Willkommen an Bord: Fliegen mit Herzschwäche – was Betroffene wissen sollten

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Etwa sechs Millionen Menschen sind in Deutschland von der Koronaren Herzkrankheit (KHK) betroffen. Sie geht häufig einem Herzinfarkt voraus und ist in vielen Fällen für das Entstehen einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) verantwortlich. Gerade zur Urlaubszeit wollen viele herzkranke Menschen auf Flugreisen nicht verzichten – wegen des niedrigen Luftdrucks und der geringen Sauerstoffsättigung in der Flugzeugkabine bedeuten Flugreisen jedoch eine größere Belastung des Herz-Kreislauf-Systems und sind mit einem erhöhten Risiko verbunden. Wir verraten, worauf Menschen mit einer Herzschwäche bei einer Flugreise achten sollten.


Grundsätzlich ist Fliegen erlaubt


Normalerweise dürfen Herzschwäche-Patienten, deren Krankheit noch nicht allzu weit fortgeschritten ist, Flugreisen antreten. Entscheidend ist die verbliebene Leistungsfähigkeit des Herzens. Damit während des Fluges keine Komplikationen auftreten, sollten Betroffene vor Abflug einen Kardiologen konsultieren.
Bei Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, hängt die Flugtauglichkeit von der Schwere des überstandenen Infarkts ab.

Hier unterscheiden Spezialisten zwischen einem niedrigen, einem mittleren und einem hohen Risiko. Wer ein niedriges Risiko trägt, darf bereits fünf bis acht Tage nach dem Infarkt wieder Flugreisen antreten. Patienten dieser Kategorie müssen unter 65 Jahre alt sein, ihren ersten Herzinfarkt erlitten haben, der ohne größere Komplikationen verlaufen ist, sowie eine erfolgreiche Gefäßwiedereröffnung verzeichnen können.

Bei Herzschwäche: Einen Gangplatz in Toilettennähe buchen


Auch Herzinsuffizienz-Patienten sollten Vorsorge treffen und den Schweregrad ihrer Herzschwäche vor Reiseantritt von einem Kardiologen bestimmen lassen. Bei einer chronisch-stabilen Herzschwäche mittleren Schweregrads dürfen alle Flüge absolviert werden. Wichtig ist, dass die Betroffenen zu jeder Zeit ihr Körpergewicht im Auge behalten, um etwaigen Wassereinlagerungen entgegenwirken zu können. Müssen sie Diuretika, also entwässernde Medikamente einnehmen, ist ein Gangplatz neben der Toilette die beste Wahl.

Tritt eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation ein, die sich zum Beispiel in Symptomen wie Atemnot, Erschöpfung, Rhythmusstörungen oder einer Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen äußert, sollte auf das Fliegen besser verzichtet werden. Neuerdings besteht zur Stabilisierung die Möglichkeit einer medikamentösen Therapie mit dem Wirkstoff LCZ696. Jedem vierten der knapp zwei Millionen Herzschwächepatienten kann dadurch geholfen werden.
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