Gute Nachbarn sind der beste Schutz: In Unna und Umgebung sind Einbrecherbanden unterwegs

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Die Tage sind kürzer, das lockt Einbrecher an, die an dunklen Fenstern leicht erkennen können, ob ein Haus oder eine Wohnung unbewohnt ist. Auch in Unna häuft sich in den vergangenen Tagen und Wochen die Zahl der Einbrüche. (Foto: Archiv/GDV)

Es sind Polizeimeldungen wie diese, die uns in Angst und Schrecken versetzen: Am Dienstag (16. Dezember) kehrte gegen 22.15 Uhr die Bewohnerin eines Einfamilienhauses An der Feuermaschine nach Hause zurück und konnte ihre Haustür nicht öffnen. Die hinzugerufenen Polizeibeamten stellen fest, dass Unbekannte durch ein Kellerfenster in Haus eingedrungen waren und dort alles durchsucht hatten.
In ein Reihenhaus An der Saline drangen Einbrecher zwischen 18 Uhr und 20.50 Uhr ein. Auch hier wurde alles durchsucht. Nach ersten Feststellungen erbeuteten die Täter Bargeld. Zwischen Samstagnachmittag (13. Dezember) und Dienstagnachmittag (16. Dezember) hebelten unbekannte Täter eine Balkontür eines Mehrfamilienhauses am Jasminweg auf und durchsuchten die Wohnung. Hier wurden ein Fernsehgerät und ein Radio entwendet. In zwei Wohnungen in
Mehrfamilienhäuser am Asternweg und an der Dorotheenstraße drangen Unbekannte am Dienstag (16. Dezember) zwischen 15.15 Uhr und 18 Uhr ein. Sie entwendeten Schmuck, Bargeld und eine alte Spielzeugeisenbahn.

Das sind "nur" fünf der zahlreichen Einbruchmeldungen, die zurzeit die Polizei in Unna zu bearbeiten hat. In der dunklen Jahreszeit haben Einbrecher Hochkonjunktur. Die meisten Einbrüche in Unna und Umgebung werden aktuell von organisierten Banden begangen, die zur Tatbegehung häufig aus benachbarten Großstädten in den Kreis Unna anreisen. Das haben die Ermittlungen der Polizei ergeben. Daher sind Wohngebiete nahe von Autobahnen und Bundesstraßen bevorzugte Tatorte der Einbrecherbanden.


Mindestens zu zweit, meist zu dritt sind die Einbrecher unterwegs. In häufig älteren Fahrzeugen mit auswärtigen Kennzeichen fahren sie auffällig langsam durch Wohngebiete, um sich geeignete Einbruchsobjekte anzusehen. Mittlerweile sind viele Bürger sensibilisiert und benachrichtigen die Polizei, wenn ihnen verdächtige Fahrzeuge in ihrem Wohngebiet auffallen.

Wie zum Beispiel die Anwohnerin, der ein Fahrzeug aufgefallen war. Sie hatte sich das Kennzeichen gemerkt und die Polizei verständigt. Diese konnte kurz darauf das Fahrzeug anhalten. Die drei Insassen versuchten zu flüchten. Zwei Männer aus Rumänien konnten jedoch sofort von der Polizei festgenommen werden, ein dritter Mann flüchtete in einen Supermarkt. Dies beob­achtete ein weiterer Zeuge und gab der Polizei einen Hinweis. So konnte auch der dritte Mann festgenommen werden. Die drei Männer gaben zu, zuvor einen Wohnungseinbruch begangen zu haben.

Verwaiste Wohnungen sind leicht auszumachen

Die Polizei rät, den Kontakt zum Nachbarn zu pflegen, denn in einer aufmerksamen Nachbarschaft haben Einbrecher und Diebe kaum eine Chance. Der Nachbar kann den Briefkasten leeren und die Rollläden öffnen und schließen, denn verwaiste Wohnungen sind leicht an dunklen Fenstern auszumachen. Durch Lampen und Radios, die mit Zeitschaltuhren gesteuert werden, erweckt eine leere Wohnung für Einbrecher nicht den Eindruck, dass sie unbewohnt ist.

„Es ist schlimm und beängstigend, wenn man dann nach Hause kommt und die Eingangstür oder die Fenster aufgebrochen findet, die Wohnung zerwühlt ist und Wertgegenstände gestohlen wurden“, sagt Bodo Temme, Sprecher des Bezirks Unna im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK).

Neben dem Schock der Verletzung der Privatsphäre haben Betroffene einige Verluste zu beklagen: Einbrecher sind in der Regel nicht sehr wählerisch. Sie nehmen alles mit, was sich schnell transportieren und leicht verkaufen lässt, wie Schmuck, Smartphones, Laptops und natürlich auch Bargeld. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entstand dabei 2013 in Deutschland ein Schaden von durchschnittlich 3.300 Euro.

Ist man Leidtragender eines Einbruchs, kommt nur die eigene Hausratversicherung für die finanzielle Entschädigung auf“, weiß Temme. „Sie übernimmt die Wiederbeschaffungskosten für gestohlene Gegenstände und erstattet die Kosten für Reparaturmaßnahmen der aufgebrochenen Fenster, Türen und sonstigen Vandalismusschäden. In der Regel decken die Policen auch zeitweilige Übernachtungskosten ab, wenn die Wohnung so verwüstet wurde, dass sie erstmal unbewohnbar ist.“

Hausratversicherung regelmäßig überprüfen


77 Prozent aller Haushalte haben eine solche Hausratpolice abgeschlossen. „Dennoch sollte die Versicherungssumme in angemessenen Zeiträumen überprüft werden. Schließlich verändert sich der Versicherungswert des eigenen Hausstands mit dazu gekauften Gütern in den Jahren“, so Temme. Als Richtwert gelten 650 Euro pro Quadratmeter Wohnungsfläche, um die richtige Versicherungssumme zu berechnen und nicht unterversichert zu sein. Über Details informieren die Versicherungskaufleute.

Was viele Versicherte nicht wissen, ist, dass die Hausratversicherung auch als eine Aussenversicherung Schäden abdeckt. Auch im Falle eines Raubüberfalls kommt sie für Schäden auf, maximal aber für zehn Prozent der Hausrat-Versicherungssumme. Bei Bargeld liegt das Limit je nach Vertrag meistens bei maximal 1.000 Euro. Ein Angriff auf die Person oder schon die Androhung von Gewalt reichen aus, damit die Hausratversicherung für den Schadenersatz zuständig ist. „Wichtig für eine zügige Schadenregulierung sind Zeugen“, gibt Bodo Temme den Tipp.

Tipps zum Einbruchschutz:


Achten Sie auf Fremde im Haus oder auf dem Nachbargrundstück und sprechen Sie diese an.

Sorgen Sie dafür, dass in Mehrfamilienhäusern die Hauseingangs-, Keller- und Bodentüren verschlossen sind.

Schließen Sie Fenster und ziehen Sie die Türe nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie diese immer zweifach ab.

Betreuen Sie die Wohnung länger abwesender Nachbarn, indem Sie zum Beispiel den Briefkasten leeren.

Rollläden sollten zur Nachtzeit – und keinesfalls tagsüber – geschlossen werden.

Alarmieren Sie bei Gefahr und in Verdachtsfällen sofort die Polizei – entweder über Notruf 110 oder direkt über die Polizeiwache, also in Unna über Tel. 02303/921-3120.
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