Schimmelpilz-Saison: Tipps bei Feuchtigkeit und Schimmel

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Karin Baumann, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW, erläutert die Ursachen des Schimmelbefalls und erklärt, wie man die eigene Wohnung schützen kann. (Foto: Archiv)

Jedes Jahr in der feuchten Jahreszeit erobern sie die Wände: hässliche schwarze Flecken, oftmals die ersten Anzeichen für einen Schimmelpilzbefall. Der sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch mit Gesundheitsrisiken verbunden sein. Karin Baumann, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW, erläutert die Ursachen des Schimmelbefalls und erklärt, wie man die eigene Wohnung schützen kann.

„Im Winter sind die Außenwände der Häuser und Wohnungen kalt. Die warme Innenraumluft kühlt sich dort ab. Mit sinkender Temperatur sinkt aber auch die Aufnahmefähigkeit der Luft für Wasserdampf. Ergebnis: An der Wandoberfläche nimmt die relative Luftfeuchte zu. In diesen Bereichen findet der Schimmelpilz ideale Wachstumsbedingungen vor – auch ohne fühl- oder sichtbares Kondenswasser“, so Baumann.

Mehrmals täglich effektiv Lüften: Die wichtigste Regel zum Schutz vor Schimmelpilz heißt "Raus mit der feuchten Luft, am besten durch regelmäßiges Lüften". Die Fenster sollten in der Heizperiode immer nur für ein paar Minuten geöffnet werden, dafür aber möglichst weit. Während dieses Stoßlüftens sollte die Heizung heruntergedreht werden. Wann die Zeit zum Lüften gekommen ist, kann ein Hygrometer anzeigen, das für wenige Euro erhältlich ist: Im Winter sollte die relative Luftfeuchte nicht lange über 50 Prozent liegen, da sich die Feuchtigkeit sonst leicht an kalten Wänden niederschlägt und Schimmelwachstum fördert. In schlecht gedämmten Häusern liegt die Gefahrengrenze oft schon bei 40 Prozent.

Nur morgens nach dem Aufstehen kurz zu lüften, wenn die Wohnung ohnehin noch kühl ist, reicht nicht. Denn erst nach dem Anheizen kann die Luft weitere Feuchtigkeit auf- und mit herausnehmen. Und die Wassermenge, die herausgelüftet werden muss, ist dank Waschen, Duschen, Kochen und Co. durchaus stattlich: In einem Vier-Personen-Haushalt sind das pro Tag zwischen sechs und zwölf Liter. Deshalb muss mehrmals über den Tag verteilt gelüftet werden.

Bewusst heizen: Die Wahl der richtigen Raumtemperatur hilft Energie zu sparen und Schimmel zu vermeiden. Für ein gemütliches Raumklima im Wohnzimmer und in der Küche reichen 19 bis 21°C aus. Im Bad sollte es mit 21 bis 23°C etwas wärmer sein, während im Schlafzimmer 18°C für einen angenehmen Schlaf sorgen. Beim Lüften sollten die Heizkörper immer komplett abgedreht sein. Die einströmende kalte Luft bewirkt sonst die Aufheizung des Heizkörpers. Die Konsequenz: man heizt direkt nach draußen.

Wärmedämmung: "Eine gute Wärmedämmung reduziert nicht nur die Gefahr des Feuchteniederschlags an kalten Bauteilen, sondern spart auch deutlich Heizenergie und erhöht den Wohnkomfort," weiß Astrid Stadtmüller, Energieberaterin bei der Verbraucherzentrale NRW.

Was aber ist zu tun, wenn der Schimmelschaden bereits da ist? Aus Sicht der Verbraucherzentrale ganz klar ein Fall für Fachleute: „Wir empfehlen Ratsuchenden immer, den Schaden professionell beseitigen und vor allem die Ursache klären zu lassen, sonst besteht die Gefahr, dass der Schimmel schnell wieder kommt,“ so Baumann. Nur Experten können nach der Sanierung sicherstellen, dass auch die gesundheitsschädlichen Stoffwechselprodukte des Schimmelpilzes vollständig entfernt wurden.

Individuelle Fragen


Individuelle Fragen zu Problemen mit Feuchtigkeit und Schimmel beantwortet die Umweltberatung der Verbraucherzentrale im Rathaus Unna - für Interessierte gibt es hier auch kostenloses Informationsmaterial zum Thema. Zu Fragen zu Lüftungsanlagen oder Wärmedämmung berät dort auch die Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW – bei Ratsuchenden zu Hause (90 Minuten/60 Euro) und auch in der Beratungsstelle Unna bei Energieberaterin Astrid Stadtmüller. (30 Minuten/5 Euro). Termine gibt es unter www.vz-nrw.de/energieberatung oder im Umweltberatungszentrum unter Telefon 02303/ 592505 oder per email unter unna.umwelt@verbraucherzentrale.nrw.
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