Betroffene können auch 100 Jahre alt werden. Nur eben etwas langsamer.
» Tägliche Bewegung, am Leben teilnehmen und positiv denken sind nur einige Punkte.


Termintipp Treffpunkt Parkinson Café
Am 22. April ist das Parkinson Café im Fässchen Unna, Hertingerstraße 12
59423 Unna wieder Treffpunkt für Parkinsonkranke, deren Angehörige und interessierte Gäste. Das Gespräch miteinander steht im Mittelpunkt. Erfahrungen werden ausgetauscht: Haben andere die gleichen Schwierigkeiten? Kennt jemand einen Trick, wie man an die pünktliche Einnahme der Medikamente denkt? Jeder erzählt von seinen Problemen und fühlt sich von den anderen verstanden, denn die Erkrankung betrifft alle. Das gesellige Beisammensein steht im Parkinson Café im Mittelpunkt. Es wird gelacht, und es entstehen neue Freundschaften.

Kontakt zur Gruppe
Dr. Hans Wille, Gruppenleiter
Telefon: 02303/773217
Email: h_wille@gmx.de
Viele Detailinformationen gibt es auf der Internetseite
» Parkinson Selbsthilfegruppe Unna

Fotos © Jürgen Thoms
09.04.15 21:15:12
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3 Kommentare
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Elisabeth Jagusch aus Schermbeck | 10.04.2015 | 11:20  
23.171
Helmut Zabel aus Herne | 11.04.2015 | 10:57  
9.726
Jürgen Thoms aus Unna | 16.04.2015 | 11:03  
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