Inklusion und Schule: Bildungswerk lädt ins Bürgerforum Unna zum Info-Abend ein

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Behinderte und Nichtbehinderte werden gemeinsam unterrichtet: Mit Beginn des neuen Schuljahres ermöglicht das Schulgesetz die freie Wahl der Bildungseinrichtungen. (Foto: Jura)
Unna: Bürgerforum Königsborn |

Vor einem Jahr verabschiedete der nordrhein-westfälische Landtag das Erste Gesetz zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Mit dem Start ins neue Schuljahr wird damit das gemeinsame Lernen von Schülern mit und ohne Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung zum Regelfall.

Wie der gemeinsame Unterricht von Behinderten und Nichtbehinderten jedoch in der Praxis aussehen kann, ist oft unklar. Eltern und Kinder sind häufig verunsichert. „Eine Konsequenz kann dann sein, aus Sorge um das Kind eine Abwehrhaltung einzunehmen und sich dem neuen Weg zu verschließen“, erklärt Dr. Guido Jura, Vorsitzender des Katholischen Bildungswerks im Dekanat Unna. Und weil ein offener Umgang mit dem Thema „Inklusion und Schule“ am ehesten über Information und Diskussion gelingt, lädt das Bildungswerk zu einem Infoabend ein.

Infoabend in lockerer Atmosphäre


Am Donnerstag, 30. Oktober, um 19.30 Uhr sind alle Interessierten ins Bürgerforum an der Döbelner Straße 7 in Königsborn eingeladen. Bianca Nolte Weissensee, Regelschullehrerin und Moderatorin Inklusion des Kompetenzteams Unna, und Christopher Meisel, Koordinator für Inklusion an der Gesamtschule Fröndenberg, berichten über ihre Erfahrungen. In Rahmen einer Diskussion soll in lockerer Atmos­phäre erörtert werden, wie Inklusion gelingen kann, welche Rahmenbedingungen erforderlich sind und worin die Chancen bestehen.

Die Referenten kennen die Sorgen und Vorbehalte von Eltern. Seit vier Jahren wird Inklusion an der Gesamtschule Fröndenberg umgesetzt. „Es ist einfach toll zu sehen, wie die Schüler hier einander mitnehmen”, berichtet Christopher Meisel über den Schulalltag, in dem das gemeinsame Lernen ganz normal ist. Auch die Integration von Kindern mit dem Förderschwerpunkt emotionales und soziales Verhalten, die Lehrern an Regelschulen, aber auch Eltern meist die größten Probleme bereiten, funktioniere hier.
„Eltern haben Sorgen, dass ihre Kinder nicht mehr den Lehrstoff vermittelt bekommen, weil sich ihre Lehrer vermehrt um behinderte Klassenkameraden kümmern müssen“, sagt Jura, Lehrer für Deutsch und Sozialwissenschaften am Ursulinengymnasium in Werl. „Die Ängste dürfen zur Sprache kommen, weil die Situation für alle neu ist.“ Gutes pädagogisches Arbeiten sei gefragt. „Aber es liegen auch ganz viele Chancen in der Inklusion.“ Das gemeinsame Lernen von Behinderten und Nichtbehinderten ermöglicht eine frühe Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander. „Die jungen Leute gehen offen in die Gesellschaft.

Umsetzung der Inklusion offensiv angehen


Das Thema „Inklusion und Schule“ wurde in den vergangenen Monaten regelrecht verpennt, räumt Jura ein. „Wir haben den Auftrag erhalten, die Inklusion umzusetzen und sollten das offensiv angehen.“ Den Anfang macht nun der Infoabend am 30. Oktober. Gerade dem katholischen Bildungswerk müsse es ein Anliegen sein, genau auf die Ränder der Gesellschaft zu schauen und eine Integration zu fördern.
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