Selbstbewusstsein braucht Unterstützung

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Marita Gloger, Dominik , Schülerhilfe-Leiterin Sabine Juračić und Nachhilfelehrerin Jacqueline Stevelmans (von links). (Foto: privat)
Unna. Dominik Gloger geht in die achte Klasse der Unnaer Hellweg Realschule. Heute kann er wieder lachen, aber er weiß auch, wie es sich anfühlt, wenn Schule zum Alptraum wird. Mit seinen 15 Jahren hat er schon harte Zeiten hinter sich, über die er eigentlich gar nicht sprechen möchte. Sie sitzen ihm noch im Nacken wie ein dicker Brocken schlechte Erinnerung. Zu dicht.
Mit dem Wechsel zum Gymnasium vor zwei Jahren begann für ihn das, was Psychologen mit dem Phänomen Schulangst beschreiben. Vom Leistungsdruck fühlt sich Dominik immer häufiger überfordert und wird schließlich krank. Seine Fehlzeiten nehmen zu. Den verpassten Unterrichtsstoff muss er nachholen - neben dem ganz normalen Pensum. Der Druck wird immer stärker, letztlich auch durch einige Mitschüler, die anfangen, ihn zu hänseln. Schließlich ist Dominik gar nicht mehr zur Schule gegangen. „Dominik hat sich in dieser Zeit immer mehr in sich zurückgezogen und kaum etwas erzählt“, berichtet Mutter Marita Gloger.
Schulangst kann unterschiedliche Ursachen haben und sich so weit steigern, dass ein Kind sich weigert zur Schule zu gehen. Zum Beispiel weil es Angst hat zu versagen oder weil es Probleme mit Klassenkameraden gibt. Mobbing kann eine Rolle spielen. Darunter versteht man andauernde Angriffe und Schikanen durch Mitschüler. Experten gehen laut Schulministerium NRW davon aus, dass eine halbe Millionen Schüler in der BRD unter Mobbing durch Gleichaltrige leiden.
Für Dominik hat sich in der Zwischenzeit einiges geändert. Er hat Hilfe gefunden bei seinem sozialpädagogischen Betreuer, der ihn im Alltag begleitet und Mut macht. Außerdem geht Dominik jetzt auf die Hellweg-Realschule und fühlt sich wohl dort. Seine Noten haben sich deutlich verbessert. Dafür musste er auch ordentlich „ranklotzen“. Sein Alltag war in den letzten Monaten fest verplant. Mit Unterstützung seines Klassenlehrers hat er seine Wissenslücken in Mathe aufgeholt. Außerdem ist er zweimal in der Woche zur Hausaufgabenbetreuung der Schule gegangen. Auch die Schülerhilfe Unna hat ihn unterstützt und zwar mit einem halbjährlichen Stipendium im Fach Englisch. Ein Marathon, der sich für ihn gelohnt hat, denn so hat er die Versetzung geschafft und kann jetzt auf dem Gelernten aufbauen.
„Im ersten Vokabeltest im neuen Schuljahr habe ich eine Drei bekommen“, sagt Dominik. Ein bisschen stolz ist er auch. Am meisten aber freut er sich, dass er jetzt wieder Zeit für sein großes Hobby, das Fußballspielen, hat. „Das ist im letzten Jahr ganz ausgefallen, jetzt suche ich mir erst mal einen neuen Verein“, sagt der erklärte Bayernfan. Mal Fußballprofi zu werden, davon träumt er nicht. Aber Sportreporter, das wär’s.
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