Tipp des Tages: Keine „chemische Keule“ gegen Wespen - und schon gar kein Gasbrenner

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Nein, dieses Bild zeigt keine Wespen sondern Hornissen. Aber auch hier gilt: Hände weg von chemischen Keulen und Brandbeschleunigern! (Foto: Archiv)

Wespen: Ein Sommer ohne sie ist kaum denkbar. Vor allem Garten- und Balkonbesitzer fragen sich jedes Jahr aufs Neue, wie gefährlich die Tiere sind und wie man sie wieder los wird. Tipps zum friedlichen Umgang mit den schwarz-gelben Insekten hält der Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Unna bereit. Denn Wespe ist nicht gleich Wespe - und viele Arten sind harmlos.

 
„Wespen bestäuben durch das Sammeln von Nektar Pflanzen und fangen zusätzlich Fliegen, Läuse und andere lästige Insekten“, erklärt Christian Makala von der Unteren Landschaftsbehörde.

Für das Naschen an Kuchen, Limonade, aber auch Gegrilltem sind nach Auskunft des Kreis-Umweltexperten nur zwei Arten verantwortlich: Die deutsche und die gewöhnliche Wespe. Kuchen, Limonade, vergorenes Obst und sonstige Zuckerquellen gewinnen hierbei für beide Arten vor allem zum Spätsommer bzw. Herbst an Bedeutung, wenn die Wespenkolonien beginnen Vorräte für den Winter anzulegen. Im Hochsommer treten beide Arten jedoch noch überwiegend als Nützlinge auf, die mit den erbeuteten Insekten ihre Brut aufpäppeln.
 
Beide Arten bilden mit 3.000 bis 5.000 Tieren relativ große Völker und nisten in Hohlräumen jeder Art in Haus und Garten. Im Gegensatz zu anderen harmlosen Arten bauen diese beiden Plagegeister auch relativ große Nester.
 
Die Untere Landschaftsbehörde empfiehlt, die Nester nicht mit der „chemischen Keule“ zu bekämpfen. „Oft reicht es, einen Abstand von zwei bis drei Metern zum Nest zu halten und Erschütterungen z.B. durch Rasenmähen zu vermeiden“, so Makala. Auch sollte die Anflugbahn zum Nest nicht versperrt werden, und die Insekten nicht durch Stochern in Einfluglöchern provoziert werden. Professionelle Hilfe ist bei der Entfernung von Nestern nur in den seltensten Fällen notwendig. Bei einer Umsiedlung ist unter Umständen auch die Untere Landschaftsbehörde zu beteiligen.
 
Am besten ist nach Ansicht des Umweltexperten aber immer noch die frühzeitige Vorbeugung. Um zu verhindern, dass Wespen ins Haus eindringen, haben sich Vorhänge an Türen und Insektennetze an Fenstern bewährt.

Ein kleiner Tipp: Insekten siedeln gern in Vogelkästen. Nach Einbruch der Dunkelheit können sie problemlos samt ihrer Behausung umgesiedelt werden, denn dann verhalten sie sich ruhig. Vorsichtshalber sollte das Einflugloch vorher aber verschlossen werden. Makala: „Allgemein ist das Verstopfen der Öffnungen aber kein geeignetes Mittel, um Wespen in ihrem Bau einzuschließen, denn sie suchen sich innerhalb kürzester Zeit eine neue Öffnung.“

Überhaupt keine gute Idee ist es, Wespennester mit Feuer aus Gasbrennern oder anderen Zündquellen zu bekämpfen. Das lässt nicht nur die Wespen ausschwärmen, sondern man läuft auch Gefahr, die befallenen Gartenhütten, Bäume oder ganze Wohnhäuser direkt mitabzufackeln und so hohen Sachschaden zu verursachen.
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Elke Preuß aus Unna | 08.07.2015 | 17:14  
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